Hat der wochenlange Lockdown Auswirkungen auf das Verhalten von Spielerinnen und Spielern? Um diese Frage zu beantworten, hat eine schottische Universität eine entsprechende Studie durchgeführt. Insgesamt haben sich an der Befragung knapp 4.000 Menschen beteiligt. Das Ergebnis belegt, dass der anhaltende Lockdown das Spielverhalten der Glücksspielfreunde maßgeblich beeinflusst hat.

Die schottischen Forscher wollten in der Untersuchung unter anderem herausfinden, ob der typische Wettkunde bei nicht stattfindenden Sportveranstaltungen auf andere Glücksspielformen umsteigt oder ob er dann gar nicht spielt. Das Ergebnis: Etwa jeder dritte Befragte gab an, dass er mit dem Glücksspiel während des ersten Lockdowns komplett aufgehört habe. Doch etwa genauso viele Befragte gaben auch an, dass sie ihr Spielverhalten währenddessen erhöht hätten. Bereits vor einigen Wochen haben wir uns in einem anderen Artikel die Frage gestellt, ob die Coronakrise das Online-Glücksspiel befeuert.

Jeder Dritte spielt im Lockdown mehr

Insgesamt wurden in der Studie, die von der Universität Stirling durchgeführt wurde, 782 Frauen und 3.084 Männer befragt. Den Wissenschaftlern kam es dabei vordergründig darauf an, wie sich das Spielverhalten der Befragten während des wochenlangen ersten Lockdowns ausgewirkt hat. Interessant war in diesem Zusammenhang die Frage, ob beispielsweise die vielen Wettfreunde auf andere Glücksspielfirmen umgestiegen sind, da wochenlang kaum Sportevents stattfanden.

Rund 30 % der Befragten gaben an, während des Lockdowns das Glücksspiel komplett eingestellt zu haben. Etwa genauso viele der Befragten gaben jedoch genau das Gegenteil an: Sie hätten ihr Spielverhalten im Lockdown allgemein erhöht. Weitere 17 % der Befragten gaben an, dass sie während der Abwesenheit von Sportveranstaltungen auf andere Glücksspielformen (z. B. Spielautomaten, Lotterien) zugegriffen hätten.

Spielsuchtrisiko kann sich erhöhen

Die Ergebnisse der schottischen Studie zeigen außerdem, dass sich unter bestimmten Umständen das Spielsuchtrisiko im Lockdown erhöhen kann. Das ist vor allem bei männlichen Befragten der Fall gewesen, die während des Lockdowns eine neue Glücksspielform ausprobiert haben. Und das waren immerhin rund 17 % aller Teilnehmenden. Interessant war zudem die Erkenntnis, dass bei den Frauen eher diejenigen spielsuchtgefährdet waren, die ihre Spielhäufigkeit insgesamt erhöht haben.

Die „University of Stirling“ ist eine öffentliche Universität mit mehr als 14.000 Studierenden (Stand: Anfang 2021). Die Universität wurde 1967 gegründet und es gibt die fünf Fakultäten Künste & Geisteswissenschaften, Gesundheitswissenschaften & Sport, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Management.

Spielhallen in Deutschland bleiben geschlossen

Während Sportevents mehrheitlich wieder stattfinden, bleiben zumindest hierzulande die Spielhallen noch immer geschlossen. Der aktuelle Lockdown gilt noch bis zum 28. März 2021. In vielen anderen Ländern sind ähnliche Beschränkungen inzwischen schon wieder aufgehoben.

So haben beispielsweise auf Mallorca bereits seit dem 15. März wieder alle Spielhallen, Bingohallen und Wettbüros geöffnet. Allerdings darf die Auslastung hier nur 30 % betragen und die Lokale müssen täglich um 17 Uhr schon wieder schließen. Etwas entspannter geht es derweil im etwas weiter entfernten Nevada (USA) zu. Hier können seit kurzer Zeit beispielsweise wieder die beliebten Poolpartys in Las Vegas stattfinden.

Fazit

Die britischen Forscher wollten herausfinden, wie sich das Spielverhalten der Glücksspielfans während des Lockdowns verändert hat. Primär haben die Wissenschaftler dabei untersucht, ob die Spielerinnen und Spieler während des Lockdowns auch offen für neue Formen des Glücksspiels sind. Im Ergebnis haben die Forscher herausgefunden, dass etwa ein Drittel der Befragten während des Lockdowns überhaupt nicht mehr gespielt hat. Etwa genauso viele Befragte gaben jedoch an, dass sie ihr Spielverhalten erhöht haben. Erstaunlich war, dass weitere 17 % während des Lockdowns eine neue Glücksspielform für sich entdeckt haben. Und bei dieser Gruppe an Befragten bestand den Forschern zufolge zumindest beim männlichen Geschlecht das höchste Spielsuchtrisiko.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/illustrations/lockdown-covid19-covid-19-pandemie-5026667/

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