Wie das US-Magazin Las Vegas Review-Journal unter Berufung auf interne Gerichtsdokumente berichtet, wurde der jahrelange „Casino-Trinkgeldstreit“ zwischen dem Wynn-Casino und seinen Croupiers nun endlich beigelegt. Demnach habe sich die Wynn Resorts Ltd. im Rahmen eines Vergleiches bereit erklärt, einen Betrag in Höhe von 5,6 Millionen US-Dollar an seine Croupiers auszuzahlen. Aber wie konnte es überhaupt zu diesem Trinkgeldstreit in Millionenhöhe kommen?

Nach etwa 15 Jahren endet der legendäre „Trinkgeldstreit“ zwischen der Wynn Resorts Ltd. und seinen ehemaligen und aktuellen Croupiers in einem versöhnlichen Vergleich. Das Unternehmen erklärte sich bereit, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 5,6 Millionen US-Dollar (ca. 4,8 Millionen Euro) zu entschädigen. Vorausgegangen war ein zäher juristischer Streit, bei der die Verfahrensweise mit Trinkgeldern im Konzern kritisiert wurde.

Streit zwischen Croupiers und Glücksspielbetreiber beigelegt

Es hat zwar rund 15 Jahre gedauert, aber am Ende schienen trotzdem alle Beteiligten zufrieden zu sein. Jahrelang hatte das Wynn Resorts zuvor von seinen Croupiers gefordert, Trinkgelder mit den Vorgesetzten zu teilen. Der Grund: Der damalige Gründer des Hauses, Steve Wynn, hatte befürchtet, dass die Position des Vorgesetzten finanziell nicht attraktiv genug sein würde. Diese erhalten nämlich im Gegensatz zu den am Tisch tätigen Croupiers in der Regel kein Trinkgeld. Um hier Fairness zu schaffen, beschloss der Gründer, dass alle Trinkgelder zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten geteilt werden.

Regelmäßig würden Croupiers nämlich attraktive Trinkgelder erhalten, was dazu führen könnte, dass die Rolle des Vorgesetzten finanziell unattraktiv wäre, da als „einfacher“ Dealer schlichtweg mehr verdient werden konnte. Allerdings stieß der Vorstoß des Unternehmensgründers bei den Croupiers auf wenig Gegenliebe. Sie strengten daraufhin einen juristischen Streit an und forderten die Auszahlung aller Trinkgeldeinnahmen.

Das Wynn Las Vegas ist ein bekanntes Hotel mit Casino am Las Vegas Strip. Benannt wurde das Resort mit über 2.700 Zimmern nach dem Immobilienmogul Steve Wynn. Die Baukosten des 2005 eröffneten Resorts betrugen etwa 2,7 Milliarden US-Dollar. Neben einem 10.200 Quadratmeter großen Casino gibt es einen 12.000 Quadratmeter großen See sowie 18 Restaurants und Bars. Unmittelbar neben dem Wynn-Komplex wurde 2008 das „Encore Suites at Wynn Las Vegas“ eröffnet.

1.000 Dealer teilen sich rund 5,6 Millionen US-Dollar

Das Las Vegas Review-Journal hat vor einigen Tagen berichtet, dass der U.S. District Court in Nevada der Einigung bereits zugestimmt hat. Demnach würden etwa 1.000 aktuelle und ehemalige Dealer des Hauses einen Betrag in Höhe von insgesamt 5,6 Millionen US-Dollar erhalten. Durchschnittlich würde also jeder Wynn-Croupier einen Betrag von 5.600 US-Dollar ausgezahlt erhalten. Allerdings sind im „Mammut-Prozess“ inzwischen Anwaltskosten in Höhe von etwa 1,4 Millionen US-Dollar entstanden. Außerdem müssen weitere Kosten gedeckt werden, sodass letztendlich jedem Croupier noch eine Entschädigungssumme von rund 4.150 US-Dollar übrig bleibt.

Die Idee des „Casinomoguls“, Trinkgelder mit den Vorgesetzten zu teilen, war wohl von Anfang an gut gemeint. Der Konzern betonte, dass sich die vorgesetzten Teamleiter ebenfalls intensiv um die Spielerinnen und Spieler gekümmert hätten und eine Trinkgeldbeteiligung deshalb fair sei. Allerdings hätte Wynn die Vergütung der Teamleiter auch von Anfang an entsprechend hoch ansetzen können, um einen solchen „Trinkgeldstreit“ zu verhindern.

Schlechter Stundenlohn für Wynn-Dealer

Nicht nur in den Casinos in Las Vegas erhalten die Dealer einen vergleichsweise niedrigen Stundenlohn. Wynn-Dealer berichteten in der Vergangenheit von einer Vergütung in Höhe von 5 bis 8,75 US-Dollar pro Stunde. Man sei deshalb schon immer auf hohe Trinkgeldauszahlungen der Spielerinnen und Spieler angewiesen gewesen. Ähnlich verhält es sich in Amerika bei Servicekräften, die teilweise noch weniger verdienen und dementsprechend auch auf großzügige Trinkgelder angewiesen sind.

In Anbetracht dieser Umstände erscheint die Entschädigungssumme von etwas mehr als 4.000 US-Dollar pro Mitarbeiter nicht besonders hoch zu sein. So hat bereits im Jahr 2018 eine der Klägerinnen vorgerechnet, dass sie während ihrer 13-jährigen Tätigkeit wohl auf etwa 150.000 US-Dollar an Trinkgeldern verzichten musste, welches sie ungewollt mit Vorgesetzten geteilt habe.

Fazit

Der Casinobetreiber Wynn entschädigt knapp 1.000 ehemalige und aktuelle Dealer mit einem Betrag von insgesamt 5,6 Millionen US-Dollar. Damit findet ein 15 Jahre andauernder Rechtsstreit endlich sein Ende. Ein Wynn-Sprecher äußerte sich zufrieden: „Wir freuen uns, dass alle Parteien zusammengearbeitet haben, um eine Lösung zu finden und diese Angelegenheit zu einem zufriedenstellenden Abschluss zu bringen“. So manch ein Croupier hätte sich aber wohl einen höheren Entschädigungsbetrag gewünscht.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/hotel-las-vegas-streifen-841397/

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