Bereits vor mehreren Tagen wurde bekannt, dass ein mutmaßlicher Millionenbetrüger im Crown Casino Melbourne einen siebenstelligen Geldbetrag gewaschen hat. Insgesamt ist durch das Schneeballsystem des Betrügers ein Schaden in Höhe von umgerechnet rund 222 Millionen Euro entstanden.

Der australische Glücksspielkonzern Crown Resorts hat es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Erst im März dieses Jahres berichteten wir davon, dass der CEO Ken Barton wegen eines Geldwäscheskandals zurückgetreten ist. Darüber hinaus berichteten wir bereits im Jahr 2019 von dem Vorwurf, dass der Glücksspielkonzern auf illegale Weise um VIP-Spieler aus China geworben haben soll. Im aktuellen Fall geht es wieder einmal um Geldwäsche.

Millionenbetrüger nutzt Casino zur Geldwäsche

Der mutmaßliche Millionenbetrüger Michel Gu soll im Crown Casino Melbourne insgesamt mehr als acht Millionen AUD gewaschen und verspielt haben. Umgerechnet entspricht das einem Betrag von rund 5,1 Millionen Euro. Den vorliegenden Informationen zufolge, sollen die Millionenbeträge von Firmenkonten stammen, die dem Tatverdächtigen zuzuordnen sind. Hierbei soll es sich um die Unternehmensgruppe iProsperity handeln.

Im vergangenen Jahr geriet iProsperity weltweit in die Schlagzeilen, nachdem die Unternehmensgruppe eine millionenschwere Pleite hingelegt hat. Insgesamt sei durch ein komplexes Schneeballsystem ein Gesamtschaden in Höhe von etwa 350 Millionen AUD entstanden. Das entspricht umgerechnet einem Betrag von rund 222 Millionen Euro.

Crown Resorts meldet Millionentransaktionen nicht

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hat der australische Glücksspielkonzern Crown Resorts umfassende Untersuchungen angekündigt. Wie ebenfalls bekannt wurde, hat Crown Resorts die millionenschweren Überweisungen des Betrügers nicht der Royal Commission des Bundesstaates Victoria gemeldet.

Die eingenommenen Gelder aus dem Schneeballsystem habe der Betrüger größtenteils zur Finanzierung seines luxuriösen Lebensstils verwendet. So habe Gu beispielsweise Luxusautos gekauft, extravagante Reisen durchgeführt und teure Partys veranstaltet. Weiterhin habe Gu, wie bereits erwähnt, Millionenbeträge im Crown Casino Melbourne eingezahlt und verspielt. Ende April berichteten wir bereits davon, dass Crown Resorts verkauft werden könnte.

Das Online-Glücksspiel bietet im Grunde genommen ideale Voraussetzungen für professionelle Geldwäsche. Teilweise nutzt auch die organisierte Kriminalität Online Casinos, um kriminelle Gelder zu waschen. In einem wenige Monate altem Artikel widmeten wir uns der Frage, ob die Geldwäsche-Gefahr bei Online-Glücksspiel besonders hoch ist.

Crown Resorts bemüht sich um Aufklärung

Die verantwortlichen Führungskräfte des australischen Glücksspielgiganten bemühen sich eigenen Angaben zufolge um umfassende Aufklärung. Demnach werde „Crown dafür sorgen, dass die Aufsichtsbehörden, die königlichen Kommissionen und andere relevante Behörden bei Bedarf informiert werden“.

Des Weiteren hat Crown Resorts mitteilen lassen, dass man zeitnah 70 neue Stellen in den beiden Abteilungen Spielerschutz und Betrugsbekämpfung schaffen will, um in dieser Hinsicht zukünftig besser aufgestellt zu sein

Fazit

Noch immer kommt der australische Glücksspielkonzern aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Im Crown Casino Melbourne soll der Betrüger Michael Gu mehrere Millionen Euro gewaschen haben. Die Verantwortlichen des Casinos haben die entsprechenden Transaktionen dabei nicht der zuständigen Behörden gemeldet. Nun bemüht sich das Glücksspielunternehmen um Aufklärung und versucht das angeschlagene Image zu retten. Fakt ist jedoch, dass es dem Betrüger zu einfach gemacht wurde, in einem Casino hohe Geldbeträge zu waschen, die aus betrügerischen Taten herrührten.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/sydney-hafen-australien-nacht-225571/

Du hast Fehler in unseren Daten entdeckt?

Um einen Fehler zu melden musst du dich zuerst bei GambleJoe .

Wie gefällt dir der Artikel?