Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass es in Liechtenstein nun sechs Casinos für nur rund 40.000 Einwohner gibt. Wie kürzlich bekannt wurde, hat eines dieser sechs Casinos nun schon wieder geschlossen. Im Liechtensteiner Casino 96 in Balzers gingen bereits am 11. Juli die Lichter aus. Waren es doch zu viele Casinos für den EU-Zwergenstaat?

Vor etwas über einem Jahr stellten wir uns in einem bei uns veröffentlichten Artikel die Frage, ob Liechtenstein mittlerweile das Las Vegas von Europa ist. Innerhalb weniger Jahre haben hier mehrere Spielstätten eröffnet. Ist der Hype bereits wieder vorbei? Wie nun bekannt wurde, hat eines der zuletzt sechs Casinos bereits wieder geschlossen. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung der Casinos Austria International Holding GmbH hervor.

CAI: Fokus auf das Casino Schaanwald

Wie die Casinos Austria International Holding GmbH bekannt gab, hat das Casino 96 in Balzers bereits am 11. Juli seine Pforten geschlossen. Die Betreiber beabsichtigen stattdessen, sich ab sofort vordergründig auf das nahe gelegene Casino Schaanwald zu fokussieren. Folglich wolle man sich nicht selbst Konkurrenz machen, sondern dem Casino Schaanwald zu mehr Stabilität verhelfen, indem man den Standort in Balzers schließt.

Das geschlossene Casino 96 befand sich am Standort in der Fabrikstraße 4 in 9496 Balzers und hat den Gästen eine Mischung aus Spielautomaten und Tischspielen geboten. Auf der Website von Casino 96 empfiehlt man stattdessen einen Besuch im Casino Schaanwald am Standort in der Voralbergerstraße 210 in 9486 Schaanwald. Das Casino ist täglich von 11 Uhr in der Früh bis um 4 Uhr in der Nacht geöffnet.

Viele Mitarbeiter sollen im Casino Schaanwald übernommen werden

Die CAI hat einem Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung im Casino Schaanwald anbieten können. Nur ein geringer Teil der Belegschaft hätte demnach entlassen werden müssen. Die betreffenden Mitarbeitenden wolle man jedoch bei einer entsprechenden „neuen beruflichen Ausrichtung“ unterstützen.

Erst Ende Mai dieses Jahres berichteten wir über die Eröffnung des sechsten Casinos in Liechtenstein. Seitdem das Casino Maximus in Schaan seine Pforten öffnete, gab es also statistisch gesehen pro 6.700 Einwohner in Liechtenstein ein Casino - rekordverdächtig.  

Regierung will Casino-Boom in Liechtenstein beenden  

Das inoffizielle Ziel der Regierung besteht darin, den Glücksspiel-Boom im Land weitestgehend zu beenden. Nachdem innerhalb weniger Jahre immer mehr Spielstätten eröffneten, sah man sich mit vielen neuen Problemen konfrontiert. Auch bei der Liechtensteiner Bevölkerung stießen die insgesamt sechs Casinos zuletzt nur auf wenig Gegenliebe.

Anfang dieses Jahres ist in Liechtenstein außerdem eine neue Spielbankenordnung in Kraft getreten. Seitdem haben die Casinos in Liechtenstein deutlich höhere Steuerabgaben vorzunehmen. Darüber hinaus wurde das Verhältnis zwischen Spieltischen und Automaten angepasst. Während die Quote hier zuletzt noch 1:20 betrug, ist jetzt nur noch eine Quote von 1:15 erlaubt. Folglich wird es für die Betreiber gewissermaßen weniger attraktiv, ein Casino in Liechtenstein zu betreiben.

Das zuständige Amt für Volkswirtschaft in Liechtenstein hat bislang insgesamt sechs Casino-Lizenzen erteilt. Aktuell befinden sich drei weitere Anträge an den Standorten Schaan, Verduz und Eschen in der Bearbeitung. Unklar bleibt bislang, welche Auswirkungen die geänderten gesetzlichen Vorgaben auf die noch in der Bearbeitung befindlichen Anträge haben.

Fazit

Nachdem erst vor wenigen Monaten das sechste Casino in Liechtenstein eröffnete, schließt nun bereits die erste Spielstätte im Ort Balzers wieder. Zwar lässt sich daran bisher noch keine Tendenz ableiten, ob der Casino-Boom im Land schon wieder vorbei ist. Fakt ist aber, dass die Bedingungen für die Betreiber seit dem Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Vorgaben am 1. Januar 2022 spürbar weniger attraktiv werden.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/liechtenstein-stadt-architektur-176116/

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