Eine Mitarbeiterin eines Reisebüros soll zwei ihrer Arbeitgeber und deren Kunden um einen hohen Geldbetrag betrogen haben. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf einen Betrag von knapp 630.000 US-Dollar. Das erlangte Geld habe sie zur Finanzierung ihrer Spielsucht verwendet.

Erst vor einiger Zeit berichteten wir über einen Fall, bei dem eine Hochzeitsplanerin mehrere Paare um Geld betrogen hat und dieses dann im Casino verspielte. Im aktuellen Fall hat eine australische Reisebüro-Mitarbeiterin zwei ihrer Arbeitgeber sowie deren Kunden um mehrere hunderttausend US-Dollar betrogen. Die Taten haben sich im Zeitraum zwischen April 2018 und September 2020 ereignet.

Knapp 630.000 US-Dollar im Online Casino verspielt

Die 58-jährige Mutter von zwei Kindern habe im Tatzeitraum insgesamt einen Betrag in Höhe von 628.598 US-Dollar von ihren Chefs und den Kunden abgezweigt. Das Geld stammt von stornierten Reisen und wurde unrechtmäßig auf das Konto der Angeklagten transferiert. Die ehemalige Reisekauffrau habe es bewusst unterlassen, den Kunden ihr Geld zurückzuerstatten. Das berichtete der Nachrichtensender ABC in einer aktuellen Meldung vom 5. September 2021.

Das unterschlagene Geld habe die Angeklagte zur Finanzierung ihrer Spielsucht verwendet. Aus diesem Grund habe sie auch die Geldbeträge wenig später im Online Casino eingezahlt. Dort habe sie das gesamte Geld verloren. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf 628.598 US-Dollar.

Angeklagte legt Geständnis ab

In diesen Tagen wird der Angeklagten vor dem Bezirksgericht des Bundesstaates Victoria der Prozess gemacht. Hier legte die 58-Jährige ein umfangreiches Geständnis ab und entschuldigte sich für ihre Taten:

„Ich möchte mich aufrichtig für den Diebstahl und die vielen Schmerzen, die ich verursacht habe, entschuldigen. Ich bin am Boden zerstört und bedauere den Vertrauensmissbrauch, die finanziellen Schwierigkeiten, die Sorgen und die Scham, die ich durch meine dummen, unrechtmäßigen Handlungen verursacht habe“.

Als ihre Spielsucht außer Kontrolle geraten ist, habe die Ex-Reisekauffrau zunächst versucht, mithilfe von Kurzzeitkrediten neues Geld zum Spielen zu beschaffen. Als das Geld nicht mehr ausgereicht hat, kam es zur Unterschlagung der Kundengelder. Insgesamt haben sich über die Zeit 522 Fälle summiert, in denen sie Geld nicht weitergeleitet hat.

Die 58-Jährige hat nach dem Bekanntwerden der Taten zunächst versucht, die geschädigten Kunden selbst zu besänftigen. Dazu hat sie mehrere Ratenzahlungen vereinbart. Insgesamt konnte sie jedoch lediglich 22.500 US-Dollar zurückzahlen, sodass der Rechtsweg unausweichlich war. In einem Artikel aus Juli dieses Jahres haben wir uns die Frage gestellt, wie sich Spielsucht erkennen und effektiv bekämpfen lässt.

Richter kritisiert Glücksspielbetreiber

Im aktuellen Gerichtsverfahren hat der Richter überraschenderweise vor allem die Betreiber der Online Casinos kritisiert. Seiner Meinung nach gebe es am Ende dieses Falls nur Opfer – mit Ausnahme der Casino-Betreiber. Bislang ist das Urteil in diesem Fall noch nicht verkündet. Die Angeklagte muss jedoch vor allem aufgrund der Schadenshöhe mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Fazit

Tatsächlich wird es am Ende dieses Falls nur Verlierer geben. Die Arbeitgeber und Kunden der Reisekauffrau haben einen Schaden in Höhe von mehreren hunderttausend US-Dollar erlitten. Die spielsüchtige Reisekauffrau hat das Geld auf direktem Weg im Online Casino verspielt und hatte dadurch keinen nennenswerten Vorteil. Nur die Betreiber der Online Casinos haben knapp 630.000 US-Dollar gewonnen. Man darf gespannt bleiben, wie hoch die Strafe für die 58-jährige Mutter letztendlich ausfallen wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/kamera-fotos-souvenir-fotografie-1130731/

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