Schon bald soll es Nutzern der Videoplattform YouTube möglich sein, Werbung für Glücksspiel und Alkohol zu deaktivieren. Diese Neuigkeiten hat das Unternehmen YouTube selbst diese Woche in seinem Tech-Blog kundgegeben.

Diese neue Google-Einstellung ist bis jetzt nur in den USA eingeführt worden, soll aber innerhalb der ersten Monate des nächsten Jahres für YouTube und auch für Google Ads über ein neues Steuerelement in anderen Ländern ermöglicht werden. Die Entscheidung, so eine Deaktivierungsmöglichkeit zur Wahl zu stellen, basiert anscheinend auf Feedback der YouTube-Nutzer, die den Wunsch danach geäußert haben, vor allem mit weniger oder gar keiner Werbung für Alkohol über YouTube konfrontiert zu werden.

Zur Ausnahme zählen jene Nationen, die bereits über solche gesetzlichen Einschränkungen verfügen. In allen anderen Ländern soll das neue Feature aber Schritt für Schritt implementiert werden.

Nutzer wollen mehr Kontrolle haben

Allerdings kann YouTube keine Garantie dafür übernehmen, dass Werbung zu sensiblen Themen wie Glücksspiel oder Alkohol zu 100 % herausgenommen wird. Das Unternehmen ist sich aber sicher, dass die Mehrheit solcher Werbungen herausgefiltert werden kann, um somit dem Wunsch der User mehr Steuerung über Werbeinhalte zu haben, entgegenzukommen. Die neue Einstellung soll es ermöglichen, im Einklang mit den YouTube-Richtlinien die Internetnutzer bestimmen zu lassen, wann und wo Werbung zu Alkohol und Glücksspiel laut den lokalen Gesetzen geschaltet werden darf.

Zusätzlich besteht eine Kooperation zwischen Google und der International Alliance for Responsible Drinking (IARD). Hersteller von Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken sind ebenfalls Mitglied der Organisation, um sich darum zu bemühen, Personen einen verbesserten Einfluss darauf zu geben, mit welchen Werbungen sie in Kontakt kommen wollen. Dabei sind natürlich auch persönliche Präferenzen und kulturelle Eigenheiten zu berücksichtigen.

Google gegen illegale Glücksspiel-Apps

Das neue Feature ist aber nicht die erste Aktion, die Google betreibt, um seine Nutzung und die seiner Plattformen von sensiblen Themeninhalten nach und nach zu säubern. So hat es beispielsweise im vergangenen Jahr eine Offensive gegen versteckte Glücksspiel-Apps im Google App Store gegeben. Im Zuge dessen wurden mehrere Hundert illegale Anwendungen aus dem App Store von Google Play entfernt.

Eigentlich werden von Google die Inhalte von Apps auf illegale Themen geprüft, bevor sie in das Angebot aufgenommen werden, doch immer wieder gibt es Fälle, bei denen die Software von Apps über Fernbefehle verwandelt werden, sobald sie die Google-Prüfung bestanden haben. Programmierern ist es möglich, solche gesetzwidrigen Updates durchzuführen und die Inhalte der Apps so zu ändern, dass diese zum Beispiel Glücksspiel bewerben. 

Ob Glücksspiel-Anwendungen von Bookies und Online Casinos im iOS App Store oder im Google Play Store verfügbar sind, liegt ganz in der Hand der jeweiligen nationalen Gesetze. Verboten sind sie grundsätzlich aber nicht. Besonders in Ländern, in denen die mobile Anwendung von Glücksspiel nicht erlaubt ist, wird trotzdem versucht, solche Angebote mit versteckten Apps auf den Markt zu bringen. In China sind diese Undercover-Apps besonders beliebt. 

Die Fake-Apps werden oft sehr ähnlich wie bekanntere legale Apps benannt und freuen sich daher über große Beliebtheit, da sie von Nutzern in den entsprechenden Kategorien gefunden und heruntergeladen werden. Mittels Suchmaschinenoptimierung werden die Fake-Apps von ihren Entwicklern zusätzlich gepusht und lassen sich so im Internet auch besser finden.

Wichtig sei es jedoch, dass die Nutzer über das neue Feature Bescheid wissen und Proaktivität mit dessen Nutzung zeigen. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist aber auf jeden Fall jetzt schon gesetzt. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/youtube-laptop-notebook-online-1158693/

 

 

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