Systemfehler kann es überall geben, wo Computer im Einsatz sind. In jedem Falle sorgen sie für eine Menge Ärger bei den Unternehmen und deren Kunden, egal ob es sich um eine Bank, eine Kasse im Discounter oder eben ein Online Casino handelt. Im folgenden Artikel möchte ich von Systemfehlern in Online und Offline Casinos berichten.

Systemfehler kommen immer einmal wieder vor. Es gab im Juni 2016 einen Fall, bei dem die deutsche Bank Transaktionen doppelt gebucht hat. Der Aufschrei war relativ groß, da es auch noch an einem Freitag geschehen ist. Auch wenn die ganze Sache nach dem Wochenende wieder bereinigt wurde, so traten doch einige Verschwörungstheoretiker auf den Plan.

Ähnliche Fehler gibt es auch bei diversen Casinos immer wieder. Es werden beispielsweise Gewinnbeträge falsch gebucht, sodass es zu höheren Gewinnen kommt, die man nicht immer durch die Bilder an den Slots erklären kann. Im Forum wurde ebenfalls ein Fall bekannt. Im Folgenden möchte ich einmal über ähnliche Fälle berichten, von denen ich gelesen habe und dann versuchen einige Erklärungen für die Fehler anzureißen. Aufschlüsse könnten meist lediglich die Glücksspielanbieter selbst geben, die sich aber meist bedeckt halten.

Softwarefehler in Spielbanken

Es finden sich immer wieder auf der ganzen Welt Meldungen, dass Casinos Gewinne aufgrund von Systemfehlern nicht auszahlen, sondern die Spieler mit anderen Preisen oder gar einem Essen vertrösten. In der Regel ist es ziemlich schwierig, um den Gewinn zu kämpfen. Dennoch versuchen immer wieder Spieler zumindest Teile ihres Gewinns zu erhalten.

43 Millionen Euro Jackpot im Casino Bregenz

Am 26. März 2010 knackte ein Schweizer Spieler in Österreich im Casino Bregenz einen Jackpot - zumindest zeigte es der Automat an. 43 Millionen Euro hatten sich Behar Merlaku   und seine Frau erhofft. Nach einigen Momenten kam das Personal auf ihn zu und meinte, dass es sich um einen Irrtum, einen Softwarefehler handelt. Was sich nach einem schlechten Scherz anhörte, wurde bitterer Ernst. Behar Merlaku hatte Filmaufnahmen vom Automaten, den Abend und den Mitarbeitern gemacht, die das Gerät nach der Jackpotanzeige untersuchten.

Schlussendlich ließ er die Polizei kommen, welche sich vorrangig mit den Casinomitarbeitern unterhielt und ihn gar nicht beachtete. Er wollte seinen Forderungen Nachdruck verleihen. Der Streitfall zwischen Spieler und Casino endete vor den Gerichten, der Spieler wurde dabei von dem Rechtsanwalt Thomas Kerle vertreten.

Der Innsbrucker Anwalt hatte kein Verständnis für die Argumentation des Casinos. Betreiber der Spielbank ist die Casinos Austria AG. Man argumentierte, dass es sich um einen Softwarefehler handelte, da am Automaten die maximale Gewinnsumme auf 4.500 Euro begrenzt gewesen ist. Ein entsprechender Hinweis befand sich auch in englischer Sprache am Automaten, der Anwalt meinte jedoch, dass es nicht ausreiche, da in Österreich die Amtssprache Deutsch sei.

Das Casino bot dem Spieler 500.000 Euro als Entschädigung an, was 1,16% der Jackpotsumme gewesen wären. Der Fall ging vor Gericht, allerdings belief sich die Streitsumme auf 5 Millionen Euro, da der Kläger in Österreich Gerichtskosten im Voraus zahlen muss und diese am Streitwert bemessen werden. Bei 5 Millionen waren es 63.000 Euro, bei 43 Millionen wären es 500.000 Euro gewesen, ein Wert den der Spieler nicht hätte zahlen können.

Im Oktober 2012 haben sich die beiden Parteien nach einigen Verhandlungen vor Gericht außergerichtlich einigen können. Das Casino hatte die Entschädigungssumme angepasst, man liest von 1 Million Euro, die gezahlt wurden, allerdings wurde der Betrag nie bestätigt.

Steak-Dinner statt 43 Millionen Dollar Jackpot

Es handelte sich um einen der aufregendsten Glücksspiel-Streitfälle im Jahr 2016. Ende des Jahres hatte Katrina Bookman an einer „Spinhx Slot Machine“ gespielt. Für einige Minuten dachte sie, dass sie den größten je ausgezahlten Jackpot der USA gewonnen hätte und machte Selfies von sich und dem Automaten. Als sie den Gewinn von 43 Millionen Dollar (36,2 Millionen Euro) abholen wollte, sagte ein Angestellter des Resorts World Casino in Queens, New York, dass es sich lediglich um einen Anzeigefehler handele. Sie habe nichts gewonnen, aber das Casino würde aus Kulanzgründen wenigstens ein Steak-Dinner spendieren und den eigentlichen Gewinn von 2,25 Dollar (1,89 Euro) auszahlen.

Katrina Bookman hat das Angebot laut ihrem Anwalt nicht angenommen. Die New York State Gaming Commission hat während einer Untersuchung bestätigt, dass es sich um eine Fehlfunktion des Automaten handelte. Die Anzeige war falsch. Die Spielerin selbst kämpfte Monate lang um den Gewinn, schlussendlich wurde aber am 14. Juni 2017 Klage gegen Resorts World Casino, den Video-Lotterie-Betreiber Genting New York LLC und den Spielautomatenhersteller International Game Technology erhoben. Laut Anklage hätte das Casino fahrlässig gehandelt, da man die Spielautomaten nicht angemessen pflegt. Man postuliert auch, dass Bookman seelische Qualen erlitten habe sowie einen signifikanten monetären Rückschlag verzeichnen musste, da sie die Chance, am Spielautomaten zu gewinnen, verloren habe.

Bisher gibt es noch keine neuen Entwicklungen in dem Fall, sodass man insgesamt abwarten muss, ob die Klage Erfolg hat. Der Anwalt wollte auf 43 Millionen Dollar Schadensersatz klagen, Experten halten den Gewinn des Prozesses für eher unwahrscheinlich.

43 Millionen Dollar Jackpot in Colorado nicht ausgezahlt

Einen ähnlichen Fall erlebte die Amerikanerin Louise Chavez im März 2010. Sie hatte einen Abend im Fortune Valley Casino in Central City (Colorado) gespielt und dachte für einen kurzen Moment, dass sie den großen Jackpot gewonnen hätte. Aber auch hier teilte ihr das Casinopersonal mit, dass es sich um einen Systemfehler handelt. Der Jackpot lag damals bei 42.949.673 Dollar (rund 36 Millionen Euro), was eine deutliche Lebensveränderung für Chavez gewesen wäre, da sie sonst jährlich lediglich 12.000 Dollar (10.000 Euro) als In-Home-Körperpflege-Anbieter verdient.

Das Casino teilte ihr damals mit, dass in Colorado eine Jackpot-Ausspielung nicht möglich sei, und dass es sich um einen Anzeigefehler handeln muss. Der Maximalgewinn bei dem Slot sei auf 251.000 Dollar (rund 211.000 Euro) limitiert.

Aus Kulanz bot die Spielbank damals an, dass man die Kosten für Zimmer und Mahlzeiten trage. Außerdem hat man ihr den Einsatz von 20 Dollar (rund 17 Euro) auszahlen wollen.

Eigentlich wollte Chavez um ihr Geld kämpfen und hatte auch eine Einigung mit Casino und Spielautomatenhersteller WMS Industries gehofft, allerdings hat man ihr lediglich den eigentlichen Gewinn von 23 Dollar und ein paar Cent (circa 19 Euro) angeboten. Zu diesem Fall wurde nicht mehr bekannt.

Fehlfunktionen in Online Casinos

Jeder hat sicherlich einmal einen Serverabbruch oder ähnliches beim Spielen erlebt. Wo Computer ins Spiel kommen, kann es immer technische Fehler geben. Die geschieht durch Serverabbrüche, aber auch durch doppelte Buchungen oder falsche Anzeigen. Insgesamt gibt es deutlich weniger Meldungen über Fehlfunktionen bei Online Casino Slots, man liest es von Automaten in Spielbanken häufiger, aber dennoch gibt es sie auch hier.

Leider finden sich meist nie konkrete Angaben in den Foren oder auf anderen Seiten. Ein Spieler aus Niederösterreich soll beispielsweise fast 160.000 Euro bei einem Früchteslot gewonnen haben. Das Geld wurde sogar auf sein Casinokonto gebucht. Der Spieler brachte es auch zur Auszahlung, dann hat man ihm aber mitgeteilt, dass es sich um einen Systemfehler handele. Anstelle von 160.000 Euro hatte er eigentlich 1,60 Euro gewonnen. Das Komma war verrutscht. Am Ende bat das Casino wohl 45.000 Euro dem Spieler als Kulanz an, dafür musste er aber Stillschweigen über den Fall bewahren.

Bei uns gab es ebenfalls einen Fall mit Systemfehler im Forum. Dort hatte DrückGlück zunächst 11.000 Euro nicht ausgezahlt. Bei Book of Dead von Play’n GO hat es Probleme mit den Buchungen für einen Gewinn gegeben haben. Daniel hat von DrückGlück lediglich in Erfahrung bringen können, dass ihr System die Gewinne doppelt gebucht hatte und somit höhere Summen im Guthabenkonto hinterlegt waren, als der Gewinn am Slot eigentlich betrug. Nach langem Hin und Her hat DrückGlück eingestanden, dass das Problem der mehrfachen Buchungen nichts mit Play’n GO zu tun hatte, sondern an ihrem System lag. Diese Fehlfunktion war nur für einige Minuten vorhanden, dennoch waren einige Spieler betroffen. Das Management von DrückGlück hat sich nicht weiter zu den Gründen des Problems geäußert, aber man hat alle Gewinne ausgezahlt. In diesem Fall hat  DrückGlück Kulanz bewiesen und die Erwartungen der Spieler erfüllt - wenigstens ein Fall, in dem ein Systemfehler nicht zu einem riesen Ärgernis wurde.

Wie können solche Systemfehler auftreten?

Ich habe unseren Programmierer dazu einmal befragt, aber er meinte, dass es schwierig ist allgemeine Aussagen treffen zu können. Systemfehler treten überall dort auf, wo Programmierer nicht alle möglichen Ereignisse beim Erstellen der Software richtig eingeplant haben.

Beim Slot im Colorado hatte man wahrscheinlich nicht daran gedacht, dass es die Funktion des Jackpots dort nicht geben darf und die Software nicht an den Sachverhalt angepasst. Gleiches könnte natürlich für den Vorfall in Bregenz gelten.

Im Fall der Online Casinos bergen die Übertragungen vom Server der Softwarehersteller, wo das Spiel läuft, auf die Software des Online Casinos das größte Risiko. Kommafehler bei Eintragungen in Datenbanken können sich dabei einschleichen oder Transaktionen mehrfach verbucht werden. Für ihn sind das Kommunikationsfehler, die auftreten können, ohne das eine böse Absicht oder gar Betrug seitens der Verantwortlichen dahintersteckt.

Aus der Ferne lässt sich zu den ganzen Sachverhalten meist eher wenig sagen. Daher kann man auch keine konkreten Probleme anbringen, die zu den Systemfehlern geführt haben, solange man nicht alle Daten von den involvierten Unternehmen hat.

Was bleibt vom Softwarefehler?

Am Ende sind Systemfehler ein Ärgernis für alle Parteien. Die Spieler oder Kunden verlieren das Vertrauen in die Systeme, sind wütend auf die Casinos oder Spielehersteller und die Glücksspielanbieter selbst müssen die ganzen Fälle aufrollen sowie negative Publicity vermeiden, da diese geschäftsschädigend sein könnte.

Die Fälle zeigen aber, dass es sich manchmal auszahlt um einen Gewinn zu kämpfen. In der Regel erhält man zwar nicht den vollen Betrag, aber die Casinos bemühen sich, außergerichtliche Lösungen zu finden, sodass man manchmal am Ende doch etwas erhält. Eine Ausnahme scheinen die USA darzustellen, wo des Öfteren Softwarefehler gemeldet werden und die Casinos relativ hart bleiben.

Bildnachweis: 200347397 - Blue Screen Of Death Vector. BSOD. Fatal Driver, Critical Memory Computer 404 Error. Incompatible Device. Illustration ©PikePicture

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