Rap-Musik wird immer beliebter in Deutschland. Vor allem die Jugendlichen sorgen dafür, dass die Album- und Singlecharts mit Rappern übersät werden. Capital Bra, Sido, Bushido, Kollegah, Eko Fresh, Samy Deluxe, Cro oder Kay One sind mittlerweile einer breiten Masse bekannt. Einige Rapper schreiben auch immer wieder Texte über das Glücksspiel.

Rapper haben zum großen Teil eine kriminelle Vergangenheit hinter sich oder stammen aus einem Umfeld mit schwierigen Verhältnissen. In ihren Songs verarbeiten sie unter anderem die Erlebnisse, welche sie vor ihrer Rap-Karriere gemacht haben. Das Thema Glücksspiel ist aus dem Grund auch ein Teil der Vergangenheit bei vielen Rappern. Einige Medien werfen den Rappern die Glorifizierung des Glücksspiels vor.

Im folgenden Artikel habe ich mir ein paar Songs angeschaut, bei denen es ums Glücksspiel geht. Außerdem finden sich am Ende ein paar Rapper, die offen mit dem Glücksspiel umgehen und selbst gerne spielen. Vorab noch der Hinweis, dass ich selbst mit Rap-Musik nicht viel anfangen kann. Daher kenne ich mich in der Szene nur bedingt aus und beschränke mich auf einige Songs.

Deutschsprachige Rapper und das Glücksspiel

Es gibt immer wieder Rapper, welche sich vor oder in Spielhallen vor Merkur- oder Novoline-Automaten filmen lassen und diese ebenfalls in ihren Musikvideos einsetzen.

Rapper wie Al-Gear sind noch einen Schritt weitergegangen. Sie haben auf Twitch Casinos gestreamt und mit ihren Gewinnen geprahlt. Wobei der Streamer Al-Gear auch nicht vor dem Spielen im Demo-Modus zurückschreckt und sich extrem über die Gewinne dort freut – angeblich um gegen die Hater vorzugehen.

Rapper sind am Ende Künstler, die ihre Zuhörer oder Zuschauer unterhalten wollen. Dafür erzählen sie in ihren Texten von privaten Problemen oder erschaffen eine Kunstfigur, welche über bestimmte Probleme berichtet. Beim Gangster-Rap kommt es aber immer wieder vor, dass kriminelle und gewalttätige Taten, Drogenkonsum, Drogenhandel oder auch das Glücksspiel glorifiziert werden. Bei der Darstellung der Themenbereiche sollte es aber dennoch Grenzen geben.

Gerade das Glücksspiel kann bei jungen Erwachsenen und auch Jugendlichen schnell zur Sucht werden. Junge Menschen sind in Deutschland derzeit das Hauptpublikum der Rapper. Aus diesem Grund sollten die Rapper auch bemüht sein, das Thema möglichst authentisch darzustellen. Ich habe mir einmal verschiedene Songs angehört, damit ich zeigen kann, wie das Thema überhaupt dargestellt wird.

Olexesh mit dem Song AVTOMAT

Wenn man sich das Video ansieht, wird man feststellen, dass eine Therapiesitzung für Spielsucht gezeigt wird. Er erzählt demnach über seine Sucht einem Therapeuten in seinem Rap-Song. Man findet in dem Lied Zeilen wie:

Hier spielt man Automat, Automat spielen ist leicht
Werf mal nen Zehner rein, vielleicht wirst du reich
Sizzling Hot, Supra Hot oder Book of Ra
Ist sicherer als bei Deutschland sucht den Superstar

Interessant ist, dass im Text bekannte Novoline-Slots erwähnt, im Video aber Merkur-Spielautomaten wie Triple Chance gezeigt werden. Selbst wenn sich der Song zunächst wie eine Hymne auf Spielautomaten anhört, setzt in der Mitte eine Art Realismus ein. Dort hört man Texte wie:

Betrete die Spielothek, Tür öffnet sich elektrisch
Such mir 'nen Automaten, Hände sind schon mies zittrig
Einsatz unmöglich, nächster Dreh ist tödlich
Ich sag dir ganz ehrlich, Automaten spielen macht süchtig

Am Ende wird sogar erwähnt, wie das ganze Einkommen (inklusive Kindergeld) verspielt wurde. Es wird ebenfalls vermittelt, wie man kein Geld mehr für die alltäglichen Bedarfsartikel einer Familie hat. Demnach wird recht authentisch gezeigt, wie ein Leben mit Spielsucht enden kann. Das Video wurde auf YouTube fast 9 Millionen Mal angesehen. Am Ende bleibt jedoch die Frage, was davon beim Hörer hängen bleibt. Ist es cool zu spielen? Im Video könnte man stellenweise sicher das Gefühl erhalten.

CashMo mit dem Song Spielo

In dem Lied geht es um einen Spieler, der versucht das Glücksspiel und vor allem Spielotheken zu meiden. Man erhält eine Vorstellung, wie schwer es einem süchtigen Spieler fällt und welche Gedanken vielleicht zum Spielen verleiten. Im Video sieht man das Innere einer Spielothek und diverse Novoline-Automaten wie Book of Ra, die auch im Rap-Song erwähnt werden. Immerhin gibt er dabei relativ realistisch zu:

Schon tausend mal geschwor'n: Ich lass' es
Schon tausend mal verlor'n, ich hass' es
Ich selber weiß, dass es Sucht ist
Doch vor anderen sagen: Nein, Mann, ich muss nicht
Lass' die Kohle in der Karre, doch hol' sie
Lass' die Kohle auf der Bank, doch hol' sie
Die Augen all der Spieler, Leere, Tod
Der Ort macht uns krank, ehrenlos
[…]
Denn ich nehm' jede scheiß Spielo wahr
Auch wenn bei Merkur hier 'ne Sonne lacht
Sei dir sicher, dass noch niemand hier gewonnen hat

CashMo spricht in mehreren Songs das Problem der Spielsucht an und redet auch über die Leute in der Spielhalle. Letztlich hat der Text im Ganzen wenig mit einer Glorifizierung von Glücksspiel zu tun. Im Zusammenhang mit dem Video und der Darstellung der Slots muss man aber schon sagen, dass die Spielautomaten dort sehr gut zur Geltung kommen. Bisher haben 1 Million Menschen das Musikvideo auf YouTube gesehen.

Bass Sultan Hengzt mit dem Song Cazino

Im dritten Song, den ich aus der deutschsprachigen Rapper Szene herausgesucht habe, kommt ebenfalls ein Spielsüchtiger zu Wort, der diesmal mit seinem „Baby“ ins Casino fährt. Dort kann man dann unter anderem folgende Zeilen hören:

Wir fahren los, kleine
Ins Casino, Baby
Und ich gewinne heute
Ich werd' mein Leben
Ich werd' das Beste geben
Ich bin besoffen. Mir egal, ich will mein Geld ausgeben!
Ihr verpeilt eure Zeit an der Bong
Ich habe die Zeit und schmeiß' mit Jetons
Freunde sagen zu mir: "Bitte bleib doch vernünftig"
Ich scheiß' auf euch Leute, denn das Spiel macht einen süchtig
Ich mach' mein Geld und kauf'
Mir Jetons

Zu dem Song gibt es kein Musikvideo. Es wird zwar von Glücksspiel als Sucht gesprochen, aber ansonsten nutzt er eher die übelste Gangster-Rap-Sprache. Die drei Beispiele zeigen, dass das Thema Glücksspiel teilweise zwar sehr positiv dargestellt wird, aber immerhin wird das Thema der Sucht zur Sprache gebracht. Es finden sich demnach realistische Anklänge, dennoch könnte man beim Hören schnell denken, dass es cool ist, Geld in den Spielautomaten zu verzocken.

Vorbilder finden sich in der amerikanischen Rap- und R&B-Szene

Die Vorbilder für die Musikvideos der deutschen Rap-Songs muss man in Amerika suchen. Die US-Rapperin Cardi B zeigt in dem Musikvideo zum Song „Lick“ wie sie ein komplettes Casino leer räumt. Der R&B-Sänger Bruno Mars macht eine Party im Casino beim Musikvideo zum Song „24K Magic“. Flo Rida zeigt in „How I Feel“ wie glamourös die Casino-Resorts von Las Vegas sein können. Casinos werden in der Szene demnach sehr positiv dargestellt, wobei die Spiele oder Automaten immer in einem sehr guten Licht dargestellt werden.

Es gibt viele bekennende Glücksspieler unter den Rappern

50 Cent gilt als absolute Legende im Rap-Business. Er selbst ist bekennender Blackjack-Fan und soll zuweilen des Öfteren in den glamourösesten Spielbanken von Las Vegas anzutreffen sein. Die Einsätze sollen sich dabei nicht wirklich an seinem Künstlernamen orientieren.

Der Kanadier Drake gilt als einer der erfolgreichsten Rapper der letzten Jahre. Er hat des Öfteren seine Crew und Fans auf Besuche in Spielbanken und Casinos eingeladen. Gewinne oder Verluste scheinen ihn dabei weniger zu interessieren, vorrangig ist der Spaß am Spielen. Ansonsten steht der Megastar Jay-Z relativ offen zum Glücksspiel. Flo Rida, P. Diddy und Nelly haben ebenfalls in diversen Videos und den sozialen Medien ihre Affinität für Glücksspiel und auch Poker geteilt.

In Deutschland hatte neben den üblichen Verdächtigen unter anderem auch Capital Bra im Bereich Glücksspiel für Schlagzeilen gesorgt. In Las Vegas soll er einmal 30.000 Euro verzockt haben, was eigentlich als Video-Budget eingeplant war.

Ansonsten haben Maxwell und Gzuz von der Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande für das Glücksspiel viel Aufmerksamkeit erhalten. Sie sollen angeblich bei Tipico 50.000 Euro in bar auf das Champions League Spiel FC Bayern München gegen Tottenham Hotspur gesetzt haben. Inzwischen wurde aber bekannt, dass es sich um eine Influencer-Kampagne handelte und eine solche Wette wegen den Geldwäschebestimmungen gar nicht durchführbar sei.

Glücksspiel, Spielsucht, Spielotheken und Spielautomaten sind immer wieder ein Thema der Rapper. Glücksspiel wird teilweise als aufregend dargestellt. Manchmal vermitteln auch die Videos den Eindruck einer großen Party in den Casinos. Dennoch wird das Suchtproblem offen angesprochen. Einige Rapper sprechen sogar in Interviews über ihr Spielproblem.

Insgesamt versuchen die meisten Rapper einen authentischen Weg, bei der Thematisierung von Spielsucht zu finden. Letztlich sollen die Rap-Songs unterhalten und das versucht man auch mit dem Glücksspiel und der Sucht. Bei der Jugend scheinen diese Themen ebenfalls anzukommen – ob sie aus den Erfahrungen der Rapper etwas lernen und gar nicht erst mit dem Spielen anfangen, bleibt den Zuhörern am Ende selbst überlassen.

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