Vor rund zwei Wochen fand der bundesweite Aktionstag gegen das Glücksspiel statt. Die Diakonie in Niedersachsen war unter anderem an Raststätten präsent, um LKW-Fahrer anzusprechen. Diese sind nämlich aus verschiedenen Gründen besonders gefährdet für ein problematisches Spielverhalten. Aber warum spielen viele Fernfahrer an Spielautomaten und sind teilweise sogar spielsüchtig?

Traditionell fand auch in diesem Jahr der bundesweite Aktionstag gegen das Glücksspiel am letzten Mittwoch im September statt. An diesem Tag bemühte sich unter anderem die Diakonie in Niedersachsen, Menschen zu erreichen, die besonders häufig von einem problematischen Spielverhalten betroffen sind. Aus diesem Grund waren die Diakonie-Mitarbeiter auf Auto- und Rasthöfen in Osnabrück und Göttingen unterwegs, um wertvolle Aufklärungsarbeit zu betreiben.

Info-Tüten wurden an Fernfahrer verteilt

Am bundesweiten Aktionstag verteilten die Mitarbeiter der Diakonie zahlreiche Info-Tüten an LKW-Fahrer auf niedersächsischen Auto- bzw. Rasthöfen. Darin enthalten war wertvolles Informationsmaterial bezüglich einem problematischen Spielverhalten und Beratungsangeboten. Die Diakonie-Mitarbeiter sprachen dazu gezielt die Fernfahrer an und boten aktiv ihre Unterstützung an.

Vor allem für LKW-Fahrer ist die Verlockung groß, in ihren Pausen an Autobahnraststätten die Zeit am Spielautomaten zu verbringen. Schließlich gibt es nahezu an allen größeren Autohöfen mehrere Spielautomaten, an denen fast rund um die Uhr gespielt werden kann. Davor warnt unter anderem Kristin Otte von der Göttinger Fachstelle der Diakonie:

„Keine Autobahnraststätte ohne Geldspielgeräte und kein Autohof ohne angeschlossene Spielstätte - diese Angebote sind besonders für LKW-Fahrende, die auf ihrer Tour lange Pausenzeiten überbrücken müssen, verführerisch.“

Darüber hinaus warnen die Experten mittlerweile auch vor der ständigen Verfügbarkeit von Glücksspielangeboten auf dem Smartphone. Denn jeder Fernfahrer besitzt heutzutage ein Handy, auf dem sich in der Pausenzeit oder im Stau schnell mal eine Sportwette platzieren lässt. Auch Slot Machines stehen auf dem Smartphone zu Genüge zur Verfügung. Erst vor wenigen Wochen berichteten wir über den BR Podcast, der den neuen GlüStV kritisiert.

Steigt mit der Spielsucht auch die Unfallgefahr?

Die Suchttherapeutin Nicole Müller warnte im Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) unter anderem davor, dass sich mit der Spielsucht auch die Unfallgefahr erhöhen kann. Denn wenn Fernfahrer gedanklich abgelenkt sind, indem sie sich beispielsweise Sorgen über ihre finanzielle Situation machen oder sogar während der Fahrt spielen, können sie sich nicht auf den Verkehr konzentrieren und riskieren Unfälle. Die Therapeutin berichtet beispielsweise davon, dass ihr viele LKW-Fahrer aufgrund nachlassender Konzentration von Unfällen und Beinah-Unfällen berichten.

In vielen Fällen ist es für die Betroffenen nicht einfach, sich einzugestehen, dass sie spielsüchtig sind. Aus diesem Grund haben wir bereits im Juli einen Ratgeber veröffentlicht, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Spielsucht erkennen und bekämpfen lässt.

Fazit

Am Aktionstag gegen Glücksspiel hat unter anderem die Diakonie gezielt Risikogruppen angesprochen, um über die Gefahren des Glücksspiels aufzuklären. Da dazu auch Fernfahrer gehören, waren die Experten auch an Autohöfen und Raststätten präsent, um Informationsmaterial zu verteilen und die LKW-Fahrer direkt anzusprechen. Denn unter den Fernfahrern ist die Verlockung besonders hoch, auf dem Smartphone oder an den Raststätten an den Spielautomaten zu spielen. Schließlich müssen sie strenge Pausenzeiten einhalten und sind meist allein unterwegs.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/autobahn-straße-lkw-fahrzeuge-3392100/

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