Bereits vor rund zwei Wochen berichtete der Bayerische Rundfunk von drei „Casino-Gaunern“, die eine ferngesteuerte Roulettekugel in der Absicht gebaut haben sollen, diese betrügerisch einzusetzen. Für diese Vorbereitungshandlung wurden die drei älteren Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren nun verurteilt. Aber wie hoch ist die Strafe ausgefallen und hätte die manipulierte Roulettekugel in der Spielbank tatsächlich funktioniert?

Erst vor wenigen Tagen berichteten wir von einem Fall aus Dresden, bei dem mehrere Männer Spielautomaten manipulierten und dadurch über 18.000 Euro erlangten. In einem etwas anders gelagerten Fall mussten sich nun drei Rentner vor dem Amtsgericht Weiden dafür verantworten, dass sie eine manipulierte Roulettekugel entwickelt haben. Noch bevor die ferngesteuerte Roulettekugel jedoch zum Einsatz kommen konnte, flog der Betrug auf. Das „Rentner-Trio“ landete erst in Untersuchungshaft und nun vor rund zwei Wochen vor Gericht.

Wie hätte die manipulierte Roulettekugel funktionieren sollen?

Das Ziel des kriminellen Trios soll darin bestanden haben, in verschiedenen Casinos mehrere Hunderttausend Euro zu ergaunern. Dazu haben sie eine Roulettekugel so manipuliert, dass sie über einen Vibrationsmotor mit Akku und Ladeeinheit verfügt. Die ferngesteuerte Roulettekugel hat einen Durchmesser von 21 Millimeter. Über einen längeren Zeitraum sollen sich die Männer über das Vorhaben intensiv ausgetauscht und dabei deutlich ihre Bereitschaft geäußert haben, die Kugel in betrügerischer Absicht in Spielbanken einzusetzen.

Überraschend an dem Fall ist jedoch, dass die aufwendig manipulierte Roulettekugel wohl niemals zum Einsatz gekommen ist. Das „Rentner-Trio“ hat also mit der betrügerischen Masche keinen Cent einnehmen können. Fraglich bleibt jedoch, warum die Männer im Alter von 60, 66 und 70 Jahren überhaupt der Polizei ins Netz gegangen sind, wenn noch überhaupt kein Betrug stattgefunden hat.

Ausländische Behörden entschlüsselten Messenger

Aufgeflogen ist die kriminelle Gruppe eher zufällig: Französischen Behörden ist es bereits vor etwa zwei Jahren gelungen, einen speziellen Messenger zu entschlüsseln, worüber auch das „Rentner-Trio“ kommuniziert haben soll. Es folgten mehrere Telekommunikationsüberwachungen und schließlich ein Zugriff der deutschen Polizei, da befürchtet wurde, dass die manipulierte Roulettekugel unentdeckt in ausländischen Casinos zum Einsatz kommen könnte.

Am 16. März 2022 hat das Amtsgericht Weiden dann insgesamt vier Personen zu Haftstrafen zwischen einem und zwei Jahren verurteilt. Bei der vierten Person handelt es sich um einen 32-jährigen Sohn des ältesten Angeklagten. Verurteilt wurden alle vier Männer wegen „Anbahnung eines Verbrechens des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs“. Zur Freude der vier Männer wurden alle Strafen zur Bewährung ausgesetzt.

Selbstversuch mit überraschendem Ergebnis

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens hat ein Kommissar der Kripo Weiden gemeinsam mit zwei Staatsanwälten, einer Casino-Chefin der Spielbank Bad Wiessee und ihrem Sicherheitschef die manipulierte Roulettekugel auf Funktionstüchtigkeit überprüft. Das Ergebnis: Die ferngesteuerte Roulettekugel hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit funktioniert und dazu geführt, dass die Täter die nächste Zahl jeweils beliebig bestimmen hätten können. Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen in Spielbanken wäre es dem „Rentner-Trio“ also wohl gelungen, hohe Beute zu erspielen.

Fazit

Es ist schon durchaus beeindruckend, dass es dem „Rentner-Trio“ gelungen ist, eine Roulettekugel so zu manipulieren, dass sie ohne aufzufallen in deutschen Casinos hätte verwendet werden können. Es ist lediglich dem Zufall zu verdanken, dass die Männer noch vor der ersten Tatausführung geschnappt wurden und nun für ihre Vorbereitungshandlungen verurteilt werden konnten. Die „Casino-Gauner“ waren also kurz davor, einen Coup à la Filmen wie „Ocean's Eleven“ in deutschen Casinos durchzuführen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/spiel-glück-casino-spielbank-839033/

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