Im Forum kamen des Öfteren Fragen auf, ob Lizenzen aus Gibraltar oder von der Isle of Man ähnlich vertrauenswürdig sind, wie die Konzessionen aus Malta. Im Folgenden versuche ich einmal die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lizenzen aufzuzeigen.

In Europa hat immer noch Großbritannien die härtesten Glücksspielregeln für den Online Casino Markt. In Sachen Geldwäsche, Spielerschutz und Werbung ist es vor allem die UK Gambling Commission, die immer wieder durchgreift und auch Millionen Strafen gegen einzelne Anbieter ausspricht. Zuletzt hatte es Videoslots und Casumo getroffen.

Im Folgenden versuche ich die Unterschiede zwischen den Lizenzen Gibraltar, Isle of Man, Curaçao und Malta aufzuzeigen. Ich hoffe, dass meine Erklärungen dazu führen, dass man sich einfacher für ein Casino entscheiden kann und vielleicht die Unterschiede in der Seriosität schon allein durch die Lizenz festmachen kann.

Die Gibraltar-Lizenz

Logo der zuständigen Behörde von GibraltarGibraltar hat 34 Online Glücksspiellizenzen vergeben. Dabei handelt es sich um Sportwettenanbieter, Online Casinos und relativ viele Softwarehersteller. Es gibt relativ strikte Auflagen zum Spielerschutz, der Werbung, dem Datenschutz und auch der technischen Überprüfung der Systeme. Eine Glücksspiellizenz kostet 100.000 britische Pfund pro Jahr (etwa 114.000 Euro). Ansonsten müssen noch 0,15% vom Bruttospielertrag (Einnahmen des Casinos abzüglich der Auszahlungen an Spieler) pro Jahr abgeführt werden.

Das Glücksspielunternehmen muss dabei die technischen Systeme zur Einzahlung, Auszahlung und das Spielen bereitstellen. Diese müssen von einem unabhängigen Drittanbieter geprüft werden. Folgende Unternehmen werden in diesem Bereich akzeptiert:

 Prüfinstitut Akzeptiert seit:
eCOGRA 2007
iTech Labs 2007
Gaming Associates 2007
GLI Europe BV (früher Systems Testing (TST)) 2009
GLI Test Labs Canada ULC (früher Systems Testing (TST))  2013
NMi Metrology & Gaming Ltd 2011
BMM Compliance 2012
SQS India Infosystems PVT Ltd 2014
SIQ Ljubljana 2015
Trisigma B.V. 2016
Enex TestLabs 2016
Quinel M. Ltd 2016

Im Bereich der Werbung darf man dem potenziellen Kunden das Spielen nicht aufdrängen. Teilweise gibt es auch hier Richtlinien mit Wortgruppen oder Formulierungen, die vermieden werden müssen.

Ansonsten gibt es umfangreiche Aufgaben beim Spielerschutz. Es muss einen direkten Link auf der Webseite zu einer Hilfsorganisation im Bereich Spielsucht geben. Das Unternehmen muss ferner ein System zum Selbstausschluss und dem Einstellen von Limits vorweisen können. Ferner soll der Personal so geschult sein, dass sie Anzeichen von Spielsucht erkennen und auch das Setzen von Limits gegebenenfalls anregen.

Aufgrund des umfangreichen Regelwerks kann man Online Casinos mit einer Lizenz aus Gibraltar als vertrauenswürdig einschätzen. Was natürlich nicht heiß, dass es nicht auch hier, Probleme geben kann. In diesem Fall kann man eine offizielle Beschwerde bei der Gambling Commission von Gibraltar einreichen: [email protected] Es wird dann eine Untersuchung eingeleitet.

Die Konzession der Isle of Man

Logo der Isle of ManDie Isle of Man verlangt zur Ausstellung einer Lizenz erst einmal 5.000 Pfund (rund 5.700 Euro). Die eigentliche Lizenz kostet dann noch einmal 35.000 bis 50.000 Pfund (etwa 40.000 bis 57.000 Euro). Es richtet sich nach dem Umfang der Lizenz. Ansonsten wird noch eine Steuer auf den Bruttospielertrag erhoben. Je nach dessen Höhe müssen davon noch einmal 1,5% bis 0,1% pro Jahr abgeführt werden.

Die Gambling Supervision Commission hat die Aufgabe, Sorge zu tragen, dass die iGaming Industrie frei von Kriminalität bleibt, die Jugendschutzbestimmungen aufrechterhalten werden und die Spiele fair ablaufen. Außerdem sollen die Spieler ihre Gewinne auch wirklich erhalten.

Die System und Plattformen müssen folglich auch hier von externen Unternehmen geprüft werden. Folgende Unternehmen sind zur Prüfung von Glücksspielsoftware akzeptiert:

  • GLI Australia
  • BMM Compliance Australia, Africa, Singapore, Macao, America, Spain
  • Eclipse Compliance Testing
  • eCOGRA
  • GLI Europe BV, LLC, UK Gaming Ltd
  • Gaming Associates
  • iTech Labs
  • QALab
  • QUINEL M Limited
  • SIQ
  • SQS Group Limited
  • Trisigma B.V.

Live Dealer Studios müssen ebenfalls getestet werden. Dort werden deutlich weniger Institute zur Prüfung akzeptiert:

  • BMM Spain Testlabs, S.L.U
  • eCOGRA
  • Gaming Associates
  • GLI Europe BV, LLC, UK Gaming Ltd
  • QUINEL SA

Ansonsten gibt es ebenfalls recht strikte Auflagen zum Bewerben des Glücksspiels sowie zum Jugendschutz. Im Bereich des Spielerschutzes muss man neben der Option zum Selbstausschluss dem Spieler wenigstens ein Limit gewähren. Dabei kann der Anbieter selbst entscheiden, ob ein Einzahlungs-, Einsatz- oder Verlustlimit genutzt werden sollte. In Streitfällen ist die Gambling Supervision Commission für die Vermittlung zwischen beiden Parteien zuständig. In der Vergangenheit, hatte sich bereits auf GambleJoe gezeigt, dass die Glücksspielbehörde bei unrechtmäßigen Verhalten des Casinos auf der Seite des Spielers steht und die Auszahlung von Gewinnen anordnen kann – 2017 hatte Daniel einem Spieler geholfen, seinen Gewinn von Platincasino zu bekommen.

Maltesische Glücksspiellizenzen

Logo der Malta Gaming AuthorityDie Malta Gaming Authority vergibt unterschiedliche Lizenzen für das Online Glücksspiel. Im Jahr muss ein Glücksspielanbieter dabei wenigstens 25.000 Euro an festen Gebühren für eine Glücksspiellizenz zahlen. Hinzukommen einmalig wenigstens 5.000 Euro an Verwaltungsgebühren nur für die Beantragung einer Konzession. Online Casinos zählen angeblich mindestens 40.000 Euro für die Beantragung, bei Spieleherstellern sind es bis zu 100.000 Euro. Es gibt ebenso eine Steuer auf den Bruttospielertrag. Je nach Umsatzhöhe und Lizenzart schwankt es zwischen 0,4% und 5%. Die normalen Unternehmenssteuern kommen dann noch hinzu. 

Die Malta Gaming Authority macht dabei verschiedene Vorgaben im Bereich des Spielerschutzes, aber auch der technischen Überprüfung des Online Casinos. Das Casino kann eines der folgenden Unternehmen mit der Prüfung der Technik beauftragen:

  • Capstone Assurance Ltd
  • Deloitte Services Ltd
  • FACT Technologies Ltd
  • GLI Europe BV
  • Grant Thornton
  • Kyte Consultants Ltd
  • MAZARS Consulting Ltd
  • NEXIA BT Advisory Services Ltd
  • PriceWaterHouseCoopers
  • QUINEL
  • RSM Malta Consulting Ltd
  • Finanz-Audit Limited
  • eGaming Compliance Services Limted – eCogra
  • Slovenian Institute of Quality and Metrology
  • BDO Technology Advisory Limited

Die Unternehmen erhalten feste von der MGA vorgeschriebene Preise zur Überprüfung. Online findet sich eine umfangreiche Checkliste, was alles geprüft werden muss, bevor ein Online Casino den Spielbetrieb aufnehmen darf.

Im Bereich des Spielerschutzes muss man den Kunden zumindest die Möglichkeit geben, Einsatz-, Verlust- und Wettlimits einzurichten. Weiterhin sollten Optionen zum Selbstausschluss vorhanden sein. Die MGA ist vor allem beim Spielerschutz sehr aktiv, daher dürfen Online Casinos auch keine Spielsüchtigen zu Werbezwecken ausnutzen. Es handelt sich um einen der Gründe, warum MontanaBlack mit dem Bewerben von Lapalingo aufhören musste. Die Malta Gaming Authority hat für die Casinos der Insel bereits ein einheitliches Sperrsystem geschaffen. Derzeit arbeitet man an einem Sperrsystem für alle Lizenznehmer, sodass sich in Zukunft ein Spieler sofort bei allen Malta Casinos sperren können soll.

Im Bereich der Streitbeilegung hat man sich vor kurzer Zeit entschlossen, dem britischen Vorbild zu folgen. Unabhängige Unternehmen sollen ab März 2019 mit der Streitbeilegung vertraut werden, so wie es beispielsweise Independent Betting Adjudication Service (IBAS) für den UK-Markt macht. Es soll dazu führen, dass Streitigkeiten zwischen Spieler und Casino schneller und einfachen beigelegt werden.

Die Glücksspiellizenz von Curaçao

Das Logo der Glücksspielbehörde von CuracaoDie höchste Konzession kostet wohl bis zu 34.000 Euro Einrichtungsgebühren. Anbieter müssen außerdem in den ersten zwei Jahren monatlich 5.600 Euro abführen, danach wird der Satz individuell verhandelt. Es handelt sich folglich um die günstigste Lizenz auf dem Markt.

Die Lizenzen von Curaçao sind sehr schwach. Letztlich gibt nur wenige Regelungen zum Spielerschutz. Es wird nicht erwähnt, dass es Einstellungen im Bereich der Limits geben muss. Zudem haben wir die Erfahrungen gemacht, dass die Regulierungsbehörde des Landes keine große Hilfe für die Spieler darstellt, wenn man ein Problem mit einem Casino hat. Es wird einem nicht geholfen, E-Mails werden in der Regel nicht beantwortet.

Ich habe bei der Suche nach den Lizenzvorgaben keine Hinweise zu technischen Überprüfungen der Systeme gefunden. Letztlich handelt es sich um eine der schwächsten Lizenzen, daher empfehlen wir auch immer, nicht bei den Curaçao Casinos zu spielen.

Die Lizenzen im Überblick

Lizenz Isle of Man Malta Gibraltar Curaçao
Kosten 40.000€ + 0,1 bis 1,5% des Bruttospielertrages 40.000€ + 0,4 bis 5% des Bruttospielertrages 114.000€ + 0,15% des Bruttospielertrages 34.000€ + 5.600€ monatlich
Technische Prüfung Ja, durch Drittanbieter Ja, durch Drittanbieter  Ja, durch Drittanbieter  Vielleicht?
Spielerschutz Selbstsperre +  Limits Selbstsperre +  Limits  Selbstsperre +  Limits  Selbstsperre
Vorgaben Werberichtlinien Strikte Vorgaben Wenig Vorgaben Strikte Vorgaben Keine Vorgaben
Ansprechpartner Streitbeilegung Regulierungsbehörde
(Kontaktformular)
Schlichtungsunternehmen nach britischem Vorbild
(Vermittler wird in den AGB des OCs erwähnt)
Regulierungsbehörde
(Kontaktformular und E-Mail)
Regulierungsbehörde
(meist keine Antwort auf Anfragen)

Insgesamt handelt es sich bei den Konzessionen von Malta, der Isle of Man und Gibraltar um Lizenzen, den man vertrauen kann. Die Regulierungsbehörden sind zwar nicht so gut aufgestellt, wie die britische Gambling Commission, aber bei starken Verfehlungen der Casinos wird eingegriffen.

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