Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, sollen sich aktuell wohl immer mehr Krypto-Händler an Spielerschutz-Organisationen wenden. Demnach seien die Bitcoin-Händler immer häufiger „spielsüchtig“, da sie ihre Investitionen nicht mehr kontrollieren können. Aber wie gefährlich ist der Krypto-Handel und können Trader wie beim Glücksspiel wirklich süchtig danach werden?

Die Financial Times berichtete vor einigen Tagen, dass sich immer mehr Bitcoin-Trader hilfesuchend an Spielerschutz-Organisationen wenden, da sie sich selbst für süchtig halten. Beim genaueren Hinsehen gibt es beim Krypto-Handel tatsächlich viele Gefahren, die es beim Online-Glücksspiel auch gibt. Erst im Juni dieses Jahres berichteten wir über die steigende Beliebtheit vom Krypto-Glücksspiel.

Warum macht der Krypto-Handel süchtig?

Das Bitcoin-Trading wird heutzutage hauptsächlich über mobile Broker-Apps abgewickelt. Wer genauer hinschaut, wird feststellen, dass es zwischen dem Krypto-Handel und den virtuellen Spielautomaten viele Parallelen gibt. Teilweise sind die Grafiken bei den Krypto-Apps nämlich sogar im Stil von Spielautomaten gehalten. Dazu gibt es bunte Animationen mit Emoji-Sternen, Sonnenbrillen-Smileys oder High-Five-Symbolen. Darüber hinaus werden Ranglisten veröffentlicht, an denen die Trader gegeneinander konkurrieren. Erst im Mai dieses Jahres berichteten wir darüber, welche Designtricks bei Slot Machines die Nutzer zum Spielen verleiten.

Keith White, der Executive Director der National Council on Problem Gambling, äußerte sich zur aktuellen Entwicklung ebenfalls besorgt:

„Die Nutzererfahrung konvergiert und die Grenze zwischen Investition und Glücksspiel, die vorher schon ziemlich fließend war, wurde nun fast vollständig aufgelöst.“

 Vor allem für unerfahrene und junge Trader sind die benutzerfreundlich gestalteten Broker-Apps gefährlich. Denn die Trader erkennen nicht die Gefahren, da sie sich selbst als Anleger betrachten und nicht als Teilnehmer eines Glücksspiels. Damit wird die Gefahr der Spielsucht anfangs meist komplett ausgeblendet.

Immer mehr „Bitcoin-Süchtige“

In Schottland hat sich in der Privatklinik Castle Craig beispielsweise die Zahl der „Bitcoin-Süchtigen“ innerhalb eines Jahres verzehnfacht. Das berichtete die britische Zeitung The Sun vor wenigen Tagen. Der Leiter der schottischen Privatklinik, Tony Marini, hat davor gewarnt, dass der Krypto-Handel und das Glücksspiel zahlreiche Parallelen aufweisen, die bislang noch kaum jemand erkannt hat.

Auch beim Krypto-Handel fangen die Betroffenen meist an, gelegentlich zu traden. Mit fortschreitender Zeit und ersten ausgeschütteten Gewinnen wird dann das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet und die Betroffenen sind motiviert, immer mehr Geld zu investieren. Außerdem weist Marini darauf hin, dass viele „Krypto-Süchtige“ auch alkohol- oder drogensüchtig seien. Die meisten seiner Patienten seien zwischen 20 und 45 Jahre alt.  

Fazit

Der Handel mit Kryptowährungen scheint unter bestimmten Umständen ähnlich süchtig zu machen wie das Online-Glücksspiel. Aus diesem Grund gilt sowohl beim Krypto-Trading als auch beim Besuch in der Online Spielothek, verantwortungsvoll zu spielen bzw. zu traden. In einem etwas älteren News-Artikel haben wir versucht die Frage zu beantworten, wie verantwortungsvolles Spielen funktioniert. Fakt ist, dass viele Krypto-Apps ähnlich bunt und ansprechend gestaltet sind wie einige Slot Machines. Deshalb sollten interessierte Trader auf jeden Fall vorsichtig sein, wenn sie mit dem Krypto-Trading starten. Denn der Handel mit Bitcoin, Ether und Co. ist keine konventionelle Anlagemöglichkeit, sondern vielmehr hochspekulativ und kann teilweise sogar als Glücksspiel bezeichnet werden.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/illustrations/bitcoin-münzen-virtuell-währung-4205661/

 

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