Mit einem lauten Knall verschwand am 16. Februar das Trump Plaza Hotel and Casino in Atlantic City im Bundesstaat New Jersey in Schutt und Asche. Rund 3000 Stangen Dynamit brachten den Hotel-Komplex mit 39 Stockwerken zu Fall. Manche sahen die Sprengung des seit sechs Jahren dichtgemachten Plazas als längst überfällig, für andere geht die Detonation mit einem gewissen politischen Symbolcharakter einher.

Man kann sagen, dass es ein recht langer Weg zur Sprengung des Trump Plaza Hotels war. Im Januar wurde die eigentlich bereits geplante Detonation abgesagt. Der Grund dafür? Sicherheitsbedenken. Es gab sogar eine Auktion, bei der der Meistbietende die Sprengung des herabgekommenen Trump Plaza Hotels vornehmen durfte. Ein beachtliches Höchstgebot lag zuletzt bei 175.000 US-Dollar. Die Erlöse aus der Auktion wären sogar einem guten Zweck gewidmet worden und an den Boys and Girls Club in Atlantic City gegangen, der unter anderem außerschulische Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche betreibt. 

Deshalb kam es nicht zur Sprengauktion

Dann kam es aber wie folgt: Milliardär und Hauptaktionär von Caesars Entertainment Carl Icahn, der Inhaber der Trump Plaza-Immobilie und auch Freund von Donald Trump ist, hatte eine Unterlassungsverfügung gegen Bodnars, das für die Aktion zuständige Auktionshaus in die Wege geleitet. Nach Icahns Meinung wäre eine Sprengung mit einem zu hohen Risiko für die Zivilisten behaftet. Obwohl Icahn sich der Plaza-Sprengung in die Quere stellte, hatte sich der Milliardär dazu bereit erklärt, die 175.000 Dollar an den Boys and Girls Club von seinem eigenen Vermögen zu zahlen. Icahns Vermögen beläuft sich derzeit auf 15 Milliarden US-Dollar und er ist auch auf der Forbes-Liste der reichsten Amerikaner zu finden. 

Trump und seine Pleite-Casinos

Insgesamt besaß der ehemalige US-Präsident drei Casinos (das Trump Marina, das Trump Plaza und das weltberühmte Trump Taj Mahal) an der Ostküste der USA. Das Trump Plaza war das erste der drei Casinos in Atlantic City, die Trump eröffnete.

Alle drei Casinos gingen allerdings mehrmals in Konkurs und Trump befand sich kurz vor der Privatinsolvenz. 2014 wurde seitens Trumps der Konkurs angemeldet. Damit ging auch der Jobverlust von rund 1000 Mitarbeitern einher. Donald Trump zog sich nach mehreren Insolvenzanträgen in Verbindung mit seinen Casino-Geschäften zurück und gab schlussendlich seine letzten Anteile an Trump Entertainment Resorts, die Casino-Gesellschaft Trumps, ab.

Im Jahr 2016 kaufte Icahn mit seiner Icahn Enterprise dann das Trump Plaza. Das Trump Taj Mahal musste nur zwei Jahre später geschlossen werden und wurde 2018 von der Hard Rock International gekauft und erneut eröffnet.

Das Trump Plaza Hotel war zuletzt eine ökonomische Katastrophe. Von Passanten wurde berichtet, dass sich immer wieder Trümmer von der Fassade lösten und auf die Uferpromenade donnern würden. Für Filme-Fans mit Vorliebe für Nostalgie war der Gebäudekomplex aber wohl bis zur letzten Sekunde ein Hingucker. So wurde das Trump Plaza in der Filmgeschichte verewigt und tauchte beispielsweise in Martin Scorseses Gangster-Film “Casino” auf. 

Ein großer Tag für Atlantic City?

Ob es nun ein guter oder ein schlechter Tag für die Stadt Atlantic City war, als das Trump Plaza innerhalb von 20 Sekunden in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde, sei dahingestellt.

Ein Tag, der in Erinnerung bleiben wird, war es auf jeden Fall. Für Trump Kritiker und auch für den demokratischen Marty Small, dem Bürgermeister von Atlantic City, war die Sprengung wohl auch eine Art symbolhafter Abschluss. Das Ende einer Ära. Das Ende der Ära Trump. Für Small stellte das Gebäude eine ökonomische und sozialpolitische Katastrophe dar.

Für Personen, die Anhänger der republikanischen Partei sind, war der kontrollierte Gebäudeabriss wohl mit eher nicht zu positiven Emotionen verbunden.

Reaktionen aus dem Netz

Aber auch im Internet kam es zu vielen Reaktionen auf die Sprengung und hier setzten vor allem viele Twitter-User mit der Verbreitung von Fotos der Sprengung Parallelen zu den Misserfolgen Trumps.

So gab es auch eine Bemerkung von Trumps Erzrivalin: Die ehemalige First Lady Hillary Clinton (sie verlor die US-Wahlen im Jahr 2016 gegen Donald Trump) teilte einen Online-Zeitungsartikel über die Plaza-Sprengung auf ihrem Twitter-Account und fügte dem Social Media-Post ein Winke-Emoji hinzu. Mit etwas Fantasie lässt sich da ein bisschen Schadenfreude aus dieser Handlung lesen. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/illustrations/trump-us-pr%C3%A4sident-usa-politik-1822121/



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