Der sogenannte Panikknopf soll dem Spielerschutz dienen. Wer in Deutschland eine Glücksspiellizenz beantragt, muss diesen Panikknopf gut sichtbar auf seiner Plattform platzieren. Aber wie sinnvoll und effektiv ist dieser „Alarmknopf“ in der Praxis? Und halten sich die Online Spielotheken überhaupt an die Vorgabe, diesen Kopf anzuzeigen?

Bereits mehrfach berichteten wir in der Vergangenheit über die Neuerungen, die der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) mit sich gebracht hat. Bislang unerwähnt geblieben ist der sogenannte Panikknopf. Darum möchten wir heute unsere Aufmerksamkeit eben diesem Panikknopf widmen.   

Wie funktioniert der Panikknopf beim Online-Glücksspiel?

Das Ziel des Gesetzgebers besteht darin, die Spielerinnen und Spieler bestmöglich vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen. Aus diesem Grund hat man sich überlegt, von den Anbietern die Integration eines Panikknopfes zu fordern. Dieser soll sicherstellen, dass ein Spieler in einer kritischen Spielsituation mit nur einem Klick seine „Session“ beenden kann und geschützt wird. Der Panikknopf wird in den Leitlinien der Bundesländer sogar legal definiert. Demnach versteht man hierunter „die Einrichtung einer auf die Domain bezogenen 24 Stunden-Sperre“.

Der Panikknopf ist überall dort dauerhaft anzuzeigen, wo eine Spielteilnahme möglich ist. Das bedeutet, dass beispielsweise bei jedem virtuellen Spielautomaten der Button an irgendeiner Position präsent angezeigt werden muss. Wer den Button betätigt, muss sofort gesperrt werden. Eine Bestätigung der gewünschten 24-Stunden-Sperre soll gerade nicht erfolgen, damit es sich der Spieler nicht noch einmal anders überlegt. Grundsätzlich ist es so, dass die temporäre Sperre nach Beendigung der Zeitspanne automatisch endet, sodass der Spieler wieder weiterspielen kann.

Einmal verklickt – und vorerst gesperrt

In der Vergangenheit berichteten uns zahlreiche Casino-Spieler von einer offensichtlich versehentlichen Spielsperre. Da ein einziger Mausklick reicht, um den Gambler für die nächsten 24 Stunden zu sperren, müssen diese ab sofort besonders vorsichtig sein, wenn sie auf der Plattform unterwegs sind. Vor allem auf dem Smartphone kann es aufgrund des kleineren Bildschirms schnell passieren, dass man sich „verklickt“. In diesem Fall ist die „Spielsession“ leider direkt wieder vorbei. Das ist natürlich in vielen Fällen sehr ärgerlich.

Ein Blick in den neuen GlüStV zeigt, dass im § 8 einiges zur Spielersperre steht:

(1) Zum Schutz der Spieler und zur Bekämpfung der Glücksspielsucht sind die Spielbanken und die in § 10 Abs. 2 genannten Veranstalter verpflichtet, ein übergreifendes Sperrsystem zu unterhalten.
(2) Die zur Teilnahme am Sperrsystem verpflichteten Veranstalter sperren Personen, die dies beantragen (Selbstsperre) oder von denen sie aufgrund der Wahrnehmung ihres Personals oder aufgrund von Meldungen Dritter wissen oder aufgrund sonstiger tatsächlicher Anhaltspunkte annehmen müssen, dass sie spielsuchtgefährdet oder überschuldet sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen oder Spieleinsätze riskieren, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen oder Vermögen stehen (Fremdsperre).
(3) Die Sperre beträgt mindestens ein Jahr. Die Veranstalter teilen die Sperre dem betroffenen Spieler unverzüglich schriftlich mit.

 

Gilt die 24-Stunden-Sperre anbieterübergreifend?  

Zum aktuellen Zeitpunkt gilt die temporäre Spielersperre noch nicht anbieterübergreifend. Wer also bei Anbieter A den Panikknopf betätigt, wird auch nur hier für die nächsten 24-Stunden gesperrt. Er kann aber sehr wohl noch bei Anbieter B weiterspielen. Langfristig ist geplant, dass die Sperre anbieterübergreifend wirken soll. Eine Speicherung der personenbezogenen Daten soll bei der 24-Stunden-Sperre übrigens auch nur sehr begrenzt stattfinden.

Der Panikknopf wird aktuell von vielen Online Spielotheken zur Verfügung gestellt, die bereits eine deutsche Glücksspiellizenz beantragt haben. Andere Online Casinos mit EU-Lizenz aus Malta bieten einen solchen „Alarmknopf“ bislang in den meisten Fällen nicht an.

Fazit

Fakt ist, dass die neu eingeführte 24-Stunden-Spielsperre im Gegensatz zu vielen anderen Spielerschutzmaßnahmen eine gute Idee ist. Es handelt sich um ein effektives Mittel, um in kritischen Spielsituationen schnell den Spielabend beenden zu können. Allerdings besteht aufgrund der Tatsache, dass ein einziger Mausklick direkt zur Sperre führt, die Gefahr, dass sich so manch ein User schlichtweg „verklickt“ und dann nicht mehr weiterspielen kann. Letztendlich werden die nächsten Wochen und Monate zeigen, wie gut der Panikknopf funktioniert und ob es hier noch Anpassungsbedarf geben wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/schlösser-vorhängeschlösser-505878/

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