In Großbritannien sollen strengere Bonitätsprüfungen dazu führen, dass die Spielerinnen und Spieler besser vor den Gefahren des Glücksspiels geschützt werden. Jeder soll nur so viel Geld verspielen können, wie er nachweislich übrig hat. Wie eine aktuelle Umfrage eines TV-Senders ergeben hat, kritisieren jedoch viele britische Gambler das geplante Vorgehen.

Schon bald könnten britische Glücksspielanbieter gezwungen sein, strenge Bonitätsprüfungen bei ihren Mitgliedern durchzuführen. Im Grunde genommen geht es darum, dass jeder einzelne Spieler durch entsprechende Einkommensnachweise belegen kann, dass er oder sie es sich leisten kann, im jeweiligen finanziellen Rahmen am Glücksspiel teilzunehmen. Erst kürzlich berichteten wir darüber, was das Kreditkartenverbot im Glücksspiel in Großbritannien bewirkt hat.

Umfrage: 95 % gegen strenge Bonitätsprüfungen

Der britische TV-Sender Racing TV hat zu diesem Thema kürzlich eine Umfrage unter 2.000 Personen durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: 95 % der Befragten haben angegeben, dass sie ausdrücklich dagegen sind, wenn die Glücksspielanbieter einen Einblick in den eigenen Kontostand erhalten würden. Ebenso hat mit 88 % eine überwältigende Mehrheit angegeben, dass sich die britische Regierung nicht bei der Höhe der Spieleinsätze einmischen sollte.

Allerdings gaben zeitgleich 74 % der befragten Menschen an, dass sie Bonitätsprüfungen zumindest bei Spielerinnen und Spielern mit einem besonders hohen Spielsuchtrisiko befürworten würden. Darüber hinaus warnen 85 % der Befragten davor, dass eine derart strenge Bonitätsprüfung zumindest einen Teil der Gambler auf den Schwarzmarkt treiben könnte.

Der TV-Sender Racing TV resümiert, dass pauschale Bonitätsprüfungen sowie Einsatz-, Einzahlungs- sowie Verlustlimits wohl nicht die richtige Lösung sind, um Spielerinnen und Spieler langfristig vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen. Vielmehr sollten die gefährdeten Spielergruppen gezielt aufgeklärt werden und ihnen sollten entsprechende Hilfsangebote unterbreitet werden.

Die richtige Balance muss gefunden werden

Die Herausforderung besteht stets darin, die richtige Balance zwischen Freiheit und Schutz der Spieler zu finden. Natürlich müssen spielsuchtgefährdete Spielerinnen und Spieler bestmöglich vor den Gefahren des Glücksspiels geschützt werden. Allerdings ist es auch aus Sicht des britischen Glücksspielverbands Betting & Gaming Council (BGC) die falsche Lösung, derart strenge Bonitätsprüfungen für alle Gambler einzuführen. Die Gefahr, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Spieler auf den Schwarzmarkt ausweichen würde, ist einfach zu hoch. Besser wäre es, wenn die Glücksspielanbieter ihre modernen Technologien dazu nutzen würden, potenzielle Risikospieler besser identifizieren zu können, um diese gezielt und effektiv zu schützen. Erst vor wenigen Wochen berichteten wir übrigens darüber, dass britische Abgeordnete Glücksspielwerbung machen.

Fazit

Die Mehrheit der britischen Glücksspielfreunde hat sich in der aktuellen Umfrage gegen strenge Bonitätsprüfungen durch die Anbieter ausgesprochen. Vermutlich würden auch in Deutschland viele Spielerinnen und Spieler nicht damit einverstanden sein, wenn sie ihre Einkünfte und teilweise sogar ihre Kontostände offenlegen müssten, um am Glücksspiel teilnehmen zu können. Stattdessen sollten besser die potenziell gefährdeten Gambler besser geschützt werden. Ansonsten könnte letztendlich wieder nur der Schwarzmarkt profitieren.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/kamera-überwachung-sicherheit-1124585/

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