Ken Barton, CEO des australischen Glücksspielkonzerns Crown Resorts, ist von seiner Position zurückgetreten. Der Beweggrund dafür ist ein Geldwäscheskandal. Dadurch kam es bereits zu einem Lizenzentzug für ein Casino in Barangaroo und die zuständige Glücksspielbehörde verlangte deshalb eine Umstrukturierung des Managements. Dies bedingte den Rücktritt von Ken Barton. Wie steht es nun genau um das Glücksspielunternehmen?

Spulen wir ein bisschen zurück, um den ganzen Hintergrund rund um das Crown Resorts-Skandal und den Rücktritt des CEOs Ken Barton besser zu verstehen:
Erst vor Kurzem hatte die zuständige Behörde ILGA (Independent Liquor & Gaming Authority) Untersuchungen, die sich über einen Zeitraum von 10 Monaten zogen, abgeschlossen und ein endgültiges Urteil gefällt: Dieses besagt, dass der Crown Resorts-Konzern sich nicht für den Erhalt weiterer Casinolizenzen eignet.

Ken Barton, der es unterlassen habe, zwei Unternehmenskonten zu kontrollieren, über die angeblich hohe Geldbeträge gewaschen wurden, legte sein Amt als CEO nun nieder. Barton wird in den kommenden Wochen nur noch beratenden Tätigkeiten nachgehen, um eine Übergabe an Helen Coonan, die die Stelle kommissarisch besetzten wird, bis ein neuer CEO das Amt einnimmt, zu garantieren. 

ILGA entdeckte Geldwäsche-Beweise

Die zuständige Glücksspiellaufsichtbehörde ILGA hatte bereits im September vorigen Jahres ein Verhör durchgeführt. Dabei räumte Ken Barton Mängel in den Geschäftsprozessen von Crown Resorts ein. Unter anderen war dabei auch der Verdacht auf Geldwäsche ein großes Thema. Im Konkreten geht es um einen Geldwäscheverdacht des Junket Operators Suncity im Crown Resorts Melbourne. 

Ken Barton hat auch ein Geständnis abgelegt, dass das Casino durch einen Mangel an entsprechenden Kontrollen das Risiko der Geldwäsche hingenommen hat. Barton meinte aber, dass er von dem fragwürdigen Junket Operator-Partner von James Packer, dem ehemaligen Crown-Inhaber, erst im Zusammenhang mit den Untersuchungen erfahren habe.

Der Junket Operator-Partner war angeblich mit organisierten Verbrechen in China verbunden.

Da in China das Betreiben von Glücksspiel nicht erlaubt ist (eine Ausnahme sind die Lotterien und die Sonderverwaltungszone Macau) haben die Junket Operators mit kriminellen Organisationen kooperiert: Suncity, der Crown Partner, hat mit der illegalen Gruppierung namens The Company aus China zusammengearbeitet. The Company hat in Folge Geldwäsche in den Casinos in Melbourne und Perth betrieben. Die Rechtsabteilung von Crown Resorts besagte, dass Ken Barton von den Verbindungen keine Ahnung hatte. 

Was sind Junket Operators? Junket Operators sind Agenturen, die finanziell gut aufgestellte Casino-Gäste anwerben und diese auf organisierten Glücksspielreisen begleiten und unter anderem auch deren Gelder betreuen. Wichtig dabei ist allerdings, dass keine Kunden angeworben werden, die aus Länder kommen, in denen das Glücksspiel unter einem Verbot steht. Zu solchen Ländern zählt auch China. 

Diese Handlungen hatten zur Folge, dass dem Crown Resorts-Konzern die Lizenz für ein Casino in Barangaroo, Sidney entzogen wurde. Besonders bitter ist daran, dass der Bau des Casinos bereits abgeschlossen war. Ob der Konzern für eine weitere Lizenz in New South Wales geeignet ist, wurde auch infrage gestellt. Die ILGA meint aber, dass dies nicht der Fall ist. Das Casino darf nicht in Betrieb genommen werden.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Beweise, dass Crown Resorts seine Niederlassungen und Konten für Geldwäsche benutzt, lässt die Behörden den Konzern als nicht geeignet für den Lizenzerhalt einstufen. Dazu kommen noch Vorwürfe einer schlechten Konzernführung, eines nicht ausreichenden Risikomanagements und einer schwachen Unternehmenskultur.

Das Versagen von James Packer

Um das Casino in Barangaroo in Betrieb nehmen zu können, müsste sich Crown Resorts um massive Änderungen kümmern. Dazu zählt auch die Einleitung eines Compliance- und Finanz-Audits. Mit Junket-Agenturen darf der Konzern in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten. Eine weitere Bedingung ist, dass sich James Packer komplett aus dem Business des Crown Resorts herausnehmen muss. Er ist übrigens kein Vorstandsmitglied mehr. Packer wird auch vorgeworfen, Aktien an den Melco-CEO Lawrence Ho verkauft zu haben. Der Aktienverkauf belief sich auf einen Wert von 20 Prozent seiner Aktien zum Preis von 2,5 Milliarden Dollar. Eine Überweisung von 1,2 Milliarden Dollar fand bereits im Juni 2019 statt. Im Folgejahr sollte die zweite Transaktion erfolgen, die den Deal abgeschlossen hätte. 

Lawrence Hos Vater und Ex-Melco-CEO, Stanley Ho, war auch Handlungen mit kriminellen chinesischen Gruppierungen eingegangen.

Dieses Vorgehen von Packer verstößt aber gegen die Vorschrift laut Lizenzvereinbarung, welche besagt, dass sich das Crown Resorts in keine Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen oder Personen begeben darf, die in irgendeiner Form mit dem Ex-Melco-CEO verbunden sind. 

Bedingt der Crown-Skandal eine Glücksspielgesetz-Änderung in New South Wales? 

Anscheinend war der Skandal rund um das Crown Resort so einschneidend, dass vermutlich bald Änderungen im Glücksspielgesetz von New South Wales vorgenommen werden. Durch die Einführung neuer Regelungen soll mehr Transparenz von den Glücksspielbetreibern eingefordert werden. Junket Operators sollen ganz verboten werden. Außerdem soll eine autonome Regulierungsbehörde Independent Casino Commission (ICC), ins Leben gerufen werden.  

Crown Resorts sieht in der Zwischenzeit ein, dass ein Wandel seinerseits notwendig ist. Die Vorstandsumstrukturierung gehört zu diesen Änderungen. Ebenso hat sich der Konzern dazu bereit erklärt, einen Compliance-Audit durchzuführen. Die Entwicklung der Lage bleibt zu beobachten.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/illustrations/geldw%C3%A4sche-kriminalit%C3%A4t-finanzen-4158796/

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