Immer mehr Profisportler und Prominente haben sich in der jüngeren Vergangenheit dazu entschlossen, für Glücksspielanbieter zu werben. So wirbt beispielsweise Lothar Matthäus für den Sportwettenanbieter Interwetten und „Torwartlegende“ Oliver Kahn für den Branchenpionier Tipico. In Großbritannien hat man der Glücksspielwerbung mit Prominenten nun einen Riegel vorgeschoben. Aber wie sinnvoll ist ein generelles Werbeverbot mit Promis überhaupt?

Erst im Dezember des vergangenen Jahres berichteten wir darüber, dass britische Abgeordnete Glücksspielwerbung gemacht haben. Dementsprechend wirkt das aktuelle Vorhaben der britischen Werbeaufsicht, Glücksspielwerbung mit Prominenten zu verbieten, etwas irritierend. Geplant ist, dass die Neuregelung der Glücksspielwerbung bereits am 1. Oktober 2022 in Kraft treten soll. Das Ziel bestehe darin, insbesondere Minderjährige besser vor den negativen Folgen zu schützen, die durch das Glücksspiel entstehen könnten.

Viele Fußballstars haben lukrative Werbedeals mit Glücksspielanbietern

Mittlerweile ist es offensichtlich kein Tabu mehr, wenn Profisportler und andere Prominente mit Glücksspielanbietern Werbedeals eingehen. In der Vergangenheit warb beispielsweise Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn im Zeitraum von 2012 bis 2020 als Testimonial für Tipico. Mittlerweile ist der Titan jedoch aufgrund seiner Funktion als Funktionär beim FC Bayern München nicht mehr für den Sportwettenanbieter tätig.

Dafür wirbt zum Beispiel der ehemalige deutsche Fußballspieler und Fußballtrainer Lothar Matthäus für den Buchmacher Interwetten. Der Ex-Profi wurde in den Jahren 1990 und 1991 gleich zweimal hintereinander Weltfußballer und wurde zudem jeweils einmal Weltmeister und Europameister. Dementsprechend groß ist wohl auch der Einfluss des Ex-Profis auf die junge Generation.

Auch der ehemalige Nationalspieler Lukas Podolski machte vor einiger Zeit auf sich aufmerksam, als er einen Werbedeal mit dem Wettanbieter XTiP einging. Bereits im Sommer letzten Jahres berichteten wir darüber, dass einige Medien für Sportwetten-Werbung heftig kritisiert werden.

Britische Werbeaufsicht will Glücksspielwerbung mit Promis verbieten

Die Committee of Advertising Practice (CAP), also die britische Werbeaufsicht, will zumindest in Großbritannien ein Verbot von Glücksspielwerbung mit Prominenten und Sportlern durchsetzen. Dieser Plan könnte viele Sportwettenanbieter dazu zwingen, ihr gesamtes Marketingkonzept neu zu strukturieren. Schließlich werben auch am britischen Glücksspielmarkt viele Promis und Sport-Profis für große Sportwettenanbieter.

Ärgerlich ist dieser Schritt für die Glücksspielindustrie insbesondere mit Blick auf die in diesem Jahr anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Da die neue Gesetzgebung nämlich bereits ab 1. Oktober 2022 in Kraft treten soll, ist es den Anbietern bereits zur Fußball-WM im Dezember untersagt, Werbung mit Profisportlern oder anderen Prominenten zu machen.

Eine Ausnahme soll es für Sportler geben, die über keine nennenswerte Reichweite (mehr) verfügen. Das bedeutet, dass Fußballer, die in einer niedrigen Liga spielen, theoretisch weiter für Glücksspielangebote werben dürfen. Die Begründung: Von diesem Personenkreis gehe nur ein moderates oder geringes Risiko aus. Fraglich bleibt, welche Maßstäbe man hier ansetzen will, um auseinanderzuhalten, welcher (ehemalige) Profisportler nun werben darf – und welcher nicht.

Darüber hinaus will die britische Werbeaufsicht aber auch Werbedeals zwischen Influencern und Glücksspielanbietern untersagen. Konkret ist nämlich geplant, dass auch kein Blogger, Influencer oder Youtuber mehr aktiv Werbung für das Online-Glücksspiel machen darf. Erst kürzlich berichteten wir über den Gewinn von 10,5 Mio. US-Dollar durch den Rapper Drake im Stake Casino. Und das, obwohl Drake seit einiger Zeit offizieller Partner des Glücksspielanbieters Stake ist.  

Fazit

Die britische Werbeaufsicht will schnellstmöglich ein Verbot von Glücksspielwerbung mit Prominenten und Sportlern durchsetzen. Im Idealfall wird dieses Verbot bereits zum 1. Oktober 2022 eingeführt. In Deutschland ist derzeit noch kein vergleichbares Werbeverbot für Profisportler oder Prominente geplant. Das bedeutet, dass hierzulande die Stars weiter mit lukrativen Werbedeals zum Teil viele Millionen Euro verdienen können.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/publikum-fußball-stadion-1866738/

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