Kurz vor der Pension gab es noch mal so richtig Stress für einen Firmenbesitzer in Sydney, Australien: Eine seiner Mitarbeiterinnen, die bereits mehrere Jahre im Unternehmen tätig war, hat ganze 3,7 Millionen australische Dollar von der Firma gestohlen und diese im Glücksspiel verzockt.

Es handelt sich um die satte Summe von 3,7 Millionen AUD, das sind umgerechnet rund 2,37 Millionen Euro, die eine Mitarbeiterin einer Firma im australischen Sydney, die mit dem Vertrieb von Farbspraydosen beschäftigt ist, abgezweigt hat. Was sie mit dem Geld angestellt hat? Der Millionenbetrag wurde an den Spielautomaten ausgegeben.

Greg Zeuscher, der Firmenbesitzer, der sich in den Ruhestand begeben wollte, kann die Handlung einer seiner langjährigen Mitarbeiterinnen, die als Buchhalterin bei ihm tätig war, nicht nachvollziehen. Er habe seinen Angestellten mehr Lohn bezahlt als sich selbst. Rund 750 AUD (circa 480 Euro) soll sie pro Woche verdient haben. Die Täterin kann sich also nur sehr unwahrscheinlich in Geldnot befunden haben. Dieser stehen nun harte rechtliche Folgen bevor: Wegen schwerem Betrug und Diebstahl ist diese zu viereinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt worden.

Kein Ruhestand und kein Firmenverkauf

Dieses Drama in der eigenen Firma kommt Greg Zeuscher nun besonders ungelegen, da er diese auch schon vor dem Ruhestand zum Verkauf geben wollte. Seit dem Jahr 2001 soll die Täterin immer wieder Geldbeträge entwendet haben. Durch die Fälschung von Rechnungen sind ihr die kriminellen Handlungen über Jahre hinweg gelungen und unentdeckt geblieben. Den potenziellen Käufern der Firma wären einige Ungereimtheiten schließlich bei Buchhaltungschecks aufgefallen. Dann kam die Täterin nicht mehr um ein Geständnis herum und der Betrugsfall flog auf. Von dem Bekanntwerden des Betrugs und Diebstahls waren die Kaufinteressenten aber auch schockiert und zogen ihr Angebot zurück. 

Danach kam es schon fast zu einem Domino-Effekt von unglücklichen Ereignissen für den Firmenbesitzer: Er musste Angestellte entlassen, einen Kredit aufnehmen, sein eigenes Grundstück verkaufen und dann selbst mieten und der Ruhestand musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, genauso wie der geplante Unternehmensverkauf, der durch den Finanzschaden schwieriger geworden ist. Der 75-Jährige arbeitet auch heute noch in seinem Unternehmen.

Die Spielstätten, bei denen die Angestellte den Millionenbetrag verspielt hat, zeigen sich nicht kooperativ und wollen den Verlust nicht ersetzen. Ein Automatensalon habe allerdings 235.000 AUD zurückgezahlt. Bei diesem Betrag handelt es sich um die Summe, die der Salon durch das gestohlene Geld eingenommen hat. Ob alle Spielstätten die Beträge, die durch kriminelle Handlungen im Glücksspiel eingesetzt wurden, ersetzen sollten, bleibt fraglich. Aber anscheinend gibt es einige Lücken in den Gesetzen, die die Salons nicht in rechtliche Pflicht begibt, solche Gelder zu erstatten. Hätten diese von den kriminellen Taten allerdings gewusst, so wären sie zu einer Rückzahlung verpflichtet. 

Es ist geplant, dass australische Gesetze solche Fälle in Zukunft konkreter thematisieren und die Gesetzeslücken geschlossen werden. Ein Gesetzesentwurf dazu wurde bereits beim Parlament eingereicht. 

 Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/vectors/geld-w%C3%A4hrung-dollar-k%C3%B6der-gesch%C3%A4ft-5530364/

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