Vor wenigen Tagen hat der global agierende Glücksspielkonzern Novomatic seinen Jahresfinanzbericht für das zurückliegende Jahr veröffentlicht. Wie dem Konzernabschluss zu entnehmen ist, erwirtschaftete die Novomatic AG im Jahr 2020 ein negatives Jahresergebnis von 262,8 Millionen Euro. Noch ein Jahr zuvor erreichte der österreichische Glücksspielkonzern einen Jahresgewinn in Höhe von 97,3 Millionen Euro.

Die aktuelle Ertragslage dürfte die Anteilseigner der österreichischen Novomatic AG keinesfalls zufriedenstellen. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Konzernumsatz um über 863 Millionen Euro auf nunmehr 1.743,6 Millionen Euro. Der Hauptgrund für die negative Entwicklung dürfte die weltweite Coronapandemie sein.

Novomatic erwirtschaftet dreistelligen Millionenverlust

Noch im Jahr 2019 durfte sich die Chefetage des global agierenden Glücksspielunternehmens über einen Gewinn in Höhe von 97,3 Millionen Euro freuen. Ein Jahr später sah das Jahresergebnis deutlich schlechter aus: 2020 musste der Konzern nämlich einen Verlust in Höhe von 262,8 Millionen Euro verkraften. Das ist ein prozentualer Rückgang von rund 370 Prozent.

Die Umsatzerlöse sanken derweil um etwas mehr als 33 Prozent auf 1.743,6 Millionen Euro im Jahr 2020. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2019 konnte die Novomatic AG einen Umsatz von 2.607,3 Millionen Euro verzeichnen. Parallel dazu reduzierten sich natürlich auch die Glücksspielabgaben und Wettgebühren von 312,3 Millionen im Jahr 2019 auf 214,8 Millionen Euro im Jahr 2020.

Schon im Vorwort des Vorstandes weisen die Verantwortlichen auf die aktuell schwierige Situation hin:

Der Ausbruch des Coronavirus Anfang des Jahres 2020 und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie stellten Unternehmen auf der ganzen Welt, so auch den NOVOMATIC AG-Konzern, vor große Herausforderungen und eine bisher präzedenzlose Situation.

Europäische Kernmärkte stark betroffen

Wie die Novomatic AG in ihrem Jahresfinanzbericht schreibt, resultiert der dramatische Umsatzrückgang aus nahezu allen Märkten. So sank der Umsatz zum Beispiel in Italien um 199,3 Millionen, in Deutschland um 174,4 Millionen und in Osteuropa um 142,4 Millionen Euro.

Auch in anderen Ländern wie Großbritannien (- 89,1 Millionen), Spanien (- 67,4 Millionen) oder in den Niederlanden (- 39,5 Millionen Euro) mussten herbe Umsatzrückgänge verkraftet werden. Die schlechte Umsatzentwicklung begründet die Novomatic in erster Linie mit den mehrmonatigen Spielhallen-Schließungen in vielen europäischen Ländern aufgrund der weltweiten Coronapandemie. Der gesamte Jahresfinanzbericht der Novomatic AG kann online hier abgerufen werden.

Novomatic AG: Kennzahlen zur Ertragslage

  • Jahresergebnis: -262,8 Millionen Euro
  • Umsatzrentabilität: -13,2 Prozent
  • Eigenkapitalrentabilität: -26,4 Prozent
  • Gesamtkapitalrentabilität: -6,0 Prozent

Quelle: Jahresfinanzbereich 2020 (Novomatic AG)

Um den starken Umsatzrückgang verkraften zu können, hat die Novomatic AG „konzernweit zahlreiche Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen getroffen“. Dadurch sei es gelungen, Kosten im dreistelligen Millionenbereich einzusparen. So konnte etwa beim Personal gespart werden: Während die Kosten hier 2019 noch 772,8 Millionen Euro betrugen, waren es 2020 nur noch 606,9 Millionen Euro. Dementsprechend sieht man sich für die Zukunft gut aufgestellt.

Die Novomatic AG ist ein 1980 gegründeter international agierender Glücksspielkonzern mit Sitz im österreichischen Gumpoldskirchen. Im Jahr 2019 beschäftigte die Unternehmensgruppe mehr als 22.000 Mitarbeiter. Aktuell ist der Konzern in über 70 Staaten tätig, wobei unter anderem Glücksspielgeräte vermietet, entwickelt und produziert werden bzw. darüber hinaus auch eigene Spielbanken betrieben werden.

Lichtblick: Online-Umsatz steigt um über 58 Millionen Euro

Die fast einzige erfreuliche Nachricht kommt aus dem Online-Bereich. Hier schaffte die Novomatic AG im zurückliegenden Jahr ein Umsatzplus in Höhe von 58,3 Millionen Euro. Der größte Umsatzrückgang war hingegen im Bereich der Automatenerlöse zu beklagen gewesen. Hier sank der Umsatz insgesamt um über 41 Prozent bzw. 524,8 Millionen Euro.

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2021 geht der österreichische Glücksspielkonzern wieder von einer Steigerung des Umsatzes aus. Sollten die Spielstätten auf den Kernmärkten wieder öffnen dürfen, wird mit einer zügigen Normalisierung der Umsätze gerechnet.

Novomatic besitzt etliche Tochterunternehmen

Die Novomatic AG verfügt über viele Tochterunternehmen und Beteiligungen. So gehört zum Beispiel die Spielbank Berlin GmbH & Co. KG ebenfalls zur Novomatic AG. Erst vor einiger Zeit hatten wir davon berichtet, dass am Kurfürstendamm in Berlin eine neue Spielbank eröffnet.

Auch die „Online-Marke“ Greentube gehört zum renommierten Novomatic-Konzern. Im vergangenen November haben wir berichtet, dass Greentube zurück auf den deutschen Online-Markt will und etwa beliebte Spielautomaten wie Book of Ra™ oder Lucky Lady’s Charm™ wieder online anbieten will. Weiterhin gehört etwa die Sportwetten-Marke Admiral Sportwetten GmbH sowie der Geldgewinnspielgerätehersteller Löwen Entertainment GmbH zur Novomatic-Gruppe.

Novomatic verfügt über zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen (Auszug):

  • Novomatic AG
  • Admiral Casinos & Entertainment AG
  • Admiral Sportwetten GmbH
  • Greentube Internet Entertainment Solutions GmbH
  • Löwen Entertainment GmbH
  • Spielbank Berlin GmbH & Co. KG

 

Fazit

Das zurückliegende Jahr 2020 stellte die Novomatic AG vor enorme Herausforderungen. Im Ergebnis musste der Konzern trotz Kosteneinsparungen im dreistelligen Millionenbereich ein negatives Jahresergebnis in Höhe von über 260 Millionen Euro verkraften. Der Umsatz sank in diesem Zeitraum um rund 33 Prozent von etwas mehr als 2,6 Milliarden auf ca. 1,743 Milliarden Euro. Man darf gespannt sein, ob die Spielhallen in den relevanten Kernmärkten bald wieder öffnen dürfen und dementsprechend wieder Einnahmen generiert werden können.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/illustrations/finanzkrise-börse-tendenz-symbol-544944/

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