Einige britische Glücksspielunternehmen, darunter Größen wie BetVictor, Betway und die 888 Holdings, setzen sich jetzt für Windhunde ein. Genauer gesagt jene Glücksspielkonzerne, die Mitglieder des Betting and Gaming Council (BGC) sind, wollen dem British Greyhound Racing Fund (BGRF) finanziell unter die Arme greifen.

Windhundrennen, wie man sie heute kennt, sind zwar keine britische Erfindung, sondern wurden von dem Amerikaner Owen P. Smith mitgeformt. Sein Patent für die mechanische Hasen-Attrappe stammt aus dem Jahr 1910. Dennoch blicken die Hunderennen in England auf eine sehr lange Geschichte zurück. Selbst zu Zeiten von Bibelübersetzungen waren die Hunde mit schlanken Körpern und langen Beinen, also die Windhunde, die als die schnellste Hunderasse gelten, bekannt. 

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war “Coursing” in England ganz besonders beliebt. Bei diesem Sport ging es darum, dass zwei Windhunde um die Wette liefen, mit dem Ziel, einen Hasen zu fangen. Auch Queen Elizabeth I. war von Coursing angetan. Deshalb wird das Windhundrennen oft als “Sport der Königinnen” bezeichnet.  

Spende von 1 Million GBP bereits vorhanden

Auch heute sind Windhundrennen noch immer äußerst populär in England. Jetzt wollen sich sogar britische Glücksspielunternehmen für die Tiere dieses Sports einsetzen. 

Laut dem Betting and Gaming Council sei bereits eine stolze Summe von einer Million Britischen Pfund an Spenden für den guten Zweck des Tierschutzes erreicht worden. Die Idee hinter dieser Aktion ist, dass Mitglieder des BCG, die auch Wetten auf Windhunde in ihrem Portfolio sowohl online als auch in landbasierten Wettbüros anbieten, so ihren Beitrag zum Fonds zeigen. 

Die Spendengelder sollen dann durch Absicherung des BGRF etwaigen Wohlfahrtszwecken und Integritätsprojekten für Windhunde zugutekommen. Durch die Gelder der BGC-Mitglieder soll das Wohlbefinden der Windhunde drastisch verbessert werden. Das ergibt durchaus Sinn, da die Unternehmen auch von den Einkommen aus Windhundrennen enorm profitieren. Nun sind diese praktisch auch dazu aufgerufen, sich für die Tiere einzusetzen und beispielsweise für deren wohlverdienten Ruhestand zu sorgen, wenn diese das Ende ihrer Rennkarriere erreicht haben.

Ein wohlverdienter Ruhestand soll garantiert werden

Dafür gibt es das sogenannte Greyhound Retirement Scheme, das dafür verantwortlich ist, dass die Tiere in Homing-Organisationen aufgenommen und dann im nächsten Schritt an ihr neues Zuhause weitervermittelt werden. Dabei wird auch darauf geachtet, dass Tiere, die sich bereits im Ruhestand befinden, nicht an Länder vermittelt werden, die über keine überprüften Tierschutz-Standards verfügen.

Nach Berichterstattungen der Tierschutzorganisation CAGED gab es mehrere Fälle von Windhundetransporten unter entsetzlichen Umständen nach Pakistan. Die Tiere konnten dort keinen friedlichen Lebensabend verbringen, sondern wurden für unerlaubte Hunderennen oder Wildschweinkämpfe eingesetzt. Britische Trainer, die die Verschiffung der Tiere nach Pakistan veranlasst haben, sollen ungefähr 2000 Britische Pfund für diese illegale Tätigkeit kassiert haben.

Windhundrennen in Deutschland und den USA

Eine bundesweite Schließung aller Hunderennbahnen in den USA ist in Diskussion, was ein komplettes Ende für alle Arten von Hunderennen bedeuten könnte. Bereits in 40 US-Bundesstaaten sind Hunderennen verboten.

Erst Anfang des Jahres gab es einen weiteren Schritt in diese Richtung, als das Verbot von Hunderennen im US-Bundesstaat Florida eingeführt wurde. Dies war eine Konsequenz einer Abstimmung von vor 2 Jahren, bei der sich Wähler und Wählerinnen gegen die Veranstaltung des Rennsports entschieden haben. Das letzte Rennen fand am 31. Dezember 2020 im Palm Beach Kennen Club statt.

Besonders wird Hundedoping und die Haltung der Tiere von US-Tierschützern kritisiert. Die Windhunde werden oft auf winzigen Räumen in Zwingern oder Käfigen, manchmal mit fest geschnürten Maulkörben eingesperrt. In manchen Fällen wurden Windhunde, die durch Verletzungen oder auch durch zu hohes Alter nicht mehr rennfähig waren, an Tierversuchslabore verkauft oder getötet. 

In Deutschland gibt es zwar auch Windhundrennen, aber nicht nur mit Windhunden. Meist finden diese Rennen nur als Hobbysport statt. Im Gegensatz zu den Hunderennen in den USA ist das Platzieren von Wetten auf Hunderennen durch Wettgesetze und Tierschutzgesetze als illegal eingestuft. In Deutschland gibt es derzeit 25 Hunderennanlagen.

Quelle Titelbild: https://images.app.goo.gl/eaMjYi6BUz6Kyq1f7

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