Im New Yorker Stadtteil Brooklyn sind vier Männer durch Schüsse getötet worden. Zwei weitere Männer und eine Frau wurden am 12. Oktober gegen 7 Uhr ebenfalls verletzt. Hintergrund für die Tat war vielleicht der Besuch eines illegalen Glücksspiel-Clubs.

Die Polizei wurde am Morgen des Samstages (12. Oktober 2019) zum Tatort in der Utica Avenue im Bezirk Brooklyn von New York gerufen. Auf einer Pressekonferenz teilte ein Sprecher mit, dass sich den Einsatzkräften eine „chaotische Situation“ geboten habe.

Man habe 4 tote Opfer im Alter von 32 bis 49 Jahren gefunden, zwei weitere Personen waren nicht lebensbedrohlich verletzt. Außerdem hat man zwei Handfeuerwaffen sichergestellt. Ein Revolver und eine 9-Millimeter-Pistole wurden beschlagnahmt. In einer ersten Stellungnahme der Polizei hieß es:

Wir werden bei den Ermittlungen den Beweisen folgen. Es ist ein wenig früh Spekulationen anzustellen, ob es sich um einen Glücksspielstreit oder um einen Raub handelt, aber das wird sich im Laufe der Ermittlungen klären.

Was hat die Polizei vorgefunden?

In einem Bericht hatte die Polizei beschrieben, dass sie in den ersten Stock eines heruntergekommenen Wohnhauses gerufen wurde. Sie gelangten in eine spärlich dekorierte Wohnung. Dort trafen sie rund 15 Personen an, die mit Karten und Würfeln spielten.

Die Nachbarn hatten sich oft über einen nicht lizenzierten Social Club beschwert. Der Raum trug immer ein Schild mit der Aufschrift „Triple Aces Private & Social Event Space“. Die Wohnung wurde wohl als illegales Casino benutzt, dass unter anderem Kunden mit Sportwagen und Biker angezogen hat.  Am Morgen des Samstages wurden Schüsse in dem Club abgefeuert. Als die Schießerei zu Ende war, waren vier Menschen tot und drei verletzt. Teilweise wurden die Opfer von mehr als 15 Kugeln durchlöchert. Die Opfer wurden als Terence Bishop (36), Dominick Wimbush (47), Chester Goode (37) und John Thomas (32) identifiziert. Zwei Männer stammten aus Brooklyn, die anderen kamen von außerhalb. Zwei Männer und eine Frau erlitten Schusswunden, die jedoch nicht lebensbedrohlich sein sollen. Eine achte Person wurde mit Beinverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei teilte mit, dass die Verletzung bei der Flucht entstanden sein soll.  

Sind Hintergründe für die Tat bekannt?

Das Motiv für die Schießerei ist nicht sofort klar gewesen. Bandenaktivitäten wurden aber relativ schnell ausgeschlossen. In Nordbrooklyn sei die Bandenkriminalität in diesem Jahr stark angestiegen – zumindest hier gab man aber erst einmal Entwarnung.

Derzeit versucht man noch zu klären, ob es sich um einen Streit beim Glücksspiel oder einen einfachen Raub handelt. Zwar habe man im Club Anzeichen für Glücksspiel gefunden, man kann aber nicht zweifelsfrei sagen, ob die Schießerei im Zusammenhang zum Glücksspiel steht. Bisher wurden keine Verdächtigen von der Polizei identifiziert.

Nachbarn sind von den Vorgängen nicht überrascht

Laut den Nachbarn würden durch die Veranstaltungen in dem Club des Öfteren Menschenmassen auf Motorrädern angezogen. Greg Todd ist ein Mitglied der Community Board 8 und sagte gegenüber der Presse:

Es ist ein Biker-Treffpunk. Manchmal gab es 20 Biker vor der Tür, eine große Crew.

Isaac Mickens ist ein Organisator des Community Boards. Er beschrieb den Club als Spielhölle. Sie sei nur mit einem kleinen Tisch und einer einfachen Bar ausgestattet gewesen.

Es war sehr eng, sehr klein, lässig, ungezwungen. Ein kleiner Treffpunkt.

Zur Zeit der Tat waren 15 Menschen in dem kleinen Raum. Man hat Beweise für illegales Glücksspiel sichergestellt. Bisher gibt es keine Hinweise, dass die Beteiligten alkoholische Getränke konsumiert hätten, oder betrunken gewesen seien.

Der Polizei sind keine Beschwerden über den Club in der letzten Zeit bekannt

Die Polizei erklärte, dass es in letzter Zeit keine Beschwerden über den sozialen Club gab. Anwohner gaben jedoch an, dass vor mehreren Wochen die Polizei zu einer Schlägerei vor dem Club gerufen wurde.

Lediglich die Baubehörde habe im November 2008 eine Beschwerde erhalten. Die Räumlichkeiten seien als Gewerbe genutzt worden. Ein Männerclub sollte dort 7 Tage die Woche in Betrieb sein. Nach den Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, dass es keine Verstöße gegeben habe.

Der 79-jährige Samuel Revells vermietet die Räumlichkeiten an die Clubbetreiber. Er wollte die Betreiber nicht bekanntgeben, sagte aber, dass es sehr gute Mieter sind. Er erklärte gegenüber der Presse:

Es ist ein sozialer Club. Sie sind gute Mieter. Ich bin jeden Tag hier, aber ich weiß nicht, was dort vor sich geht. Es tut mir nur leid, was passiert ist.

Zweiter vierfach Mord in einer Woche

Es handelt sich bei der Schießerei um den zweiten vierfachen Mord, den die Stadt New York innerhalb einer Woche erschüttert hat. Den Samstag zuvor hatte die Polizei Randy Rodriguez Santos verhaftet. Der Obdachlose wurde beschuldigt, fünf weitere Obdachlose mit einer Metallstange in Chinatown angegriffen zu haben. Vier Obdachlose starben, einer wurde ins Krankenhaus eingeliefert und kämpft um sein Leben.

Es ist ebenfalls die zweite Massenschießerei in Brooklyn seit 3 Monaten. Ende Juli 2019 wurden dort bei einer Schießerei 11 Personen verletzt und ein Mann getötet, als zwei bewaffnete Männer während der 56. jährlichen Old Timers Day-Blockparty das Feuer auf die Menge eröffneten. Damals sah die Polizei jedoch Verbindungen zur Bandenkriminalität.

In New York sind Morde mit Schusswaffen sicherlich keine Seltenheit. Doch selbst „Daily News“ hatte berichtet, dass durch das neue Blutbad die Zahl der Morde in New York auf 257 gestiegen ist. Es sind 9 Morde mehr als im ähnlichen Vergleichszeitraum vom Jahr 2018. Sollten neue Details über den Fall bekannt werden, werde ich versuchen davon zu berichten.

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