Der Londoner High Court hat zum Vorteil eines Glücksspielers entschieden: Der Glücksspielkonzern Betfred muss den Gewinn eines Kunden in der Höhe von 1,7 Millionen britischen Pfund plus Zinsen auszahlen. Betfred hatte sich nämlich zuerst geweigert, die Auszahlung vorzunehmen.

Dem Rechtsstreit über eine Gewinnauszahlung in Millionenhöhe hat ein Gerichtsurteil des High Courts in London nun ein Ende gesetzt. Endlich. Dieser zog sich über ganze drei Jahre und muss eine große nervliche Belastung für den Betfred-Kunden gewesen sein, der doch nur seinen wohlverdienten Gewinn auf dem Konto sehen wollte.

Der britische Glücksspieler hatte es im Jahr 2018 in der mobilen Betfred-App geschafft, einen 1,7 Millionen GBP Jackpot zu knacken. Dass aus diesem erfreulichen Ereignis eine jahrelange Streitsache wurde, damit hat wohl niemand gerechnet. Bei dem glücklichen Gewinner handelt es sich um Andrew Green aus der britischen Grafschaft Lincolnshire, der beim Online-Blackjack im Spiel Frankie Dettori’s Magic Seven Blackjack den stolzen Jackpot von 1.722.923,54 Pfund gewonnen hat.

Angeblicher Softwarefehler

Die anfängliche Freude des Gewinns wurde aber sehr bald von der Enttäuschung über eine Fehlermeldung beim Versuch einer Gewinnauszahlung überschattet. Besonders bitter war zu dem Zeitpunkt, dass Herr Green voller Freude sein Konto, das ohnehin schon im Minusbereich war, gleich um circa 2500 GBP weiter überzogen hat. Er nahm natürlich an, das Konto durch seinen Gewinn zeitnah ins Plus befördern zu können. Aber nein, zu früh gefreut!

Es vergingen einige Tage und die Gewinnauszahlung blieb weiterhin aus, bis sich dann Betfred über einen Telefonanruf beim Gewinner gemeldet hat und meinte, dass der Jackpot-Gewinn leider ungültig sei. Angeblich gab es einen technischen Fehler, der die Gewinnmeldung fälschlicherweise angezeigt hat. Betfred erläuterte weiter, dass das Spiel von einem Zulieferer stammt, der wiederum einen Softwarefehler gemeldet hat. Unter diesen Umständen berief sich Betfred auf seine damaligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die es laut Betfred rechtfertigen, eine Auszahlung in dem Fall zu verweigern.

Trostpflaster in der Höhe von 60.000 GBP? 

Der Glücksspielanbieter zeigte sich aber nicht komplett unkooperativ und bot dem Jackpot-Gewinner eine Summe von 60.000 GBP als Trostpflaster an. 

60.000 GBP sehen im Vergleich zu einem Jackpot-Gewinn in der Höhe von knapp 2 Millionen GBP doch etwas mickrig aus und Herr Green gab sich mit diesem Wiedergutmachungsversuch nicht zufrieden. Im Frühjahr 2019 hat er dann eine Klage gegen Betfred auf 2 Millionen GBP inklusive Zinsen eingereicht.

Schlussendlich wurde ein Urteil zugunsten des Klägers gefällt: Die Berufung Betfreds auf seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen sei in diesem Fall dem Gericht nicht genug Argumentation, nicht fair genug formuliert und konkretisieren keinen Fall wie den von Herrn Green. 

Betfred fügt sich dem Urteil und wird keine Berufung einlegen und die Summe von 2 Millionen GBP wird an Herrn Green ausgezahlt. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/vectors/geld-us-dollar-dollar-w%C3%A4hrung-4166468/

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