Die bundesweit zuständige Glücksspielbehörde mit Sitz in Halle (Saale) will im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel zukünftig verstärkt auf anonyme Hinweisgeber setzen. Dazu hat die Behörde ein Hinweisportal veröffentlicht, wo vermeintliche Verstöße anonym gemeldet werden können. Aber wie erfolgversprechend ist das neue anonyme Hinweisportal der GGL?

Schritt für Schritt übernimmt die Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ihre Aufgaben. Vollständig einsatzfähig wird die Behörde zwar erst ab dem 1. Januar 2023 sein. Doch mittlerweile nimmt insbesondere der Kampf gegen illegale Online-Glücksspielanbieter immer mehr an Fahrt auf. So berichteten wir erst kürzlich davon, dass die Glücksspielbehörde zeitnah mit dem IP-Blocking beginnen könne. Seit kurzer Zeit gibt es jetzt zusätzlich ein anonymes Hinweisportal, wo alle Verbraucherinnen und Verbraucher entsprechende Verstöße an die Behördenmitarbeiter melden können.

Wie funktioniert das anonyme Hinweisportal der GGL?

Auf der GGL-Website können ab sofort anonyme Hinweise abgegeben werden. Um zum Hinweisportal zu gelangen, kann auf der GGL-Startseite etwas weiter unten auf den roten Button „Verstoß melden“ geklickt werden. Die Behörde verspricht, dass in „diesem geschützten Bereich Ihre Beobachtungen völlig anonym“ gemeldet werden können. Dabei soll es primär darum gehen, illegale Glücksspielhandlungen frühzeitig aufzudecken, um dadurch eventuelle Schäden zu verhindern. Die GGL nimmt aktuell Hinweise zu den Themenkomplexen unerlaubtes Glücksspiel sowie Glücksspiel-Werbung für illegales Glücksspiel entgegen.

Dabei greift die Glücksspielbehörde auf das Hinweisgebersystem BKMS® Incident Reporting zurück. Wir haben uns das Hinweisportal einmal genauer angeschaut und konnten mit wenigen Klicks innerhalb von fünf bis zehn Minuten einen Verstoß melden. Dabei wurde es uns freigestellt, ob wir unseren Namen und unsere Erreichbarkeit nennen wollen oder nicht. Im selbsterklärenden Hinweisportal wurde unter anderem nach dem Namen des illegalen Anbieters sowie nach der Domain und nach einer kurzen Sachverhaltsschilderung gefragt.  

Ab 2023 soll Hinweisportal erweitert werden

In wenigen Monaten soll es den Verbraucherinnen und Verbrauchern darüber hinaus ermöglicht werden, Hinweise anonym abzugeben, die die Themenkomplexe Geldwäsche oder Unregelmäßigkeiten bei einem erlaubten Glücksspielanbieter betreffen. Erst vor wenigen Wochen berichteten wir darüber, dass die GGL ein Verwaltungsverfahren gegen Lottoland und Lottohelden eingeleitet hat.

Anonymität der Meldenden soll gewahrt bleiben

Die Behörde legt beim Hinweisportal eigenen Angaben zufolge höchsten Wert darauf, dass die Hinweisgeber bei Bedarf anonym bleiben, um ihre Identität zu schützen. Aus diesem Grund greift die GGL beim Hinweisportal unter anderem auf moderne Verschlüsselungstechnologien zurück und verwendet auch zur Kommunikation mit den Hinweisgebern geschützte Postfächer. Durch diese Vorgehensweise sollen potenzielle Whistleblower ermutigt werden, Verstöße zu melden.

Fazit

Die bundesweit zuständige Glücksspielbehörde setzt ab sofort auf ein neu eingerichtetes Whistleblower-Portal, um illegale Glücksspielangebote besser ausfindig machen zu können. Über das Hinweisportal kann jeder Nutzer auf Wunsch vollkommen anonym einen bestimmten Anbieter oder andere Verstöße melden. Im weiteren Verlauf wird die Meldung dann von einem Mitarbeiter der Behörde überprüft und gegebenenfalls wird dann ein Ermittlungsverfahren bei der zuständigen Ermittlungsbehörde eingeleitet. Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts 25 Strafanzeigen wegen unerlaubtem Glücksspiel gestellt hat. Es kann damit gerechnet werden, dass das anonyme Hinweisportal von den Nutzerinnen und Nutzern sehr gut angenommen werden wird, da die Meldungen innerhalb weniger Minuten vollkommen anonym übermittelt werden können. Fraglich bleibt nur, wie schnell und wie konsequent die GGL den eingegangenen Hinweisen nachgehen wird.

Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/mann-geheimnis-gesicht-mysteriös-4393964/

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