In den Niederlanden ist die Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) bereits seit einiger Zeit für ihr strenges Vorgehen gegen illegales Glücksspiel bekannt. Vor rund zwei Wochen erließ die Behörde nun eine Unterlassungsverfügung gegen das Glücksspielunternehmen Gammix Limited, das zahlreiche erfolgreiche Online Casinos betreibt. Aber welche Konsequenzen drohen dem Unternehmen, wenn das Angebot nicht umgehend eingestellt wird?

Wöchentliches Zwangsgeld von ca. 1,5 Millionen Euro

Die niederländische Glücksspielbehörde KSA versteht im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel schon lange keinen Spaß mehr. Wie die Behörde Anfang des Monats in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gegeben hat, wurde gegen das Unternehmen Gammix Limited eine Unterlassungsverfügung erlassen. Das bedeutet, dass die Firma aufgefordert wurde, alle illegalen Glücksspielangebote in den Niederlanden umgehend zu deaktivieren.

Sollte sich die Gammix Limited nicht an die Aufforderung halten, droht die KSA mit einem empfindlichen Zwangsgeld. Dieses beträgt laut der Pressemitteilung wöchentlich 1,48 Millionen Euro. Insgesamt könnte sich die angedrohte Geldstrafe auf bis zu 4,5 Millionen Euro summieren. Das dürfte selbst dem erfolgsverwöhnten Unternehmen Gammix wehtun.

Die Gammix Ltd. hat ihren Geschäftssitz in der Spinola Road in der maltesischen Stadt St. Julians. Gammix verfügt über eine gültige Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA) und betreibt unter anderem die Online Casinos Locowin, Zinkra, Cashi Mashi, Rant, Stake7 und Simsino.

KSA: Gammix Ltd. hat in den Niederlanden keine Lizenz

Die niederländische Kansspelautoriteit vertritt den Standpunkt, dass die Gammix Ltd. über keine gültige Glücksspiellizenz in den Niederlanden verfügt. Die vorliegende EU-Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA) sei demnach nicht ausreichend. Das derzeitige Angebot stelle einen klaren Verstoß gegen das niederländische Glücksspielgesetz dar. Nichtsdestotrotz hat die Gammix Ltd. natürlich die Möglichkeit, die Entscheidung der KSA gerichtlich überprüfen zu lassen. Ob Gammix es allerdings tatsächlich auf einen teuren Rechtsstreit ankommen lässt oder stattdessen das Angebot in den Niederlanden lieber abstellt, bleibt abzuwarten. Bereits vor einigen Monaten berichteten wir darüber, dass Online Casinos in den Niederlanden die Spielerschutzmaßnahmen ausreizen.

Bereits im März dieses Jahres habe die Glücksspielbehörde verschiedene Plattformen überprüft, die von der Gammix Ltd. betrieben werden. Dabei wurden mehrere Verstöße festgestellt. Hierbei handelt es sich unter anderem um die Online Casinos Nordslot und Rant. Bereits vor ziemlich genau einem Jahr berichteten wir darüber, dass die KSA eine Geldstrafe von 500.000 Euro gegen ein MGA-Casino verhängt hat.

Ist das Angebot von Gammix nicht fair?

Die niederländische Glücksspielbehörde beklagt, dass sie nicht überprüfen könne, ob die Gammix Ltd. faire Glücksspielangebote bereitstellt. Auch sei eine Kontrolle der Spielsuchtprävention und weiterer Maßnahmen zum Spielerschutz kaum bis überhaupt nicht möglich gewesen bzw. gewährleistet. Demnach könnten niederländische Spielerinnen und Spieler durch die Online-Angebote von Gammix gefährdet werden. So die Argumentation der KSA.

In den Niederlanden wurde das Online-Glücksspiel ähnlich wie in Deutschland unter strengen Voraussetzungen am 1. Oktober 2021 legalisiert. Seitdem ist auch der Kontrolldruck spürbar angestiegen, sodass immer mehr Online Casinos Probleme mit der Glücksspielbehörde bekommen. Im August vergangenen Jahres berichteten wir zum Beispiel darüber, dass die Niederlande Fremdsperren für Glücksspiel eingeführt hat.

Fazit

Die niederländische Glücksspielbehörde KSA greift hart gegen vermeintlich illegale Glücksspielangebote durch. Nun hat es auch die branchenweit bekannte Gammix Ltd. getroffen. Sollten die Online Casinos des Unternehmens weiterhin für niederländische Gambler erreichbar sein, dann droht der Gammix Ltd. ein wöchentliches Zwangsgeld in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro. Man darf gespannt sein, ob Gammix sein Angebot in den Niederlanden nun einstellen oder gerichtlich gegen die Entscheidung der Glücksspielbehörde vorgehen wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/stadt-kanal-amsterdam-touristen-4388160/

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