Erst vor wenigen Tagen wurde ein ehemaliger Sparkassenmitarbeiter wegen Betrugs zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Um seine Spielsucht zu finanzieren, hat der Ex-Kundenberater seine Kunden um etwa 460.000 Euro betrogen. Aber wie konnte der Bankberater über mehrere Jahre einen derart hohen Schaden anrichten?

Vor wenigen Tagen musste sich ein ehemaliger Bankangestellter vor dem Landgericht Kassel verantworten. Der einstige Kundenberater einer Sparkasse wurde vom Gericht letztendlich wegen Betrugs zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Zuvor soll der Mann über mehrere Jahre hinweg Kunden um insgesamt rund 460.000 Euro betrogen haben. Der Fall erinnert an den Fall eines Spielsüchtigen aus Dresden, der seine Freunde um 447.000 Euro betrogen hat. Wir haben erst Ende Dezember von dem Fall berichtet.

Bankmitarbeiter zweigt über fünf Jahre hinweg Kundengelder ab

Erschreckend an diesem Fall ist die Tatsache, dass es dem spielsüchtigen Bankmitarbeiter gelungen ist, über einen Zeitraum von fünf Jahren Gelder von Kunden abzuzweigen. Genauer gesagt hat der Mann zwischen 2014 und 2019 zum großen Teil älteren Kunden schlichtweg Geld vom Konto weggenommen, indem es entsprechend zu seinen Gunsten umgebucht wurde.

Zuvor hat der ehemalige Bankmitarbeiter seinen Kunden eine Goldanlage schmackhaft gemacht. Im späteren Verlauf hat er dann von den Kunden ausgestellte Vollmachten genutzt, um sich selbst unrechtmäßig Gelder zu überweisen. Eine seiner ehemaligen Kundinnen hat vor Gericht ausgesagt, dass sie ihrem Bankmitarbeiter voll und ganz vertraut habe.

Führte die berufliche Karriere den Bankmitarbeiter in die Spielsucht?

In seinem Geständnis vor dem Landgericht Kassel gab der Ex-Bankmitarbeiter an, dass der berufliche Druck aufgrund seiner Beförderung größer geworden ist. Aus diesem Grund habe er sich in das Glücksspiel geflüchtet, um einen Ausgleich zu haben. Hier sei er jedoch nicht wirklich erfolgreich gewesen, sodass er schnell sein gesamtes Vermögen verspielt habe. Im weiteren Verlauf habe er dann das Vermögen seiner Kunden genutzt, um es nach und nach beim Glücksspiel zu verlieren. Größtenteils setzte der Mann das Geld dabei für Sportwetten ein.

Einziehung der Taterträge plus Schadensersatz für die Bank

Das Landgericht Kassel verurteilte den geständigen 44-Jährigen letztendlich zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Damit blieb das Urteil unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von vier Jahren. Die Richterin sah beim Verurteilten nämlich spätestens ab September 2018 eine verminderte Schuldfähigkeit durch die Spielsucht sowie durch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Viel schmerzhafter dürfte für den Ex-Bankmitarbeiter jedoch der Umstand sein, dass die Taterträge in Höhe von 460.000 Euro vom Gericht eingezogen werden sollen. Angesichts der Tatsache, dass der Mann das Geld bereits längst verspielt hat, dürfte das schwierig werden. Des Weiteren wurde Medienberichten zufolge mit der Bank vor dem Arbeitsgericht Kassel ein Vergleich geschlossen. In diesem hat sich der Bankmitarbeiter verpflichtet, einen Schadensersatz in Höhe von 650.000 Euro zu leisten.

Fazit

Der spielsüchtige Ex-Kundenberater der Sparkasse hat nicht nur seinen Arbeitsplatz verloren, sondern muss auch noch für über zwei Jahre ins Gefängnis und der Bank zudem einen Schadensersatz von 650.000 Euro zahlen. Zudem sollen die Taterträge in Höhe von etwa 460.000 Euro gerichtlich eingezogen werden. Man kann dem 44-jährigen ehemaligen Bankmitarbeiter nur wünschen, dass er mittlerweile zumindest seine Spielsucht in den Griff bekommen hat, um nach der Zeit im Gefängnis ein neues bescheidenes Leben mit hohen Schulden anfangen zu können.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/sparschwein-schweinchen-sparkasse-143420/

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