Eine kriminelle Bande muss sich derzeit vor dem Landgericht München verantworten. Den Männern wird vorgeworfen, in verschiedenen Gaststätten und Spielhallen im Raum Fürstenfeldbruck Spielautomaten technisch manipuliert zu haben. Dadurch soll ein immenser Schaden entstanden sein. Aber wie ist den Männern das gelungen und welche Strafe haben sie nun zu erwarten?

Erst Ende März dieses Jahres berichteten wir darüber, dass eine Bande in Dresden Spielautomaten manipuliert und daraufhin abgeräumt hat. In einem aktuellen Fall wird fünf türkischstämmigen Männern ebenfalls vorgeworfen, Spielautomaten technisch manipuliert zu haben. Nun müssen sich die Männer vor dem Landgericht München ll für ihre Taten verantworten.

Beute summiert sich auf über 500.000 Euro

Im Zeitraum von über einem Jahr sollen die Angeklagten in unterschiedlicher Zusammensetzung verschiedene Spielautomaten im Raum Fürstenfeldbruck manipuliert haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen drei der fünf Männer ihre erste Tat bereits am 25. Mai 2019 begangen haben. Zur Festnahme kam es erst über ein Jahr später, am 18. September 2020. Im Laufe dieser Zeit soll durch das Knacken der Spielautomaten insgesamt ein Schaden in Höhe von mehr als einer halben Million Euro entstanden sein. Allein in einer Spielhalle in Bruck sollen die Männer insgesamt 189 Mal zugeschlagen haben und insgesamt etwa 280.000 Euro erbeutet haben. Weitere Tatorte waren unter anderem eine Spielhalle in München (Schaden: 5.770 Euro) sowie eine Lokalität in Olching (Schaden: 28.000 Euro).

Die kriminelle Bande verfügte dabei augenscheinlich über viel Insider-Wissen. So sollen die Männer nämlich mehrere elektronische, mechanische und magnetische Einwirkungen so miteinander kombiniert haben, dass die jeweilige Steuerungssoftware der Spielautomaten in jedem Fall eine unberechtigte Auszahlung von Bargeld veranlasste. Zu diesem Zweck haben die beiden technisch versierten Männer der Gruppe unter anderem selbst gebastelte Werkzeuge wie Schraubenzieher, Drähte, Bohrer oder Keile eingesetzt.

Zusätzlich haben die Männer bei ihren Taten wohl unbefugt die individuellen PIN-Nummern der Automatenaufsteller benutzt. Folglich war ihr Spiel am Automaten kein Glücksspiel mehr, sondern schlichtweg Betrug. In einem anderen Fall berichteten wir im April dieses Jahres von einem Rentner-Trio, das mit einer manipulierten Roulettekugel ebenfalls beträchtliche Beute hätte erwirtschaften können.  

Tatvorwurf: Computerbetrug

Die Staatsanwaltschaft wirft dem kriminellen Quintett Computerbetrug vor. Bei den Angeklagten handelt es sich um Männer im Alter von 28, 30, 47, 50 und 55 Jahren. Nachdem es sich zu Beginn lediglich um drei Personen gehandelt hat, wuchs die Gruppe im Laufe der Zeit auf insgesamt fünf Mitglieder an. Die Bande soll unter anderem auch Spielhallen-Mitarbeitern Geld geboten haben, damit sie beispielsweise Dienstpläne zur Verfügung stellen oder bei den Taten nicht eingreifen. Gegen einige der Mitarbeitenden wird nun in separaten Verfahren ermittelt. Die Bande flog ebenfalls auf, als ein Spielhallen-Betreiber misstrauisch wurde und die Männer im Sommer 2020 anzeigte.

Fazit

Bislang hat das Landgericht München II in diesem Fall noch kein Urteil gesprochen. Im Laufe der Verhandlung wurde aber bereits über mögliche Strafandrohungen für die Männer gesprochen. So war für die beiden älteren Männer im Alter von 50 bzw. 55 Jahren eine Haftstrafe von vier Jahren im Gespräch. Für den 30-jährigen Mann käme demnach eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren in Betracht. Für den Prozess sind noch weitere Verhandlungstage angesetzt.

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