Wie eine aktuelle Studie der britischen Organisation „Internet Matters“ ergeben hat, sind viele Eltern über das Spielverhalten ihres Nachwuchses besorgt. Hinzu kommt, dass nur ein geringer Anteil der Erziehungsberechtigten mit ihren Kindern über PC-Spiele, Glücksspiel sowie allgemein über das Bezahlen im Internet spricht. Aber woher rührt die Angst der Eltern und warum machen sie sich überhaupt Sorgen?

Im Rahmen der britischen Studie hat die Organisation „Internet Matters“ insgesamt 2.000 Väter und Mütter zum Spielverhalten ihrer Kinder befragt. Die Ergebnisse sind überraschend: Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihre Kinder durch vermeintlich ungefährliche Spiele-Apps Zugang zu Glücksspielangeboten erhalten. Tatsächlich ist es so, dass bei manch einer Spiele-App entweder Glücksspielwerbung angezeigt wird oder dass das gesamte Spielprinzip auf Glücksspiel basiert. Um den eigenen Nachwuchs zu schützen, sollten Eltern frühzeitig Aufklärung betreiben und mit ihren Kindern über die Gefahren beim digitalen Spielen sprechen.

Nur jeder Fünfte redet mit seinen Kindern über „Gefahren beim Spielen“

Die Studie von „Internet Matters“ hat ergeben, dass lediglich 18 % der befragten Eltern mit ihren Kindern schon einmal über ihr Spielverhalten gesprochen haben. Mehrheitlich wird dieses wichtige Thema also immer noch ignoriert. Darüber hinaus hat die Befragung unter insgesamt 2.000 Erziehungsberechtigten ergeben, dass sich 38 % darum sorgen, dass ihre Kinder ungewollt Zugang zu Glücksspielangeboten erhalten, wenn sie vermeintlich ungefährliche Spiele-Apps nutzen.

In der Vergangenheit hat der Studie zufolge bereits mehr als jedes zehnte Kind (12 %) Geld für Spiele-Apps ausgegeben. Experten fordern bereits seit längerer Zeit, dass Eltern ihren Nachwuchs adäquat über die Risiken beim Bezahlen im Internet aufklären. Es reiche demnach nicht mehr, ihnen zu erklären, wie das eigene Taschengeld in der realen Welt ausgegeben wird. Stattdessen müsse auch Aufklärung darüber erfolgen, wie Bezahldienste im Internet funktionieren und dass hier ganz andere Gefahren lauern.

Zudem hat die aktuelle Studie ergeben, dass 13 % der Kinder schon einmal eindeutige Gewaltszenen auf dem Handy gesehen haben. Hinzu kommen noch einmal 8 % der Kleinkinder im Alter von vier bis fünf Jahren, die bereits sexuelle Inhalte auf dem Smartphone oder Tablet-PC gesehen haben.

Internet Matters ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in London. Die Kernaufgabe sieht die Organisation darin, Eltern dabei zu unterstützen, ihre Kinder im Internet zu schützen. Internet Matters wird dabei von den größten Internetdienstanbietern in Großbritannien unterstützt. Dazu gehören beispielsweise Sky, TalkTalk und BT. Gegründet wurde die Organisation im Mai 2014.

Besonders problematisch sind in diesem Zusammenhang sogenannte In-App-Käufe. Hierbei ist der Download der jeweiligen Spiele-App in der Regel kostenfrei. Anschließend wird dem Nutzer oder der Nutzerin angeboten, gegen ein gewisses Entgelt bestimmte Zusatzfunktionen käuflich zu erwerben. Erst vor einiger Zeit berichteten wir in einem Artikel darüber, dass ein Siebenjähriger knapp 2.700 Euro mit dem Handy verspielt hat. Weitere Gefahren sehen Fachleute in den sogenannten Lootboxen.

Eltern stellen häufig ihre Endgeräte zur Verfügung

Die Leiterin des Digitalbereichs von Internet Matters, Ghislaine Bombusa, wies darauf hin, dass viele Kinder das Smartphone ihrer Eltern erhalten, um sich damit die Zeit zu vertreiben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Kinder selbst noch so jung sind, dass sie kein eigenes Handy besitzen. Das Problem besteht dabei darin, dass auf den Endgeräten der Eltern häufig Zahlungsmethoden wie die Kreditkartendaten bereits voreingestellt sind. Das bedeutet, dass Kinder oftmals problemlos In-App-Käufe durchführen können, ohne dass sie die direkte Zustimmung ihrer Eltern benötigen.

Aus diesem Grund rief Bombusa die Väter und Mütter dazu auf, genauer zu kontrollieren, welche Games ihr Nachwuchs auf den Smartphones oder Tablet-PCs herunterladen und tatsächlich spielen. Nur durch dieses Vorgehen könne verhindert werden, dass die Kinder bereits zu früh unangemessene Inhalte angezeigt bekommen. Dazu gehören natürlich auch Glücksspielinhalte, die für Kinder und Jugendliche grundsätzlich nicht geeignet sind.

Fazit

Die aktuelle Studie aus Großbritannien zeigt, dass viele Eltern mit ihrem Nachwuchs nicht über Themen wie Gaming, Glücksspiel oder das Bezahlen im Internet sprechen. Daraus resultiert auf der anderen Seite bei den Eltern die Angst, dass ihre Kleinen Zugang zu ungeeigneten Glücksspielangeboten erhalten. Die karitative Organisation „Internet Matters“ versucht, Eltern bei diesen Problemen zu unterstützen.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/hände-hand-des-kindes-halten-1797401/

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