Wie vor einigen Tagen bekannt wurde, plant der Glücksspielkonzern Flutter Entertainment die Einführung einer monatlichen Verlustgrenze für junge Gambler. Demnach soll für alle Spielerinnen und Spieler unter 25 Jahren ein monatliches Einzahlungs- bzw. Verlustlimit von 500 Euro oder 500 GBP gelten. Aber wie sinnvoll ist eine solch pauschale Verlustgrenze für U25-Spieler?

Erst Anfang dieses Jahres berichteten wir über die Millionenspenden für die Spielsuchthilfe BeGambleAware. Hier führte die Flutter Entertainment plc die Liste der großzügigsten Spender an. Wie das Wirtschaftsportal MarketScreener nun vor einigen Tagen berichtete, plant der Glücksspielkonzern die Einführung einer Verlustgrenze in Höhe von 500 Euro pro Spieler und Monat.

Flutter Entertainment will jüngere Kunden schützen

Um seine jungen Spieler im Alter von bis zu 25 Jahren besser vor den Gefahren des Glücksspiels schützen zu können, soll die 500 Euro-Verlustgrenze eingeführt werden. Der irische Glücksspielkonzern hat ohne staatliche Verpflichtung freiwillig eine solche Richtlinie auf den Weg gebracht. Diese soll für alle Spieler unter 25 Jahren in Großbritannien und Irland gelten. Unter anderem gehören Betfair, Paddy Power und Sky Betting & Gaming zur Flutter Entertainment plc. Die neue 500 Euro-Verlustgrenze wird bei diesen und weiteren Marken des Unternehmens automatisch eingeführt. Geplant ist, dass die Verlustgrenze ab Ende 2021 oder Anfang 2022 in Kraft tritt.

Trotzdem haben junge Spieler unter bestimmten Umständen dann noch die Möglichkeit, mehr Geld einzusetzen. Dazu müssen sie der Flutter Entertainment plc allerdings entsprechende Einkommensnachweise vorlegen können, aus denen hervorgeht, dass sie sich höhere Einzahlungen und Verluste auch leisten können. Bislang gibt es noch kein anderes Glücksspielunternehmen, welches für seine Kunden pauschale Einsatz- bzw. Verlustlimits auf freiwilliger Basis einführt.

Flutter Entertainment ist ein börsennotierter Glücksspielkonzern mit über 9.000 Mitarbeitern. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden GBP. Den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Flutter Entertainment dabei im Vereinigten Königreich, in Irland und in Australien. Der Hauptsitz befindet sich in der irischen Hauptstadt Dublin.

Sind jüngere Menschen wirklich risikobereiter?

Der Glücksspielgigant begründet diesen Schritt damit, dass jüngere Menschen grundsätzlich risikobereiter sind. Aus demselben Grund sind Kfz-Versicherungen für junge Menschen in der Regel teurer, da diese aufgrund der hohen Risikobereitschaft mehr Unfälle verursachen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in einer unternehmensinternen Umfrage herausgekommen ist, dass 78 % der befragten 18- bis 24-Jährigen die Einführung einer solchen Verlustgrenze befürwortet haben.

Neben der Einführung der 500 Euro-Verlustgrenze gibt es weitere Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass junge Menschen in Zukunft besser geschützt werden. Unter anderem soll auch die Software AdTech zum Einsatz kommen, um zu verhindern, dass Menschen unter 25 Jahren im Internet Glücksspielwerbung angezeigt wird.

Fazit

Schon bald wird der Glücksspielriese Flutter Entertainment eine pauschale Verlustgrenze in Höhe von 500 Euro, respektive 500 GBP für junge Spieler einführen. Unter strengen Voraussetzungen sind Ausnahmen jedoch möglich, sodass vermögende Spielerinnen und Spieler weiterhin höhere Einzahlungen vornehmen können. Flutter Entertainment will das Glücksspiel für junge Menschen sicherer machen, da diese tendenziell risikobereiter sind als ältere Menschen. Man darf gespannt sein, wann die Verlustgrenze tatsächlich eingeführt wird und ob Ausnahmen vom Anbieter großzügig genehmigt werden oder nicht. Fakt ist, dass sich die große Mehrheit der U25-Spieler ohnehin keinen monatlichen Verlust im Glücksspiel in Höhe von 500 Euro oder GBP pro Monat leisten kann.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/dollar-währung-geld-us-dollar-499481/

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