Johann Graf, Gründer des österreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic hat sich dazu entschieden, ein Fünftel der Holdinggesellschaft Novo Invest GmbH an seinen Sohn und zwei Manager abzugeben. Was sind die Gründe dafür?

Der Novomatic-Eigentümer, der als zweitreichster Österreicher nach Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gilt, sorgte erst kürzlich für Schlagzeilen, als er sich eine riesige Dividende von 50 Millionen Euro hat ausschütten lassen, während 120 Novomatic-Mitarbeiter im Novomatic-Hauptsitz Gumpoldskirchen entlassen wurden. Dass Johann Graf kein Geld in die Sicherung der Anstellung seiner Mitarbeiter investierte, führte zu großer Kritik seitens der österreichischen Medien. 

Für weitere Empörung sorgten Geldgeschenke in Millionenhöhe von Johann Graf an Tina Liebich-Oswald, Nichte des Aufsichtsratschefs Bernd Oswald. Die Schenkungen an Liebich-Oswald sollen aber nicht die Einzigen gewesen sein: Angeblich gab es insgesamt 160 Schenkungsverträge, die von Graf abgeschlossen wurden. 

Ein “Generationenwechsel” steht bevor

Nun gibt der 74-jährige Graf im Zuge eines “Generationenwechsels” 20 Prozent seines gesamten Vermögens, das auf rund 6,5 Milliarden Euro geschätzt wird, an seinen Sohn Thomas Graf sowie zwei Manager, Birgit Wimmer und Ryszard Presch ab. Wimmer ist auch Verwaltungspräsidentin der Schweizer Novo Swiss AG, eine Aktiengesellschaft, die 10 Prozent an der Novomatic AG hält. Thomas Graf ist bereits seit ganzen 30 Jahren im Unternehmen seines Vaters tätig und nimmt auch die Rolle des CEOs der Novomatic-Tochterfirma Greentube ein.  

Somit gehen wichtige Anteile der Dachgesellschaft Novo Invest GmbH, die 90 Prozent an der Novomatic AG hält, an Grafs Sohn und die zwei seiner Vertrauenspersonen. Es ist allerdings noch nicht klar, wie viele Anteile die einzelnen Personen bekommen. Presch ist seit 2017 Geschäftsführer von Novo Invest und Wimmer ist dies seit 2018. 

Die Übertragung der Novomatic-Anteile bedarf noch einer offiziellen Genehmigung etwaiger Behörden und auch Glücksspielbehörden. Grafs Rolle, die sich auf die des Eigentümers beschränkt, wird nicht um andere Funktionen erweitert werden. 

Familientradition im Unternehmen Novomatic 

Die Gründung von Novomatic durch Johann Graf liegt einige Jahrzehnte zurück. Alles hat im Jahr 1974 begonnen, als Graf gemeinsam mit einem Elektrohändler die Brodnik & Graf GmbH ins Leben gerufen hat. Das Augenmerk von Graf lag schon damals auf dem Glücksspiel und so begann er mit seinem Geschäftspartner Flipperautomaten aus dem Ausland zu importieren, die dann in Wirtshäusern betrieben wurden. 

Im Jahr 1980 wurde schließlich die Novomatic Automatenhandels GmbH gegründet und die Herstellung von Glücksspielautomaten hat begonnen. Nur zehn Jahre später gelang es Graf, Niederlassungen in bereits rund 50 Nationen zu haben, die damals circa 23.000 Angestellte beschäftigten. Das Geschäft Grafs, das sich anfangs nur auf die Herstellung von Glücksspielautomaten spezialisierte, nahm aufgrund des rasanten Wachstums bald schon Spielhallen, Casinos und Wettbüros in Betrieb.

Die Grundlage für den heute existierenden Milliardenkonzern war gelegt: Heute ist Novomatic einer der Marktführer in Sachen Glücksspiel und entwickelt hochqualitative Casino-Ausstattung. 

Die Anteilsübertragung soll die familiäre Ausrichtung von Novomatic unterstreichen. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/architektur-geb%C3%A4ude-kaufmann-stadt-1850732/

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