Die Malta Gaming Authority hat eine neue Direktive zur Alternativen Streitbeilegung geschaffen. Sie ist am 3. Dezember 2018 in Kraft getreten, die Umsetzungsphase soll am 31. März 2019 spätestens abgeschlossen sein. So soll das Streitverfahren für Online Casinos und Spieler transparenter werden.

Der Malta Gaming Authority wird immer wieder mangelnde Transparenz vorgeworfen und dass man auf Probleme der Spieler nicht weiter eingeht. Jetzt hat die MGA eine neue Richtlinie erstellt, welche die Verfahrensweisen bei Streitigkeiten zwischen Spielern und Online Glücksspielanbietern verbessern sollen.

Was verändert sich durch die neue Richtlinie?

Am Montag (3. Dezember 2018) wurde das neue Gesetz vorgestellt. Es werden dabei Richtlinien zur Alternativen Streitbeilegung genau festgeschrieben. Online Glücksspielanbieter müssen künftig die Spieler schriftlich über die Verfahren zur Behandlung von Streitigkeiten informieren. Es müssen entsprechende Paragraphen in den Geschäftsbedingungen des jeweiligen Betreibers ergänzt werden. Jeder Spieler muss wissen, an wen man sich bei Problemen wenden kann.

In den Richtlinien ist zum einen festgelegt, dass Spieler zunächst einmal erfahren in welchen Zeitrahmen Streitigkeiten mit dem Unternehmen beigelegt werden müssen. Weiterhin muss der Kunde die Option haben, die Angelegenheit bei einer Alternativen Streitbeilegungs-Autorität vorzulegen.

Es kann jedoch erst in Anspruch genommen werden, wenn der Kontakt mit dem Casino zustande gekommen ist und der Spieler danach der Meinung ist, dass das Problem nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst wurde. Ferner muss dem Kunden in den AGB des Glücksspielanbieters erläutert werden, welche Auswirkungen die Entscheidung eines Alternativen Streitbeilegers auf die Rechte des Spielers hat, falls er weitere rechtliche Schritte in Erwägung zieht.

Laut Malta Gaming Authority dürfen die Glücksspielkonzerne lediglich Alternative Streitbeilegungsunternehmen beschäftigen, die in der europäischen Union oder dem europäischen Wirtschaftsraum niedergelassen sind. Die Betreiber müssen der MGA die Identität des Beilegers mitteilen und müssen den Spielern seine Dienste kostenlos zur Verfügung stellen.

Was macht die Alternative Streitbeilegung?

Insgesamt hört es sich derzeit so an, als wollte die Malta Gaming Authority nach britischem Vorbild nun externe Streitschlichter bemühen. Ich hatte bei einem Fall über Ladbrokes über der Independent Betting Adjudication Service (IBAS) berichtet, der eine ähnliche Rolle erfüllt.

Wenn eine Alternative Streitschlichtung in Anspruch genommen wird, sind die Entscheidungen des Schlichters als bindend zu betrachten. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass Betreiber zunächst nicht-bindende Arten der Schlichtung nutzen. Dabei kann es sich um Mediationen oder andere Arten der Vermittlung im Streit handeln. Voraussetzung ist dafür, dass die Betreiber die Folgen der Entscheidungen und Verfahren dem Kunden eindeutig erklären.

Wenn ein Streitfall an die Streitschlichtung übergeben wird, muss die Malta Gaming Authority informiert werden. Es muss genau aufgeschlüsselt werden, worum es in dem Streit geht und vor allem muss auch die Lösung oder Entscheidung später übermittelt werden.

Die Schlichtung muss innerhalb von 20 Tagen in Gang gesetzt werden, ab den Datum, da der Spieler dem Online Casino erklärt hat, dass das Problem nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst wurde.

Was könnte die neue Regelung bringen?

Mit dieser neuen Richtlinie unterscheidet die maltesische Glücksspielregulierungsbehörde nun zwischen Streitigkeiten und Beschwerden von Spielern. In der Folge wird ab dem 1. April 2019 die Player Support Unit von der MGA nicht mehr für Streitigkeiten zwischen Spielern und Online Casinos zuständig sein. Man möchte nicht in die Kompetenzgebiete der Alternativen Streitschlichter eingreifen.

Trotzdem bleibt die Player Support Unit bestehen und wird sich in der Folge um Beschwerden von Einzelpersonen über die Online Glücksspielanbieter, der von ihnen lizenzierten Casinos kümmern. Bei Beschwerden über gesetzwidrige, unsichere, unfaire oder nicht transparente Geschäftspraktiken kann weiterhin die Player Support Unit informiert werden.

Die neue Richtlinie der Malta Gaming Authority wurde knapp zwei Monate nach der neuen Richtlinie der UK Gambling Commission geschaffen. Sie soll als Teil einer neuen Politik der Regulierungsbehörde verstanden werden, die den Fokus auf die Gewährleistung eines „gerechten“ Glücksspielmarktes für die Verbraucher setzt.

Bis zum 31. März 2019 soll die Richtlinie seitens der Casinos umgesetzt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung am Ende wirklich aussieht. Letztlich ist die Nutzung der Alternativen Streitbeilegung auf dem UK-Markt bereits normal.

Es wäre zu wünschen, dass die neue Richtlinie eine Abkehr von der bisherigen eher intransparenten Politik darstellt – für die Spieler wäre es auf jeden Fall ein Gewinn. Vielleicht finden dann Beschwerden gegen unethische Geschäftspraktiken bei der MGA mehr gehör, sodass sie sich vielleicht endlich zu einer staken Glücksspielbehörde entwickelt, wie es bereits in Großbritannien mit der UK Gambling Commission der Fall ist.

Vielleicht ist das ein wenig zu weit gedacht, aber es zeigt dennoch, dass die Malta Gaming Authority für Veränderungen und ein gerechteres Online Glücksspiel bereit ist.

Bildquelle: 158313883 - Mediator Law Concept With The Original 3D Characters Illustration ©Scott Maxwell

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