Am 1. Juni 2021 ist der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) in Kraft getreten. Innerhalb weniger Monate gelang es dem verantwortlichen Bundesland Hessen daraufhin, Steuereinnahmen in Millionenhöhe zu generieren. Die umstrittene Online-Glücksspielsteuer lässt die Staatskasse also klingeln. Der politische Wille, diese lukrative Einnahmequelle zu beseitigen, dürfte daher gering sein.

Bereits mehrfach berichteten wir in den zurückliegenden Monaten über die Online-Spielsteuer in Höhe von 5,3 % auf den getätigten Einsatz. Zuletzt ging es im Februar dieses Jahres, um die entstandene Verwirrung durch die Online-Spielsteuer. Vor wenigen Tagen teilte der Innenminister von Hessen, Peter Beuth (CDU), auf eine kleine Anfrage der AfD nun mit, dass die Bundesländer durch die neue „Slot-Steuer“ richtig Kasse machen - bis zu 20 Millionen Euro an Steuereinnahmen aus Glücksspielen im Internet soll demnach allein das Land Hessen bisher erzielt haben.

Virtuelle Automatensteuer brachte allein bis Ende 2021 über 188 Millionen Euro

Das zuständige Finanzamt in Frankfurt hat allein bis zum Jahresende 2021 bereits Einnahmen in Höhe von insgesamt über 188,1 Millionen Euro aus der virtuellen Automatensteuer verzeichnet. Hinzu kommen noch rund 13,6 Millionen Euro aus der ebenfalls neu beschlossenen Online-Pokersteuer. Insgesamt wurden innerhalb weniger Monate, also bereits über 200 Millionen Euro eingenommen. Das Finanzamt in Frankfurt ist dabei bundesweit für alle Glücksspielanbieter zuständig, die ihren Geschäftssitz im Ausland haben. Vorangegangen ist eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der AfD zur „Entwicklung des Glücksspielmarktes in Hessen und Deutschland“.

Wie das Innenministerium weiter mitgeteilt hat, werden im aktuellen Jahr über 90 Prozent der Einnahmen an die anderen Bundesländer abfließen. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass immerhin rund 20 Millionen Euro im Land Hessen verbleiben werden. Bereits im Sommer vergangenen Jahres berichteten wir über eine EU-Beschwerde gegen die umstrittene Online-Steuer, die von den Glücksspielanbietern eingereicht wurde.

Kann die umstrittene Online-Spielsteuer noch gestoppt werden?

Die lautstarke Kritik vieler Experten und Glücksspielanbieter ist bei den deutschen Politikerinnen und Politikern ungehört geblieben. Folglich müssen die Spielerinnen und Spieler theoretisch in allen Online Spielotheken bei jedem Einsatz eine Steuer in Höhe von 5,3 % vom Einsatz bezahlen. Bislang handhaben die unterschiedlichen Online-Glücksspielanbieter die „Steuer-Problematik“ noch unterschiedlich. Während einige Online Spielotheken die Steuer bereits entrichten, verzichten einige Anbieter darauf, die Steuer abzuführen. Fakt ist jedoch, dass eine deutsche Casino-Lizenz wohl nur die Anbieter erhalten werden, die der Steuerpflicht uneingeschränkt nachkommen. Bislang hat die zuständige Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) allerdings noch immer keine einzige Casino-Lizenz vergeben.

Fazit

Die umstrittene virtuelle Automatensteuer hat sich bereits nach wenigen Minuten als regelrechte „Gelddruckmaschine“ für die deutschen Finanzämter entpuppt. Innerhalb weniger Monate hat das bundesweit zuständige Finanzamt in Frankfurt mit der Online-Spielsteuer und der Online-Pokersteuer insgesamt bereits über 200 Millionen Euro eingenommen. Im laufenden Jahr kann demnach mit noch viel höheren Steuereinnahmen durch das lizenzierte Online-Glücksspiel gerechnet werden. Fraglich bleibt allerdings, ob sich die „Glücksspielfans“ die vergleichsweise hohe Steuer auf virtuelle Automatenspieler dauerhaft gefallen lassen werden oder stattdessen auf den nicht lizenzierten „Schwarzmarkt“ ausweichen werden.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/taschenrechner-berechnung-385506/

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