Die Vermutungen, die sich im Februar verbreiteten, dass sich der kürzlich verstorbene Casino-Tycoon Sheldon Adelson für einen Käufer des Venetian Resort Las Vegas umsehen würde, haben sich nun bestätigt. Apollo Global Management und Vici Properties haben das Venetian und das Sands Expo and Convention Center für satte 6,25 Milliarden Dollar gekauft.

Wie in der Einleitung erwähnt: Verkaufsgerüchte einige zum Sands-Konzern gehörenden Glücksspieleinrichtungen gab es schon vor ein paar Wochen. Diese besagten, dass es Adelson kurz vor seinem Ableben in ernstere Erwägung gezogen hatte, das Venetian Resort Las Vegas zu verkaufen. Damals galten Hard Rock International und MGM Resorts als potenzielle Käufer. 

Kaum zwei Monate nach dem Tod von Adelson aufgrund einer langwierigen Krebserkrankung stellt sich dies nun etwas anders heraus, da die US-Investmentgesellschaften Apollo Global Management und Vici Properties das Venetian und das Sands Expo and Convention Center gekauft haben.

Der Casinobetreiber Las Vegas Sands zieht sich somit aus der Glücksspiel-Stadt Las Vegas zurück. Der Verkauf des Venetian muss bittersüß gewesen sein, denn dessen Entstehungsgeschichte ist eine ganz besondere: Inspiriert durch die Gondeln in Venedig während seiner Hochzeitsreise kam Adelson auf die Idee, ein Hotel Resort mit venezianischem Flair zu bauen. Noch im Jahr der Reise wurde das Luxushotel Venetian Resort Hotel errichtet.

Es handelt sich um einen Deal in Milliardenhöhe

Die Kaufsumme beläuft sich auf 6,25 Milliarden Dollar. Ein Betrag, der selbst für extrem gut aufgestellte Konzerne eine Hausnummer ist. Um die Summe, die für den Verkauf der Glücksspieleinrichtungen geforderte wurde, stemmen zu können, haben Vici Properties und Apollo Global Management gemeinsame Sache gemacht und sich darauf geeinigt, dass sie ungleiche Anteile an den Immobilien erwerben werden. Apollo bringt 2,25 Milliarden US-Dollar für den Kauf auf, davon werden 1,05 Milliarden bar auf den Tisch gelegt und 1,2 Milliarden werden mit Krediten fremdfinanziert. Vici zahlt ganze 4 Millionen US-Dollar aus seinen Cash-Rücklagen. 

Apollo Global Management ist fleißig dabei, sich im Bereich des Glücksspiels verstärkt zu etablieren. So hat das Finanzunternehmen im Jahr 2020 eine 12 % Beteiligung an SAZKA, einem tschechischen Glücksspielkonzern, dem auch zum Großteil Anteile an den Casinos Austria gehören, erworben. Im Buhlen um William Hill, dem bekannten Buchmacher aus Großbritannien, musste Apollo aber eine Niederlage gegen Caesars Entertainment einstecken. Der Konzern hatte 2,9 Milliarden US-Dollar für William Hill geboten. 

Welche Gründe stecken hinter dem Verkauf?

Mit dieser Veräußerung möchte das Sands-Management mehr Fokus auf seine Geschäfte in Asien legen, sich dort auf Reinvestitionen konzentrieren, sich aus dem Business in den USA eher zurücknehmen und Wachstumschancen in neuen Märkten verfolgen. Das Sands Macao und das Venetian Macao Resort Hotel sowie das Marina Bay Sands Hotel in Singapur zählen zu Adelsons Unternehmungen im asiatischen Raum. Die Casino Resorts in Macau und Singapur haben im Jahr 2020 deutlich zum wirtschaftlichen Erfolg von Las Vegas Sands beigetragen und für 79,5 % der Gesamteinnahmen des Konzerns gesorgt.

Unter Robert Goldstein, Nachfolger von Adelson und neuer CEO des Las Vegas Sands, könnte die Unternehmung möglicherweise auch bald neue Ufer betreten und das Terrain Online erkunden. Adelson war dafür bekannt, kein Fan, sondern eher Gegner des Online-Glücksspiels zu sein. Er war sich sehr wohl dessen geschäftliches Potenzial bewusst, entschied sich aber trotzdem dazu, sich vom Online-Glücksspiel aus ethischen Gründen abzuwenden. Vor allem die Spielsucht, die seiner Meinung nach durch Technologie nicht vermieden werden kann, machten ihm große Bedenken. 

Da Goldstein im Gegensatz zu Adelson die Ethik des Online-Glücksspiels nicht infrage stellt, könnte der Eintritt in den Online-Markt eine Option für den Konzern sein. Zwar liegen dazu keine tatsächlichen Entscheidungen und keine konkreten Pläne vor. Dennoch sind durch den Verkauf des Venetian und des Sands Expo and Convention Center nun ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, um zum Beispiel in den New Yorker Glücksspielmarkt einzutreten. Denn da sind Online-Sportwetten bereits erlaubt. Auch ein Eintritt in den texanischen Markt wäre eine Möglichkeit.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/las-vegas-venetian-hotel-kasino-4849984/

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