In Iowa hatte eine Frau nach 15 Jahren Glücksspiel endlich einen Jackpot am Spielautomaten geknackt. Der Gewinn wurde ihr jedoch verweigert. Nach Überprüfung der Sozialversicherungsnummer fiel auf, dass die Frau in der Vergangenheit vom Casino gesperrt wurde.

Tamara Bean im InterviewEine Amerikanerin aus Omaha im Bundestaat Nebraska hatte im rund 5 Kilometer entfernten Ameristar Casino Hotel in Council Bluffs im Bundesstaat Iowas an den Spielautomaten gespielt. Die beiden Städte und Bundestaaten trennt nur der Missouri River, daher hatte sie des Öfteren in den letzten 15 Jahren dort gespielt. In der Zeit hat sie nie etwas gewonnen, konnte aber dann auf einmal einen Jackpot von 1.733 US-Dollar (1.577 Euro) knacken.

Bei der Auszahlung kam der Schock. Der Gewinn wurde der Spielerin Tamara Bean verweigert, da sie in der Vergangenheit in der Spielbank Hausverbot bekommen hatte. Sie hätte eigentlich nicht in dem Casino spielen oder es betreten dürfen.

Was hat es mit dem Fall von Tamara Bean auf sich?

Tamara Bean spielte nicht zum ersten Mal im Ameristar Casino Hotel in Council Bluffs im Bundesstaat Iowa. Sie spielte einen klassischen Spielautomaten (der auch als Penny Slot Machine bezeichnet wird). Dann gab es den einen aufregenden Moment, auf den alle Spieler warten. Die Glocken läuteten und kündigten den ersten Jackpot-Gewinn in dem Leben der Spielerin an. Bei der Auszahlung wurde ihr dann gesagt, dass man den Gewinn nicht auszahlen darf. Von den Gefühlen relativ überwältigt, kommentierte sie in einem Interview von WOWT NBC Omaha:

Es ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass ich gewonnen habe, und jetzt sagen sie auf magische Weise, dass du dein Geld nicht bekommst.

Laut Aussagen des Casinos wurden gegen die Spielerin 2002 ein Hausverbot verhängt. Bei der Kontrolle ihrer Handtasche ist eine Substanz aufgefallen, die der Sicherheitsdienst für Pot gehalten hat. Daraufhin hat man ihr verboten, die Casino je wieder zu betreten. Tamara Bean entgegnete dem nur:

Sie haben mir nichts gezeigt, um zu bestätigen, dass ich dort nicht reinkommen durfte.

Ameristar erklärte, dass im Jahr 2002 eine Tamara Sheffield jedoch eine Verbotserklärung unterzeichnet hatte. Dennoch sei sie schon mehrere Male zurückgekehrt. Durch ihren Führerschein wies sie sich als Tamara Bean aus. Die Frau bestreitet dabei nicht, Tamara Sheffield zu sein, weist aber gleichzeitig jede mögliche Schuld von sich ab:

Ich lüge nicht. Das ist mein ehelicher Name.

Aufgeflogen ist es erst durch den großen Gewinn. Dabei muss ein Spieler in den USA seine Sozialversicherungsnummer angeben. Durch die Eingabe der Nummer ist die Identität aufgeflogen und das Verbot ist unter ihrem Mädchennamen zum Vorschein gekommen. Das Casino hat daraufhin die Auszahlung verweigert. Sie hätte immerhin gar nicht im Casino spielen dürfen. Tamara war darüber sehr bestürzt, zumal sie Monate zuvor eine Treuekarte vom Casino erhalten hat:

Sie nahmen mein Geld über die gesamten Jahre. Warum geben sie mir also nicht das Geld, was ich legal gewonnen habe?

Iowa Racing and Gaming Commission wurden eingeschaltet

Ameristar ReklameDie zuständige Regulierungsbehörde, die Iowa Racing and Gaming Commission, wurde ebenfalls eingeschaltet und sollte über die rechtliche Situation entscheiden. Man hat dort entschieden, dass das Einbehalten des Jackpots nicht willkürlich war. Aus diesem Grund kann der Bundesstaat das Casino nicht zur Auszahlung der 1.700 Dollar zwingen.

Die Regulierungsbehörde stellte ebenfalls noch einmal klar, dass die Glücksspielbetreiber nicht verpflichtet sind, sicherzustellen, dass gesperrte Spieler sich nicht auf dem Gelände des Casinos befinden. Ebenfalls bedarf es auch keiner Sozialversicherungsnummer bei der Vergabe von Treueprämienkarten.

Somit kann es in Iowa immer wieder passieren, dass ein gesperrter Spieler erst entdeckt wird, wenn er einen großen Gewinn hat und seine Sozialversicherungsnummer vorzeigen muss. In diesem Fall kann das Casino die Auszahlung des Jackpots verweigern.

Nicht der erste Fall mit einem gesperrten Spieler

Ein anderer Spieler wurde im Prairie Meadows Casino, Racetrack, & Hotel gesperrt. Es befindet sich in der Stadt Des Moines ebenfalls in Iowa. An einem Abend hatte er ebenfalls Zugang zum Casino und konnte 9.000 US-Dollar gewinnen. Der oberste Gerichtshof von Iowa hatte damals entschieden, dass Glücksspiele ein Vertrag zwischen Spieler und Casino darstellen. Prairie Meadows hätte die Befugnis Gewinne einzubehalten, wenn gegen den Vertrag verstoßen wurde.

Spielen nach Sperrung lohnt sich nicht

Tamara Sheffield (oder jetzt Bean) habe nie versucht, das System zu betrügen. Sie habe nur geheiratet. Etwas unverständlich bleibt für mich, warum die Spielerin dem Casino nicht fern geblieben ist, wenn sie schon gesperrt wurde und eine Verbotserklärung unterschrieben hat.

Es kommt zwar immer wieder vor, dass Spieler Casinos besuchen, in denen sich gesperrt wurden, oder sich haben sperren lassen. Aber eigentlich müsste den betreffenden Spielern von Anfang an klar sein, dass es Probleme bei der Auszahlung geben kann. Warum sollte man also in einem Casino spielen, in dem man gesperrt ist? Der Ärger, falls man doch gewinnt, lohnt sich einfach nicht. Hoffen die Spieler noch auf einen großen Gewinn, oder wollen sie nur spielen und erwarten nur den Verlust des Geldes?

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