Kurz nachdem gegen die Untergrund-Glücksspiel-Mafia in Wien vorgegangen wurde, hat die Salzburger Polizei gleich vier Razzien im Kampf gegen das illegale Glücksspiel durchführen müssen. Insgesamt wurden 69 Spielautomaten beschlagnahmt und Geldstrafen in der Höhe von ungefähr 500.000 Euro verteilt.

Das illegale Glücksspiel treibt in letzter Zeit verstärkt in Österreich sein Unwesen. Da hat sich erst kürzlich ziemlich viel in Sachen Glücksspiel-Mafia getan. Besonders in der Hauptstadt Wien verbreiten sich die sogenannten Untergrund-Casinos rasant. Leerstehende Häuser und Keller werden dort von der Glücksspiel-Mafia mal gern in so manche Glücksspielstätte umfunktioniert. Mitte Februar wurde ein solches Untergrund-Casino im Bezirk Favoriten im Zuge einer Razzia entdeckt und etwaige Glücksspiel-Gegenstände wie Spielautomaten und Pokertische sichergestellt.

Im Fokus der österreichischen Regierung

Die Politik kennt das Problem des illegalen Glücksspiels an und möchte das Thema verstärkt in den Fokus nehmen. Seit dem Jahr 2012 gibt es in Österreich recht strenge Regeln für das Aufstellen von Spielautomaten. Trotzdem scheinen die gesetzlichen Regelungen aber noch nicht streng genug zu sein, denn die Ausbreitung der illegalen Spielautomaten scheint im Moment etwas außer Kontrolle zu geraten.

So ist sich auch der österreichische Finanzminister Gernot Blümel der Verbreitung der kriminellen Strukturen aus dem Bereich des illegalen Glücksspiels bewusst und vertraut auf die Fähigkeit der Finanzpolizei, gegen diese weiterhin anzukämpfen.

Doch dieser Kampf ist kein leichter und nun kam es erneut zu gleich vier Razzien in Salzburg, die sich alle innerhalb von einer Woche abspielten. Salzburg gilt übrigens neben Wien als eine der Städte in Österreich, die am meisten vom illegalen Glücksspiel betroffen sind.

Über 60 Polizeibeamte waren bei den Razzien im Einsatz. 69 Spielautomaten wurden beschlagnahmt und satte 500.000 Euro an Geldstrafen gegen die Betreiber des illegalen Glücksspiels verhängt. Während der Razzien traf die Polizei teilweise auf alkoholisierte Zocker an den Automaten. Die konfiszierten Spielautomaten, die alle nicht vorschriftsgemäß registriert waren, sollen einen Gesamtwert von 250.000 Euro haben.

Anscheinend haben anonyme Hinweise dazu beigetragen, unter anderem auch einen Tipp eines Vermieters einer Immobilie, in der illegales Glücksspiel stattgefunden hat, der Polizei bei der Aufdeckung zu helfen. 

Gute Tarnung

Mitten im Zentrum Salzburgs wurde im Zuge der ersten Razzia ein als Kaffee-Haus getarntes Lokal entdeckt. Die Sicht in das Café soll mit Aufklebern, die auf eine angebliche Schließung wegen der COVID-19-Pandemie hinwies, verdeckt worden sein. Der wahre Grund für die Verklebung war natürlich Sichtschutz und die Vermeidung des Aufliegens von den kriminellen Handlungen.

Die zweite Razzia fand in der Gegend des Salzburger Hauptbahnhofs statt. Auch dort gab es wieder gute Tarnung. Diesmal wurde ein Lokal aber als Sonnenstudio ausgegeben.

In dem Lokal, das zur Location der dritten Razzia wurde, wurde bereits Mitte Dezember vorigen Jahres eine ähnliche Aktion durchgeführt. Da wurden schon mal Spielautomaten beschlagnahmt, die größtenteils sogar manipuliert waren, damit die Gewinne besser ausfallen. Jetzt kam es dort wieder zur Konfiszierung von acht unerlaubten Glücksspiel-Geräten und einem Wett-Terminal.

Die vierte Razzia spielte sich in der Innenstadt Salzburgs ab. Drei der vier Lokale wurden von den Behörden geschlossen.

Ist die Legalisierung eine Lösung? 

Immer wieder kommt es aber auch mal zur Kritik des aktuellen Vorgehens der Regierung, laut der diese für die Verbreitung des illegalen Glücksspiels verantwortlich sei. Die Legalisierung des sogenannten “Kleinen Glücksspiels” könnte ein Lösungsansatz sein, um dem illegalen Glücksspiel mit Spielautomaten entgegenzuwirken. Dieses ist in den Bundesländern Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg verboten.

Diese strikten Regelungen und die Monopolstellung der Casinos Austria seien Gründe, warum Spielsüchtige ihr Glück oft in den unerlaubten Spielstätten versuchen. Durch die strengen Glücksspiel-Regulierungen seien auch illegale Netzwerke entstanden.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/spielautomat-spielsucht-sucht-slot-358248/

 

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