Werden Online-Glücksspielanbieter bald mehr zahlen müssen? Es sieht ganz danach aus: Die Finanzministerien der Länder Deutschlands wollen nämlich eine Sondersteuer auf Online Automaten und Online Pokerangebote einführen, so berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Schon in wenigen Monaten soll das neue Glücksspielgesetz in Deutschland in Kraft treten, bundesweit für mehr Ordnung der Online-Angebote sorgen und Schwarzmarkt-Angebote so gut wie möglich eindämmen. Unter anderem bleibt Blackjack am virtuellen Casinotisch und auch das Pokerspiel derzeit verboten. Glücksspielanbieter sollen einer strengen Überwachung des Staates unterliegen und anscheinend auch einen satten Anteil an den Fiskus abliefern.  

Es gibt bereits einen Gesetzesentwurf, erarbeitet von den Landesfinanzministerien von Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Laut diesem sollen Online Glücksspielanbieter eine Sondersteuer von 5,3 % auf alle Einsätze beim Online Pokerspiel zahlen. Aber nicht nur Poker ist von dieser Sondersteuer betroffen. Bei Online Spielautomaten soll diese mit 8 % sogar weitaus höher ausfallen. Das Bundesfinanzministerium ist aber für etwaige Änderungen des Rennwett- und Lotteriegesetzes zuständig, indem sich auch Steuerregelungen befinden. Die Länder sind der Meinung, dass die Casino-Steuern noch gut mit dazu passen, da in dem Gesetz Steuern für Pferde- und Sportwetten festgehalten sind. 

Mehr Details wurden gegenüber der Süddeutschen Zeitung derzeit nicht bekannt gegeben. In Diskussion stehende Gesetzesänderungen wurden allerdings bestätigt. 

Die Auswirkungen auf den legalen Glücksspielmarkt 

Diese neue Steuer wird auf die Einsätze der Spiele gerechnet, nicht auf die Profite der Glücksspiel-Anbieter. Das ist durchaus kritisch zu betrachten: Es handelt sich genau wie bei der Wettsteuer um eine Steuer, die Spieler/Tipper zahlen und der Anbieter an den Fiskus abtritt. Das Casino sammelt also die Steuer sozusagen ein. Auch bei Sportwetten haben wir ja diese 5 % Steuer. Und da es bei Wetten genug Bookies gibt, welche diese Steuer aus ihrer Gewinnmarge zahlen und Kunden damit nicht belasten, könnte sich das Ganze im Gambling-Segment ähnlich verhalten.

Casinos haben ja die Möglichkeit, an dem RTP zu schrauben. Und eine Verringerung der Auszahlungsquote könnte eine Konsequenz davon sein. Wenn die Gebühr auf Kunden abgewälzt wird, könnten die legalen Glücksspiel-Angebote aus Sicht der Zocker an Attraktivität verlieren. Der Schwarzmarkt würde möglicherweise eine Alternative für Spieler darstellen, der eigentlich vom Glücksspielvertrag bekämpft werden soll. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/euro-m%C3%BCnzen-w%C3%A4hrung-geld-gelb-1353420/

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