Die Pokerszene trauert derzeit um den Pokerprofi und Fernsehmoderator Mike Sexton. Er ist am ersten Sonntag im September 2020 im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Tod kam nicht überraschend, er litt seit Jahren an einem unheilbaren Prostatakrebs. Er war seit mehreren Monaten in seinem Haus in Las Vegas in palliativmedizinischer Behandlung.

2009 wurde Mike Sexton in die Poker Hall of Fame aufgenommen. Zu seinen größten Pokererfolgen zählten der Gewinn eines Bracelets der World Series of Poker im Jahr 1989 und der Sieg beim Main Event in der World Poker Tour 2016.

Die größte Bekanntheit erlangte er als Moderator und Experte bei der World Poker Tour in den 2000er Jahren. Er sorgte für einen medialen Hype des Pokers im TV, indem er den Zuschauern Texas Hold’em Poker auf eine einfache Art und Weise erklärte. In der Folge erhielt er auch den Spitznamen „The Ambassador of Poker“ („Der Botschafter des Pokers“).

Freundin Linda Johnson teilte seinen Tod mit

Linda Johnson ist ebenfalls professionelle Pokerspielerin. Sie gewann 1997 ein Event der World Series of Poker und wurde 2011 in die Poker Hall of Fame aufgenommen. Sie war seit mehreren Jahrzehnten mit Mike Sexton befreundet. Sie hatte die Poker-Community über Sextons Erkrankung informiert.

Sie teilte in einem von Sexton autorisierten Post mit, dass er Prostatakrebs hat, der in die Organe gestreut hat. Inzwischen hat sie sich auch zu dem Tod geäußert. Über Twitter schrieb sie:

Ich bin so dankbar für die wunderbaren Erinnerungen, die ich mit Mike Sexton habe. Wir sind in den letzten 30 Jahren um die Welt gereist. Es gab keinen netteren und bescheideneren Menschen. Mike hinterlässt ein erstaunliches Vermächtnis für die Pokerwelt und für seine Familie. RIP Mike Sexton!

Sexton war wichtig für das moderne Poker-Spiel

Insgesamt 15 Jahre hat er die World Poker Tour moderiert. Er war eines der ersten Mitglieder des PartyPoker-Teams im Jahr 2001. Nach „The Hendon Mob“ hat er mehr als 6,7 Millionen Euro mit Poker in seiner professionellen Karriere gewonnen. In der All Time Money List ist er derzeit auf Platz 171. Seine beste Platzierung war Rang 24. Der sechsmalige Bracelet-Gewinner Daniel Negreanu beschrieb seinen Beitrag für die Pokerwelt wie folgt:

Er glaubte, dass Poker im Fernsehen funktionieren könnte, und er war an vorderster Front dabei, dies mit der World Poker Tour zu erreichen. Er hat es im Alleingang geschafft und hatte einen größeren Einfluss darauf, wie Poker heute aussieht als jeder andere.

Rückblick: Die Pokerkarriere hatte Sexton spät begonnen

Sexton ist am 22. September 1947 in Shelby geboren. Es ist eine Stadt im Bundesstaat Indiana. Er hatte an der Ohio State Universität studiert und einen Abschluss im Bereich Public Recreation gemacht. Er spielte damit Bridge und lehrte es auch interessierten Schulklassen in North Carolina. 1970 war er bei der US Army als Fallschirmspringer, musste aber nicht in den Krieg nach Vietnam ziehen. Die 82nd Airborne Division, in welcher er stationiert war, kehrte gerade aus dem Vietnamkrieg zurück, als er dort beitrat.

Zwei Jahre hatte er als Kaufmann gearbeitet, als er bemerkte, dass man mit Poker Geld „verdienen“ kann. Ab 1977 widmete er sich verstärkt dem Poker. Allerdings hat er auch immer wieder kleine Baseballteams trainiert. 1985 zog er dann nach Nevada und wurde Vollzeitpokerspieler. Er hat nicht nur Poker gespielt, sondern wurde auch Moderator und hat für die Zeitschriften „Card Player Magazine“ und die „Gambling Times“ geschrieben.

Er begründete ebenfalls das World Series of Poker - Tournament of Champions, bei dem nur Turniersieger teilnehmen durften. Einer seiner größten Siege war beim WSOP – Tournament of Champions 2006 als er gegen Daniel Negreanu gewann und das Preisgeld in Höhe von 1 Million Dollar erhielt. Die Serie wurde aber inzwischen eingestellt.

Er hat an vielen High Roller Turnieren in den letzten Jahren seiner Karriere teilgenommen. Er durfte aufgrund seiner Beziehungen nicht mehr an allen Poker-Turnieren teilnehmen. Im Juli 2012 spielte Sexton bei einem der teuersten Pokerturniere überhaupt mit. Beim Big One for One Drop der WSOP 2012 lag der Buy-In bei einer Million US-Dollar. Dort erhielt er auch das höchste Preisgeld seiner Karriere. Mit einem neunten Platz bekam er immerhin 1,1 Millionen US-Dollar. Das Big One for One Drop wurde erst 4-mal überhaupt veranstaltet. Bis zum Triton Million for Charity 2019 war es das teuerste Poker-Turnier überhaupt.

Im Jahr 2016 wurde er durch die American Poker Awards für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Derzeit trauert die Szene um die Legende. Von den bekannten Pokergrößen kann man viele Posts zu seinem Tod lesen. Adam Pliska kommentierte als Geschäftsführer der World Poker Tour:

Mike war 15 Jahre lang WPT-Kommentator und verbrachte seine Lebenszeit mit Poker, welches rund um den Globus gewachsen ist. Seine glühende Präsenz kam bei Spielern und Fans gleichermaßen gut an. Wir werden ihn alle auf dem Bildschirm und am Tisch vermissen.

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