Auch zu Weihnachten und beim Jahreswechsel waren in Deutschland wiederum Spielotheken Opfer von Überfallen. Was sich im letzten Monat an Zwischenfällen rund um die Spielhallen ereilt hat, möchte im folgenden Artikel kurz zusammenfassen.

Im November hatte ich bereits einen Artikel mit Überfällen auf Spielhallen veröffentlicht. Während und zwischen den Festtagen hat sich bei den Spielotheken wieder einiges getan. Trotz rücklaufender Statistiken gibt es dennoch immer wieder Kriminelle, die die Spielhallen ausrauben wollen. Solche und andere Kuriositäten aus den deutschen Spielos habe ich in diesem Artikel um den Jahreswechsel einmal chronologisch zusammengefasst.

Frohes Fest - Überfälle in Spielhallen während der Weihnachtsfesttage

Bereits am 22. Dezember einem Freitagmorgen wurde in Senden im Landkreis Neu-Ulm (Bayern) ein Räuber gesucht. Er hatte im Norden der Illerstadt eine Spielhalle ausgeraubt. Am Ende der Öffnungszeiten gegen 3.30 Uhr hatte der Mann eine Angestellte bedroht, die die Spielothek gerade schließen wollte. Er drängte sie mit einer Pistole in den Laden zurück und zwang sie zur Öffnung des Tresors. Mit den Tageseinnahmen, laut Aussage der Polizei, ein niedriger vierstelliger Betrag, verließ er die Spielothek. Unklar ist bisher wie und wohin der Täter geflüchtet ist, eine erste Fahndung war am Freitag erfolglos. Die Angestellte der Spielhalle blieb unverletzt, stand jedoch unter Schock und wurde ärztlich versorgt.

In der Nacht zum 23. Dezember kam es ebenfalls zu einem Raubüberfall auf eine Spielhalle in Wilhelmshaven in Niedersachsen. Eine Mitarbeiterin der Spielhalle wurde mit einer Schusswaffe bedroht, die Angestellte blieb unverletzt, der Räuber konnte jedoch Bargeld erbeuten und anschließend fliehen. Erste Ermittlungen brachten bisher keine Ergebnisse.

An Heiligabend kam es in Elsdorf in Rheinland-Pfalz zu einem Überfall auf eine Spielhalle. Der Täter trug eine Clown-Maske und bedrohte die Servicekraft mit einer Pistole. Als der Dieb über die Theke greifen wollte, um das Bargeld zu nehmen, schlug sie die Kasse zu. Der Täter flüchtete daraufhin durch die Hintertür.

In Ahaus im Münsterland in Rheinland-Pfalz wurde in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag ein Fenster mit einem Kanalisationsdeckel eingeworfen. Daraufhin wurden mehrere Spielautomaten gewaltsam geöffnet - der oder die Täter flohen unbemerkt mit dem Münzgeld.

In Hessen kam es in Fulda in der Kreuzbergstraße ebenfalls zu einem Überfall. Die Eingangstür der Spielothek wurde aufgebrochen. Daraufhin hat man die Spielautomaten mit Gewalt geöffnet und das Münzgeld entnommen. Mit einigen hundert Euro verließen zwei maskierte Männer die Spielhalle. Sie wurden durch die Überwachungskamera aufgenommen. Der Tatort wurde mit einem VW Passat verlassen, die Nummernschilder waren als gestohlen gemeldet.

In Vilshofen an der Donau in Bayern wurde am 2. Weihnachtsfeiertag eine Spielhalle ausgeraubt. Gegen 1.15 Uhr hat ein Mann mit einem Messer eine Mitarbeiterin bedroht und forderte das Geld. Die Angestellte gab ihm den Bedienungsgeldbeutel. Mit dem recht geringen Betrag floh der Mann zu Fuß - eine erste Fahndung blieb ergebnislos.

In Darmstadt in Südhessen hat ein mit einem Tuch maskierter Mann eine 45-jährige Mitarbeiterin einer Spielothek bedroht und dadurch mehrere hundert Euro Bargeld erhalten. Da ihm der Betrag zu gering war, versuchte er bei einem Gast der Spielhalle Beute zu machen. Da der Besucher jedoch nichts von Wert hatte, floh der Täter zu Fuß.

Vorfälle in der Zeit zwischen den Feiertagen

Am 27. Dezember kam es Castrop-Rauxel im Kreis Recklinghausen in NRW gegen 00.30 Uhr in der Spielhalle am Biesenkamp zu einem bewaffneten Überfall mit einem Messer. Ein 50-Jähriger hatte an einem Spielautomaten gewonnen und ist mit dem Gewinn an die Kasse zum Wechseln gegangen. Dabei holte er ein Messer heraus, bedrohte die Angestellte, trat hinter den Tresen und nahm das Geld aus der Kasse. Daraufhin flüchtete er.  

Ebenfalls am 27. Dezember stürmte am Morgen gegen 7.30 Uhr ein etwa 25 Jahre alter Mann in Bad Salzuflen (NRW) in die Spielhalle in der Werler Straße. Er hielt eine Schusswaffe in der Hand. Er konnte einen geringen dreistelligen Betrag erbeuten. Danach flüchtete er in unbekannte Richtung.

In Flieden im Landkreis Fulda in Hessen wurde am 28. Dezember gegen 06.00 Uhr in eine Spielhalle in der Straße “Am Landrücken” eingebrochen. Die Täter schlugen ein Fenster ein und öffneten dann mit roher Gewalt die Spielautomaten. Sie erbeuteten mehrere hundert Euro und flohen dann in einem VW Passat. Die Polizei nimmt derzeit an, dass die Tat im Zusammenhang mit dem Einbruch in Fulda am 1. Weihnachtsfeiertag steht.

Am Freitag den 29. Dezember versuchte ein Räuber, in der Spielhalle in der Sophiastraße in Hückelhoven (Nordrhein-Westfalen) Geld zu erbeuten. Er bedrohte die Angestellte mit einem Messer, schaffte es jedoch nicht die Kasse zu öffnen und flüchtete zu Fuß in unbekannte Richtung.

Ebenfalls an diesem Tag hatte ein Mann die Einnahmen einer Spielhalle im niedersächsischen Wolfenbüttel in die Firmenzentrale fahren wollen. Die 4.000€ wurden in einer Plastikwanne transportiert, die unvorsichtigerweise auf einem Autodach abgestellt wurde. Beim Losfahren vergaß der Mitarbeiter die Wanne. Sie rutschte während der Fahrt vom Dach, der Fahrer bemerkte es nicht. Er bemerkte das Fehlen des Geldes nach kurzer Zeit, fand auch die Wanne, das Geld war jedoch verschwunden.

In Erfurt, der Hauptstadt Thüringens, wurde am Samstag den 30.12.2017 in eine Spielothek in der „Langen Brücke“ eingebrochen. Dabei wurde eine Schaufensterscheibe eingeschlagen, einige Automaten aufgebrochen und das Münzgeld entwendet - die Täter flohen dann unbemerkt.

Zwischenfälle zu Silvester und im neuen Jahr

In Wolfenbüttel in Niedersachsen gab es in der Bahnhofstraße gegen 02:45 Uhr eine Begebenheit mit einem verärgerten Gast. Am Morgen des Silvestertages hatte der Besucher an einem Spielautomaten verloren und ließ seinen Aggressionen freien Lauf. Durch den Wurf mit einem Aschenbecher beschädigte er das Geldspielgerät. Gegen den 25-Jährigen aus Eritrea mit Wohnsitz in Wolfenbüttel wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, der Schaden wird derzeit auf 2.000€ geschätzt.

Ein maskierter Mann hat am Neujahrstag eine Spielhalle in Düsseldorf (NRW) im Volkardeyer Weg betreten. Mit einer Schusswaffe bedrohte er eine 44-jährige Angestellte. Sie sollte ihm das Geld in die Jackentasche stecken, was sie auch tat. Er floh zu Fuß, bisher brachten die Ermittlungen keinen Erfolg.In der Nacht zum Dienstag, den 2. Januar 2018, wurde zudem eine Spielhalle in Haan (NRW) gegen 2 Uhr ausgeraubt. Ein Mann betrat die Spielothek mit einem Messer und wies die Angestellte an, das Bargeld in eine Nylontasche zu packen. Die Mitarbeiterin übergab das Geld - der Mann flüchtete zu Fuß. Besonders interessant: Eigentlich gilt ab 1. Dezember 2017 eine Sperrzeit von 1 bis 6 Uhr für Spielotheken in Nordrhein-Westfalen, folglich hätte die Spielhalle geschlossen sein müssen.

Am selben Tag gab es einen weiteren Vorfall in Herdorf (in Rheinland-Pfalz). In der Hauptstraße wurde die Scheibe einer Spielothek eingeschlagen. Die Einbrecher hebelten einige Automaten auf und flohen dann zu Fuß gegen 2.30 Uhr. Derzeit gibt es keine Informationen zum Diebesgut.

Gestern am Mittwochmorgen, den 03. Januar 2018, gab es einen Vorfall in Hannover (Niedersachsen). Im Stadtbezirk Groß-Buchholz betrat ein maskierter Räuber gegen 06.30 Uhr eine Spielhalle, bedrohte die 48-jährige Angestellte mit einem Messer und forderte das Bargeld aus der Kasse. Die Mitarbeiterin öffnete sie und gab dem Dieb das Geld, anschließend floh er.

Fazit: In Spielotheken ist immer was los

Scheinbar fängt das neue Jahr so an, wie das alte aufgehört hat. Es finden sich immer wieder Meldungen von Zwischenfällen in Spielhallen, wobei derzeit vor allem bewaffnete Raubüberfälle im Vordergrund stehen. Dennoch sind die Statistiken der polizeilich gemeldeten Vorfälle, wie bereits erwähnt, insgesamt rückläufig. Trotzdem sind Situationen in denen Diebe versuchen, bei den Gästen Beute zu machen, keine gute Werbung für das Offline Glücksspiel. Online Casinos haben einige Vorteile und sei es nur, dass man nicht in solche Vorfälle verwickelt ist, wenn man von Zuhause spielt.

Bildquelle: 159429400 - Mord beim Überfall mit Messer Angriff als Schatten Silhouette © rock_the_stock

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