Die britische Regulierungsbehörde hat gegen die Videoslots Limited, dem Betreiber des gleichnamigen Online Casinos, eine Strafzahlung von 1 Million Pfund verhängt. Grund sind Verstöße gegen das Geldwäschegesetz und gegen den sozialen Verantwortungskodex im Umgang mit Spielern.

Es wurden durch die Regulierungsbehörde Schwachstellen bei der Geldwäscheprävention sowie bei der sozialen Verantwortung gegenüber den Spielern festgestellt. Die Untersuchung folgte einer Konformitätsbewertung, die sich auf die Maßnahmen erstreckt, die ein Betreiber ergreifen soll, um der Geldwäsche vorzubeugen. Bei der Untersuchung sah man außerdem, dass gegen den sozialen Verantwortungskodex verstoßen wurde.

Die festgestellten Mängel führten zu erheblichen Bedenken, was die Wirksamkeit der Verwaltung von Videoslots angeht. Außerdem sah man die Risikominderung durch Geldwäsche, welche die Lizenzziele vorschreiben, zum Zeitpunkt der Untersuchung (September 2017) in Gefahr.

Insgesamt habe sich Videoslots bei der Untersuchung gut verhalten und schnell die Fehler eingestanden, sodass man schon während der Konformitätsbewertung mit der Implementierung von Verbesserungen begonnen hat. Dennoch wurden die Verfehlungen mit einem Strafpaket von 1 Million Pfund (1,12 Millionen Euro) geahndet.

Viele formale Fehler von Videoslots

Online Casinos sind verpflichtet, die Risiken der Nutzung ihrer Geschäfte für die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung zu bewerten. Diese Bewertung muss in angemessener Weise vorgenommen und den Umständen angepasst werden, wenn neue Technologien beziehungsweise Zahlungsmethoden aufgenommen werden, oder sich die demografische Struktur der Kunden verändert. Wenigstens einmal im Jahr muss ein Online Casino so eine Bewertung vornehmen.

Am 27. September 2017 hatte die UK Gambling Commission ihre Untersuchung abgeschlossen und konnte feststellen, dass keine angemessene Risikobewertung vorliegt. Es wurde zwar anerkannt, dass Videoslots im Februar 2017 eine Risikobewertung durchgeführt hatte, diese war aber nicht ausreichend formalisiert worden. Man hätte nicht die Anforderungen erfüllt, um das Risiko korrekt zu bewerten und die Risikominderung zu erfüllen.

Schlechtes Verfahren zur Geldwäscheprävention

Weiterhin hat man bei Videoslots festgestellt, dass die Strategien, Verfahren und Kontrollen in Bezug auf das Management mit den Kunden nur unzureichend gewesen sind. So habe man lediglich Überprüfungen der Herkunft des Geldes durchgeführt, wenn innerhalb von 24 Stunden ein Einzahlungsniveau von 2.000 Euro erreicht wurde. Aus Sicht der Gambling Commission sei es unzureichend, da für alle Kunden derselbe Ansatz gelten müsste, unabhängig vom Risiko, das von ihnen ausgeht.

Videoslots hatte bezüglich der Geldmittel der Kunden Nachforschungen angestrebt, indem sie Finanzdokumente angefordert haben, aus denen ersichtlich war, auf welche Konto das Geld ausgezahlt werden sollte. Außerdem sollten die Spieler ein Dokument ausfüllen, mit dem sie erklärten, woher das Geld stammt, das sie eingezahlt haben. Dies sei aber laut UK Gambling Commission nicht weitreichend genug.

Unzureichende Überprüfung der Herkunft des Geldes auch bei hohen Einzahlungen

Videoslots muss die Zahlungsmittelquellen überprüfen müssen. In zwei Fällen gelang es Kunden höhere Summen ohne ausreichende Prüfungen einzuzahlen. Im November 2014 hatte ein Spieler angefangen Videoslots zu besuchen. Der Kunde zahlte 211.000 britische Pfund (etwa 237.000 Euro) ein und verlor ungefähr 45.000 Pfund (51.000 Euro). Die ersten Prüfungen hatten ergeben, dass das Bankkonto des Kunden überzogen war. Seit November 2017 war der Spieler nach Videoslots wissen auf Identitätsdokumente und Zusicherungen durch Dritte angewiesen. Spätestens hier wären verstärkte Sorgfaltspflichten notwendig geworden, die man hätte einführen müssen. Unter anderem hätten die Quellen der Geldmittel ergründet werden müssen.

In einem zweiten Fall hatte der Spieler die Identitätsprüfung nicht überstanden, weil ein gefälschter Führerschein als Nachweis der Identität gedient hat. Anfangs hatte man den Fehler aber nicht erkannt. Der Kunde konnte mit falschen Bankkarten mehr als 6.000 Pfund (rund 6.750 Euro) an einem Tag einzahlen, ohne dass es jemand bemerkte. Erst als insgesamt 17.405 Pfund (circa 19.600 Euro) eingezahlt waren, wurde das System von Videoslots darauf aufmerksam. Die Einzahlungen standen in Verdacht, aus Straftaten zu stammen.

Ferner waren die Mitarbeiter nicht ausreichend geschult, um Transaktionen zu erkennen, die der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung dienen sollten. Die Regulierungsbehörde setzt hier voraus, dass eine regelmäßige Schulung der Mitarbeiter neu eingeführt wird.

Verstöße gegen den sozialen Verantwortungskodex

In diesem Bereich wurden zwei Probleme gemeldet. Es wurden Verstöße gegen die Kommunikationsauflagen mit Problemspielern festgestellt. Außerdem wurde festgestellt, dass nicht alle Mitarbeiter die erforderlichen Qualifikationen hatten.

Zwischen dem 1. April 2016 und dem 31. Januar 2017 konnte ein Spieler beispielweise 412.000 Pfund (etwa 463.000 Euro) einzahlen. Die Aufzeichnungen von Videoslots haben keine Belege für Kundeninteraktionen gezeigt. Weder in Bezug auf verantwortungsbewusstes Spielen oder auf die Herkunft des Vermögens wurden Fragen gestellt.

Weiterhin wurde festgestellt, dass Videoslots elf Monate lang keinen Manager hatten, der die erforderliche Lizenz beziehungsweise Qualifikationen für eine Konformitätsbewertung vorweisen konnte.

Strafen für Videoslots

Man hat ein Strafpaket in Höhe von 1 Million Pfund (1,12 Millionen Euro) akzeptiert, welches an das National Responsible Gambling Strategy-Projekt gezahlt wird. Das Geld wird genutzt um Forschungen zur Behandlung von Glücksspielproblemen zu finanzieren. Ferner werden 12.000 Pfund (13.500 Euro) als Untersuchungskosten gezahlt. Außerdem wird man einen entsprechenden Geldwäschebeauftragten einstellen, der die erforderlichen Lizenzen und Qualifikationen hat. Zudem werden andere Systeme und Verfahren zur Risikobewertung in Bezug auf Geldwäsche implementiert.

Videoslots gibt Schwachstellen zu

In einer Stellungnahme von Videoslots hieß es zu den Untersuchungen:

Wir freuen uns, dass die Glücksspielkommission anerkennt, dass wir von Anfang an offen und transparent und uneingeschränkt kooperativ waren. Wir akzeptieren, dass in unseren Systemen Schwachstellen in Bezug auf die Art und Weise, wie wir unsere Kunden im Hinblick auf die Bekämpfung von Geldwäsche und soziale Verantwortung verwalten, bestehen. Wir haben uns bereit erklärt, proaktiv und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um alle ermittelten Probleme zu lösen.

Insgesamt blieb die Strafe aufgrund der guten Kooperation mit der UK Gambling Commission relativ moderat. Insgesamt handelt es sich aus meiner Sicht um teilweise relativ unnötig Strafen, eines sonst guten und kundenfreundlichen Casinos. Dennoch erklärt es, warum das Unternehmen nun eher nach der Herkunft von Geldern fragen könnte und bei der Prüfung von Dokumenten mehr Sorgfalt verwenden wird.

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