Der thailändische Junganwalt und Aktivist Nutthapong Sampaokaew hat die Regierung Thailands aufgefordert, Greifautomaten in Shoppingzentren und Arkaden unter das geltende Glücksspielgesetz zu stellen. Sie sollen für Minderjährige so unzugänglich gemacht werden. Im Rahmen einer Konferenz zum Thema Jugendschutz hat der Junganwalt diese Forderung vorgebracht.

In den asiatischen Ländern sind Greifautomaten relativ beliebt und gehören zum normalen Stadtbild. Viele Shoppingzentren sind mit den beliebten „Crawl Machines“ ausgestattet. Teilweise denken sich die Betreiber recht lustige Marketingkonzepte für die Eröffnung aus, wie ein Bericht über die Eröffnung einer Spielhalle mit Greifautomaten in Taiwan 2018 gezeigt hat. 

Sind Greifautomaten eine Art des Glücksspiels?

Laut Nutthapong Sampaokaew, Koordinator des No Gambling Youth Clubs, sind die Maschinen in großen Stückzahlen im ganzen Land installiert. Jugendliche hätten uneingeschränkten Zugang zu ihnen. Er war der Meinung, dass viele Thailänder sich bereits fragten, ob es sich bei Greifautomaten um Glücksspiel handelt.

Das thailändische Glücksspielgesetz definiert die Greifautomaten als den „Zweck der Wette dienlich“. Vom obersten Gerichtshof in Thailand wurde die Definition 2004 bestätigt. Seitdem gelten Greifautomaten in Thailand offiziell als „illegale Spielautomaten“. Erst letztes Jahr gab es erste Meldungen, dass das Verbot von Greifautomaten in Thailand durchgesetzt werde.

Trotzdem prangert der Junganwalt an, dass die Automaten in den meisten Kaufhäusern frei umherstehen und Jugendliche anziehen.

Woher kommen die Greifautomaten eigentlich?

Die Greifautomaten (auch Greifer, Kraller oder Spielzeugautomat genannt) sind in der ganzen Welt bekannt. Es handelt sich um einen Kasten aus Glas, der im Inneren mit Spielzeug oder Plüschtieren gefüllt ist. Es gibt aber auch Greifautomaten für Schmuck, Uhren oder Süßigkeiten. Gegen den Einsatz von einem bestimmten Betrag erhält man einen Greifvorgang, in dem man den Greifarm bewegen kann und hoffentlich einen guten Preis herauszieht. Über einen Joystick wird der Greifarm bewegt.

Der erste Greifer stammte von 1965 von der japanischen Firma Taito und wurde „Crown 602“ genannt. Über Japan hatten sich die Greifautomaten dann in der ganzen Welt verteilt.

Besonderheit ist, dass die Kralle bei jedem Greifvorgang unterschiedlich stark zudrückt. Die Auszahlungsrate wird dabei über die Modulation (oder auch Taktung) der Kralle gewährleistet. Es gibt unterschiedliche Einstellungen. So kann ein Betreiber beispielsweise einstellen, dass die normale Greifkraft bei 30 % liegt. Bei durchschnittlich jeder fünften Runde könnte die Greifleistung bei 60 % liegen, dabei handelt es sich dann um die gewinnenden Runden für die Spieler.

Über solche technischen Einstellungen kann der Betreiber die Auszahlungsquote beeinflussen. Für die Auszahlungsquote oder die Funktion an sich gibt es aber keine gesetzlichen Vorgaben.

Aus diesem Grund haben bereits mehrere Gerichte weltweit geurteilt, dass es sich bei den Automaten auf keinen Fall um „Verkaufsautomaten“ handelt. Der Erhalt der Ware ist schließlich nicht garantiert. Es handelt sich eher um Spielautomaten.

Die aktuelle Greifautomaten-Situation in Thailand

Der No Gambling Youth Club hat 92 Kaufhäuser in mehr als 10 Provinzen (einschließlich Bangkok) untersucht. Dort hat man in 75 Einkaufszentren mehr als 1.300 Maschinen gefunden. Dabei sei besonders auffällig:

Die Maschinen befinden sich in Bereichen, in denen Käufer häufig vorbeikommen und es gibt keine Altersbeschränkung für Kunden.

Zudem versuchen einige Betreiber die Kunden in die Irre zu führen. Sie beschreiben die Spielautomaten mit Schildern als „Verkaufsautomaten“, was sie aber nicht sind.

Der Jugendschutz-Club hatte verschiedene Personen ab 15 Jahren zu den Spielautomaten befragt. Rund 80 % haben in Fragebögen angegeben, dass sie nicht wussten, dass die Greifautomaten in Thailand eigentlich verboten sind.

Der Junganwalt fordert die Behörden daher auf, dass das Verbot für die Greifautomaten endlich durchgesetzt wird. Die Behörden sollten den Menschen dabei helfen, sich nicht auf Glücksspiele einzulassen. Es könnte wohl auch helfen, die Betreiber der Shoppingzentren mit ins Boot zu holen, damit die Greifautomaten endlich verschwinden.

Jugendschutzorganisationen bekräftigen die Verbote

Supapit Chaidit ist Vorsitzende des Kinder- und Jugendrates von Thailand. Sie bekräftigte in ihren Aussagen noch einmal, dass es sich bei den Greifautomaten um Glücksspiel handelt:

Die Kranautomaten entsprechen der Definition des Glücksspiels, da die Kunden Geld setzen müssen, um auf die Chance zu wetten, dass sie einen Preis (in dem Fall eine Puppe) bekommen.

Thanakorn Komkrit ist Generalsekretär der Stop-Gambling Foundation. Er spricht sich für eine vernünftige Regulierung der Greifautomaten aus:

Wenn die Automaten in Betrieb genommen werden dürften, müssten sie strengeren Vorschriften unterliegen, einschließlich der Einschränkung des Zugangs für Personen ab 20 Jahren.

Die ehemalige Senatorin aus Bangkok, Rosana Tositrakul, ist der Meinung, dass die thailändische Regierung diese Untersuchungen als Grundlage nehmen sollte, um endlich die Glücksspielaktivitäten in diesem Bereich auszurotten. Die Greifmaschinen treiben junge Menschen dazu, Risiken einzugehen und könnten im Erwachsenenalter zur Spielsucht führen.

Wie ich bereits in einem früheren Artikel erwähnt habe, sind Glücksspiele in Thailand größtenteils verboten. Online Casinos aber werden teilweise toleriert, da das Glücksspielgesetz von 1935 diese noch nicht vorgesehen hat. Warum das Verbot von Greifautomaten bisher nicht durchgesetzt wurde, bleibt fraglich. Aber scheinbar mögen die Thailänder das Spielen an den Automaten mit Greifvorrichtungen.

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