Das neue Glücksspielbarometer wurde kurz vor dem 1. Mai 2018 veröffentlich und steht daher ganz in der Tradition des Tags der Arbeit. Viele Deutsche sind dabei für einen Erhalt der Arbeitsplätze im Bereich der Spielhallen, gleichzeitig unterschätzen mehr als 90% der Bundesbürger die Branche als Arbeitgeber.

In jedem Quartal gibt die LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH eine Umfrage bei der Smartcon GmbH in Mainz in Auftrag. Diesmal wurden im März 2018 genau 1.000 Online Interviews zum Thema Arbeitsplätze in der Glücksspielbranche geführt. Die Umfrage gilt als repräsentativ für die gesamte Bundesrepublik. Folgende Kernaussagen wurden dabei getroffen:

  • 82% der BRD plädieren für den Erhalt von Arbeitsplätzen in legalen Spielhallen
  • 96% der Befragten unterschätzen den Beitrag von Spielhallen für den Arbeitsmarkt
  • 85% der Teilnehmer sind der Meinung, dass die Politik sich beim Erhalt der Arbeit nur um beliebte Branchen kümmert.

Die Studie im Detail

Durch die neuen Gesetze zum Mindestabstand der Spielhallen untereinander und gegenüber Schulen sowie anderen Kinder- oder Jugendeinrichtungen, kann es landesweit dazu kommen, dass bis zum Jahr 2021 mehr als 40.000 Mitarbeiter Ihren Arbeitsplatz verlieren. Dabei handelt es sich derzeit um Zahlen, die von der Automatenwirtschaft selbst erhoben werden. 82% der Teilnehmer der Studie sind der Meinung, dass die Arbeitsplätze in Spielhallen erhalten werden sollten. Weiterhin haben 92% der Befragten die Tragweiten der Regelungen unterschätzt und nicht damit gerechnet, dass so viele Arbeitsstellen wegfallen würden.

Die Branche wird als Arbeitgeber unterschätzt

Derzeit sind 60.000 bis 65.000 Arbeitnehmer direkt in Spielhallen und Spielotheken beschäftigt. Nur 4% der Befragten war dieser Umstand überhaupt bekannt. 78% bewerteten übrigens positiv, dass auch Menschen mit geringeren Qualifikationen in diesem Bereich einen Job finden. 61% der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass ein Jobverlust immer etwas Schlimmes ist, egal ob es einen Manager oder einen Durchschnittsverdiener trifft. Lediglich 34% sind der Auffassung, dass die Arbeitslosigkeit für jemanden stärker wiegt, der weniger verdient.

Weiterhin unterschätzen 94% den potenziellen Verlust, an Mehrwert- beziehungsweise Vergnügungssteuer für Kommunen und den Bund, wenn die Spielhallen, wie angedacht, umgesetzt werden.

Jeder Dritte hält Änderungen durch Spielhallengesetze für ausgeschlossen

Weiterhin hat man festgestellt, dass die Befragten die Größenordnung der gesetzlichen Änderungen als relativ gering einschätzen. 39% glauben, dass sich trotz der neuen gesetzlichen Regelungen nichts ändern wird. 69% war nicht bewusst, dass lediglich

Spielhallen von den neuen Gesetzen in Bezug auf Mindestabstände betroffen sind. Für Bistros und Restaurants gelten die Vorschriften nicht.

Initiatoren der Studie warnen

Dr. Daniel Henzgen, Bevollmächtigter der Geschäftsführung für Politik und Außenbeziehungen bei LÖWEN ENTERTAINMENT, hat sich zu den Ergebnissen des neuen Glücksspielbarometers geäußert. Er ist der Meinung, dass der 30. Juni 2021 zum „Tag der Arbeitslosigkeit“ in der Glücksspielbranche werden könnte. Die Änderungen im neuen Spielhallengesetz könnten wohl zu den „größten Jobvernichtern“ der letzten Jahre werden. Die Politik sollte seiner Auffassung nach davon wenigstens Kenntnis nehmen. Weiterhin unterstreicht er die gute Arbeit seines Unternehmens:

Die LÖWEN-Gruppe bietet Menschen unterschiedlichster Herkunft und Qualifikation eine gute Perspektive, ihren Lebensunterhalt selbstbestimmt zu verdienen. Durch die hohe Schulungsdichte in unseren staatlich konzessionierten Spielhallen werden sie regelmäßig weiter qualifiziert. Die Servicekräfte in unseren Spielhallen können stolz auf ihre geleistete Arbeit sein.

Arbeitsplatzverluste als Druckmittel?  

Alle 3 Monate gibt es eine neue Studie zu tagespolitischen Themen von LÖWEN ENTERTAINMENT. Das Unternehmen gehört mit zur Novomatic Gruppe. Von ihr ist mittlerweile bekannt, dass man ungefähr 100 Spielhallen deutschlandweit schließen muss. Sicherlich laufen noch hier einige Gerichtsverfahren wegen der Schließungen und es gibt wahrscheinlich auch einige Härtefallregelungen, die noch Bestand haben. Dennoch bleibt, dass der Konzern auf lange Sicht gesehen, relativ viele Standorte verlieren wird, wenn die neuen Spielhallengesetze nicht noch geändert werden.

Fraglich bleibt hier, ob nicht der Ausfall bei den Einkünften und Umsätzen an den Geldspielgeräten die Unternehmensgruppe härter trifft als die Jobverluste. Zudem sollen die Untersuchungen sicherlich auch politisch einen Nutzen haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man einmal mehr auf die Arbeitsplätze verweist, die wegfallen könnten, wenn wirklich alle Regelungen umgesetzt werden.

Insgesamt sollte man ein wenig Vorsicht walten lassen, was die Tragweite der Studie angeht. Letztlich werden die Daten auch so veröffentlicht, dass man sich einen Vorteil in Sachen Verhandlungen um neue Gesetze verschafft. Zudem müssen durch die neue technische Richtlinie bei den Geldspielgeräten 110.000 Spielautomaten von Novomatic ausgetauscht werden, diese Entwicklung wird sich negativ auf das Geschäftsjahr 2018 auswirken. Wie die Umsätze im Allgemeinen sinken, wenn Spieler demnächst nur noch 60 Euro anstatt 80 Euro pro Stunde am Automat einsetzen dürfen, bleibt außerdem abzuwarten.

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