In vergangenen Jahren haben die Iren insgesamt 1,36 Milliarden Euro beim Glücksspiel verloren. Das entspricht ungefähr einen Betrag in Höhe von 300 Euro pro erwachsenem Bürger. Irland liegt damit beim europäischen Ranking der Spielverluste auf dem vierten Platz. Haben die Iren also ein Glücksspielproblem?

Das Glücksspielwesen in Irland befindet sich aktuell im Umbruch. Erst im Dezember 2020 ist eine Änderung des nationalen Glücksspielgesetzes in Kraft getreten. Aktuell wird derweil über weitere Änderungen und Verschärfungen der Gesetzeslage in der Politik diskutiert. Die Rede ist beispielsweise davon, die Glücksspielwerbung strikter einschränken zu wollen. Erst vor einigen Tagen berichteten wir über einen emotionalen Fall aus Irland, bei dem ein Obdachloser erst 2.500 Euro im Casino gewann und dann zu Tode geprügelt wurde.

Immer mehr Iren entdecken das Online-Glücksspiel für sich

Die Tageszeitung Irish Times berichtet Bezug nehmend auf die Daten des Consulting-Unternehmens H2 Gambling Capital, dass die Iren im zurückliegenden Pandemie-Jahr insgesamt 1,36 Milliarden Euro beim Glücksspiel verspielt haben. Teilt man diesen Betrag durch alle volljährigen Einwohnerinnen und Einwohner, dann ergibt sich im Durchschnitt ein jährlicher Verlust in Höhe von 300 Euro pro Bürger. Im Monat ergibt diese Summe einen Verlust in Höhe von 25 Euro pro Erwachsenen.

Erstaunlich ist die Tatsache, dass Irland damit den vierten Platz des EU-Rankings der Spielverluste erreicht. Das bedeutet, dass es nur drei EU-Länder gibt, in denen die Menschen im Durchschnitt mehr Geld beim Glücksspiel verlieren. Im weltweiten Ranking landet Irland immerhin noch auf Platz 14. Auffällig ist in der Jahresbetrachtung der Umstand, dass das Online-Glücksspiel eine immer bedeutsamere Rolle einnimmt. Angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Wettannahmestellen und Spielhallen aufgrund der Corona-Einschränkungen im vergangenen Jahr lange geschlossen waren, ist dies aber auch nicht überraschend.

Irland ist ein Inselstaat in Westeuropa mit rund 4,9 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt ist Dublin und das Land wird normalerweise jährlich von rund zehn Millionen Touristen besucht. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Irland im Jahr 2018 das zweitreichste Land Europas gewesen.

Ist die Glücksspielwerbung das Problem?

Erst vor einigen Tagen wiesen wir in einem Artikel darauf hin, dass aktuell Medienkonzerne wie Axel Springer für ihre penetrante Sportwetten-Werbung kritisiert werden. Der irländische Präsident Michael D. Higgins zeigte sich derweil offen für eine öffentliche Diskussion über das Thema Glücksspiel- bzw. Sportwetten-Werbung. Bereits in früheren Aussagen kritisierte Higgins allerdings die aktuelle Glücksspielwerbung und setzte sich für strengere Vorschriften im Sinne des Spielerschutzes ein.

Die Republik Irland stellt mit ihren 4,9 Millionen Einwohnern nur rund 1,1 % der EU-Bevölkerung. Der Marktanteil am Glücksspiel ist mit 2,6 % aber mehr als doppelt so hoch. Dementsprechend scheint die irische Bevölkerung besonders glücksspielaffin zu sein.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die irische Bevölkerung im Durchschnitt deutlich mehr Geld für das Glücksspiel ausgibt als andere EU-Nationen. Insgesamt verspielten die Iren im zurückliegenden Jahr 2020 rund 1,36 Milliarden Euro. Nun erwägt die Regierung unter anderem mit einer Verschärfung der Glücksspielwerbung zu erreichen, dass sich weniger Menschen zum Glücksspiel hingezogen fühlen. Fraglich ist, ob eine Einschränkung der Glücksspielwerbung unmittelbare Auswirkungen auf die verspielten Summen der irischen Bevölkerung haben wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/cliff-of-moher-irland-ireland-2371819/

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