Das britische Ärzteblatt „The Lancet Public Health” veröffentlichte in diesen Tagen ein umstrittenes Statement zum Thema Glücksspiel. Nach Ansicht der Fachleute soll es sich beim Glücksspiel um eine Quelle von ernsten und weitreichenden Schäden handeln. Zudem sei Glücksspiel keine „gewöhnliche Aktivität“.

In diesem Zusammenhang teilte das Ärzteblatt nebenbei mit, dass man eine spezielle Kommission für Glücksspiele plane, die schon bald ihre Arbeit aufnehmen soll. Aber was sind die Argumente des britischen Ärzteblattes dafür, im Glücksspiel allgemein ein Gesundheitsrisiko zu sehen und sind die Äußerungen überhaupt haltbar? Zum Thema Glücksspiel gibt es in der Öffentlichkeit seit Jahren ein kontroverses Bild. Während Glücksspiel in einigen Kulturkreisen und Ländern dieser Welt weitestgehend als verpönt gilt, ist das Glücksspiel im europäischen Raum hingegen mehrheitlich gesellschaftlich akzeptiert. Das britische Ärzteblatt bezeichnet Glücksspiel nun im Allgemeinen als Gesundheitsrisiko.

Muss Glücksspiel immer schlecht sein?

Das Ärzteblatt aus Großbritannien sieht im Glücksspiel insgesamt ein Gesundheitsrisiko. Im Statement heißt es unter anderem, dass Glücksspiel keine „gewöhnliche Aktivität“ sei. Darüber hinaus sehe man im Glücksspiel ein „suchterzeugendes Verhalten“. Darüber hinaus sehen die britischen Mediziner im Glücksspiel augenscheinlich den Ursprung von allem Leid und Elend. So sei das Glücksspiel etwa eine Quelle von weitreichenden und ernst zu nehmenden Schäden. Beeinträchtigt werden neben der eigenen Gesundheit anscheinend auch der persönliche Wohlstand sowie zwischenmenschliche Kontakte.

Fakt ist, dass Glücksspiel auf jeden Fall gefährlich sein kann und mitunter auch Existenzen zerstören kann. Das bedeutet aber keinesfalls, dass Glücksspiel immer schlecht sein muss. Es gibt eben nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern auch Farben dazwischen. Schließlich ist nicht jeder Glücksspielfan spielsüchtig. Die Mehrheit der Spielerinnen und Spieler genießt einfach die Unterhaltung und den Nervenkitzel und legt kein problematisches Spielverhalten an den Tag.

Kommission will einer „Fehlentwicklung“ entgegenwirken

Die Verantwortlichen des britischen Ärzteblattes „The Lancet Public Health“ sind der Ansicht, dass das Glücksspiel mit all seinen Schattenseiten zu lange vor der öffentlichen Gesundheitskontrolle verborgen geblieben ist. Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, eine eigene Kommission für Glücksspiele einzurichten. Das Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung besteht dabei darin, der unterstellten „Fehlentwicklung“ entgegenzuwirken.  

Leider hielt sich das britische Ärzteblatt mit detaillierten Fakten zum Untersuchungsgegenstand noch bedeckt. Damit ist bislang nicht klar, welche Aufgaben die Kommission übernehmen wird. Es wäre wünschenswert, dass vor allem nach der heftigen Kritik des gesamten Glücksspielsektors zumindest bald einige Erkenntnisse darüber vorliegen, welches Ziel bei der Untersuchung genau verfolgt wird.

Eine interessante Frage für die Kommission wäre, ob die weltweite Pandemie signifikante Auswirkungen auf das Suchtverhalten haben wird. Nach der Überzeugung der Mediziner könnte das nämlich der Fall sein.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt unter der 0800 1 37 27 00 eine kostenlose Servicenummer zum Thema Glücksspielsucht zur Verfügung. Die Beratungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Darüber hinaus stellen wir einen Ratgeber mit „Allgemeinen Tipps zum Umgang mit Glücksspiel“ bereit.

Umgang mit Glücksspiel

Fazit

Insgesamt wirkt das vom britischen Ärzteblatt veröffentlichte Statement sehr einseitig. Es entsteht schnell der Eindruck, dass die Verantwortlichen zwischen Glücksspiel und Glücksspielsucht keine Grenzen ziehen, sondern in jedem Glücksspiel etwas Schlechtes sehen. Für die anstehenden Forschungsarbeiten der neuen Kommission wäre eine differenziertere Betrachtungsweise auf jeden Fall wünschenswert. Denn zumindest aus unserer Sicht ist es falsch, so einseitig über das Thema zu berichten und dabei die Mehrheit der Spielerinnen und Spieler zu ignorieren, die täglich verantwortungsvoll spielen und zumeist keine Probleme mit ihrer Gesundheit, mit ihrem Wohlstand oder mit persönlichen Beziehungen haben, die auf das Glücksspiel zurückzuführen sind. Umso gespannter darf man auf die zukünftigen Erkenntnisse der neuen Kommission des britischen Ärzteblattes sein.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/mädchen-aufgeregt-traurig-863686/

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