Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, plant das Parlament der Balearen, dass beim Glücksspiel keine Kreditkartenzahlungen mehr erlaubt sein sollen. Damit würde in Zukunft wieder Bargeld erforderlich sein, um beispielsweise in der Spielhalle oder im Casino in Mallorca zu spielen. Aber zu welchem Zweck soll es ein Kreditkartenverbot beim Glücksspiel geben?

Schon bald könnte für die Balearen ein Kreditkartenverbot für Glücksspielaktivitäten gelten. Zu den Balearen gehören unter anderem die bei deutschen Urlaubern beliebten Urlaubsinseln Mallorca, Menorca und Ibiza. Hier könnten die Besucher also zukünftig wieder Bargeld benötigen, wenn sie in der Spielothek oder im Wettbüro ihre Einsätze platzieren wollen. Darüber hinaus planen die Verantwortlichen die Einführung einer Mehrwertsteuer für Glücksspielaktivitäten.

Spielsüchtige könnten Kreditkarten missbräuchlich verwenden

Eingebracht wurde die Initiative von der Abgeordneten Joana Aina Campomar vom Parteibündnis Més per Mallorca. Ihrer Argumentation zufolge besteht bei Spielerinnen und Spieler mit einem problematischen Spielverhalten ein erhöhtes Risiko, dass diese insbesondere die Kreditkarte nutzen, um weiterzuspielen. Das wiederum würde das Schuldenrisiko erhöhen. Aus diesem Grund sei es erforderlich, dass die Regierung die Bezahlung von Glücksspielaktivitäten mit Kreditkarten jeder Art unterbindet.

Geplant ist, die Kreditkartenzahlungen sowohl für den landbasierten Glücksspielsektor als auch für das Online-Glücksspiel zu verbieten. Demnach würden sowohl in spanischen Online Casinos als auch in Spielbanken, Spielhallen und Wettbüros keine Zahlungen mehr mit der Kreditkarte möglich sein. Das würde unter Umständen auch für deutsche Urlauber unmittelbare Konsequenzen haben. Sie müssten dann zum Beispiel beim Spielhallen-Besuch in Mallorca wieder Bargeld mitbringen, um spielen zu können.

Mallorca ist eine Insel mit rund 910.000 Einwohnern im westlichen Mittelmeer, die zu Spanien gehört. Auf Mallorca befindet sich mit Palma zudem die Hauptstadt der balearischen Inseln. Die Regierung der Balearen schränkt Spielhallen und Wettbüros seit längerer Zeit ein. So soll zukünftig beispielsweise ein Mindestabstand von 500 Metern zwischen Spielhallen und Schulen gelten.

Viele Online-Spieler nutzen Debit- oder Kreditkarten zur Zahlung  

Wie die spanische Glücksspielbehörde Directorate General for the Regulation of Gambling (DGOJ) im vergangenen Jahr bekannt gegeben hat, nutzten in Spanien 73 % der Spieler beim Online-Glücksspiel Karten als Zahlungsmittel. Damit sind sowohl Debit- als auch Kreditkarten gemeint.

Darüber hinaus fordert die Initiative auch die Einführung einer Mehrwertsteuer für alle Glücksspielaktivitäten. Hier wurde der Vergleich angeführt, dass es ein Unding sei, dass auch Lebensmittel beispielsweise Mehrwertsteuern zu zahlen sind, für Glücksspielaktivitäten jedoch keine Mehrwertsteuer anfällt.

Fazit

Das Parlament der Balearen hat vor wenigen Tagen einen Entschließungsantrag verabschiedet, der das Verbot von Zahlungen mit der Kreditkarte fordert. Dieses Kreditkartenverbot soll sowohl für den landbasierten Glücksspielsektor als auch für alle Online-Glücksspielangebote gelten. Natürlich darf man skeptisch sein, ob mit dem Verbot von Kreditkarten beim Glücksspiel dem Spielerschutz effektiv Genüge getan werden kann. Bislang gibt es allerdings noch keinen rechtswirksamen Beschluss, sodass der Antrag natürlich immer noch scheitern kann.   

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/kathedrale-palma-mallorca-3763071/

 

Du hast Fehler in unseren Daten entdeckt?

Um einen Fehler zu melden musst du dich zuerst bei GambleJoe .

Wie gefällt dir der Artikel?