Es ist allgemein bekannt, dass Alkohol die Wahrnehmung und das Verhalten von Menschen verändert. Experten zufolge hat die Coronapandemie dazu geführt, dass das Risiko sowohl für Drogen- und Alkoholmissbrauch als auch für das übermäßige Spielen in Online Casinos gestiegen ist. Aber wie sieht es mit einer Verknüpfung dieser Risikofaktoren aus?

Vor allem in Stresssituationen ist die Verlockung der Menschen groß, sich mit Suchtmitteln vom Alltag abzulenken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Alkohol, Tabak, Drogen oder eben um das Glücksspiel geht. Die Gefahr der Sucht ist in eben diesen Stresssituationen jedoch besonders hoch. Besonders gefährlich wird es, wenn die Betroffenen verschiedene Suchtmittel miteinander kombinieren. Sollte also im Online Casino nur gespielt werden, wenn man überhaupt keinen Alkohol zu sich genommen hat?

Glücksspiel und Alkohol – keine gute Kombination

Bereits in einem früheren Artikel haben wir über eine Studie berichtet, die sich unter anderem mit dem Zusammenspiel zwischen Alkohol und dem Glücksspiel beschäftigt hat. Die Wissenschaftler sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich beide Faktoren jeweils gegenseitig in negativer Weise unterstützen. Dementsprechend neigt derjenige, der Alkohol getrunken hat, nach einem verlorenen Spiel dazu, noch deutlich risikobereiter zu werden.

Im Ergebnis haben die Wissenschaftler dazu geraten, den Verkauf bzw. Verzehr alkoholischer Getränke in Spielhallen und Spielbanken zu überdenken. Tatsächlich ist es nach wie vor in vielen stationären Spielstätten problemlos möglich, alkoholische Getränke wie Bier oder Wein zu bestellen. Natürlich sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf Acht geben, dass keine vollkommen betrunkenen Personen spielen. In der Realität dürfte die Kontrolle jedoch eher lau ausfallen.

Interessant ist, dass im Zusammenhang der Studie niemand über den Alkoholverzehr in Online Casinos bzw. Online Spielotheken gesprochen hat. Dabei nimmt die Beliebtheit der Online-Angebote seit Jahren kontinuierlich zu.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sterben in Deutschland jedes Jahr mindestens 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums. Weitere 40.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums. Hinzu kommen 1.300 Todesfälle pro Jahr in Folge unerlaubten Drogenmissbrauchs.

Wie wirkt Alkohol auf den Körper?

Alkohol ist zumindest hierzulande ein gesellschaftlich akzeptiertes Suchtmittel. Dabei ist es kein Geheimnis, dass Alkohol auch ein gefährliches Zellgift ist, das mit jedem Schluck den Körper beansprucht und auch schädigt. Ganz gleich, ob Bier, Wein oder Sekt – für die meisten Menschen sind alkoholische Getränke vor allem ein Genussmittel und kein wirkliches Suchtmittel. Wer stattdessen einen Mediziner fragt, wird schnell darüber aufgeklärt werden, dass selbst geringe Mengen an Ethanol ausreichen, um dem Körper auf Dauer zuzusetzen.

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Der konsumierte Alkohol wirkt im Gehirn auf den Botenstoffwechsel und hemmt in der Folge die Signalverarbeitung. Geringe Alkoholmengen wirken auf den Körper in der Regel aufmunternd und entspannend. Doch wer etwas mehr Alkohol konsumiert hat, der wird relativ schnell eine verzögerte Wahrnehmungsfähigkeit bei sich selbst feststellen. Auch das Verhalten wird durch den Alkohol beeinflusst.

So fällt es unter dem Einfluss alkoholischer Getränke beispielsweise schwerer, Entfernungen korrekt einzuschätzen. Parallel dazu nehmen sowohl die Reaktionsfähigkeit als auch die Konzentrationsfähigkeit ab. Darüber hinaus werden Menschen, die Alkohol getrunken haben, auch schneller müde, da der Alkohol dem Körper Wasser entzieht.

Ein regelmäßiger Alkoholkonsum führt dazu, dass sowohl Hirnvolumen als auch Hirnmasse abnehmen. Denn Fakt ist: Jeder Alkoholkonsum zerstört Hirnzellen. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob man „nur“ trinkt oder dabei auch noch am virtuellen Spielautomaten sitzt.

Alkohol in Online Casinos – eine gute Idee?

Natürlich ist es grundsätzlich nicht empfehlenswert, unter dem Einfluss alkoholischer Getränke an einem Glücksspiel teilzunehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Spieler an den virtuellen Roulette- oder Blackjack-Tisch setzt oder an den bunten Spielautomaten die Walzen drehen möchte. Fakt ist aber, dass es unter keinen theoretischen Umständen denkbar ist, ein Alkoholverbot in Online Casinos umzusetzen. Aus diesem Grund ist es wohl die bessere Idee, die Bevölkerung hinsichtlich der Auswirkungen des Alkoholkonsums auf das Spielverhalten möglichst detailliert aufzuklären.

Grundsätzlich sollte jeder Spieler im Online Casino oder in der Online Spielothek möglichst komplett nüchtern sein, also weder Alkohol noch Drogen zu sich genommen haben. Wer also gerade aus der Kneipe gekommen ist und hier ein paar Bier oder Spirituosen konsumiert hat, sollte anstatt mit dem Handy noch Geld im Online Casino einzuzahlen, lieber direkt schlafen gehen oder den Abend weiter in menschlicher Gesellschaft verbringen.

Wer im Alkoholrausch noch im Online Casino aktiv ist, verliert schnell den Überblick über seine Einzahlungen und verliert unter Umständen deutlich mehr, als ursprünglich geplant war. Außerdem macht das Spielen unter Alkoholeinfluss meist auch weniger Spaß, da man dem Spielgeschehen meist gar nicht mehr vollständig folgen kann.

Coronakrise hat Suchtrisiko erhöht

Leider hat die weltweite Coronapandemie dazu geführt, dass mehr Menschen Suchtmittel wie das Glücksspiel und den Alkohol missbraucht haben. Besonders finanzielle Sorgen sowie die Isolation während des Lockdowns hatten zur Folge, dass mehr Menschen dem Alkohol und dem Online-Glücksspiel „verfallen“ sind. Besonders gefährlich wird es natürlich immer dann, wenn beide Suchtfaktoren miteinander kombiniert werden.

Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Alkohol beim virtuellen Besuch im Online Casino kein empfehlenswerter Begleiter ist. Alkohol wirkt enthemmend und führt zu einer abnehmenden Konzentrationsfähigkeit. Diese Folgen sind für das Spielen im Online Casino kontraproduktiv. Aus diesem Grund sollten Spielerinnen und Spieler im Online Casino grundsätzlich nicht spielen, wenn sie alkoholisiert sind. Da keine offizielle Stelle feststellen kann, ob Spieler online betrunken spielen, muss in diesem Zusammenhang auf Eigenverantwortung und Aufklärung gesetzt werden. Wobei es natürlich wahrscheinlich dennoch kein Problem sein sollte, wenn man nach einem Bier noch an den virtuellen Walzen dreht. Mehr sollte es aber möglichst nicht sein, um negative Folgen abzuwenden.  

Quelle des Titelbildes: https://pixabay.com/de/photos/corona-affe-trinken-bar-theke-5116219/

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