Doyle Brunson gilt als größte Pokerlegende aller Zeiten. Der Texaner ist einer der größten Storyteller der Szene. Im Jahr 2018 beendete der Pokerprofi nach mehr als 60 Jahren seine Karriere. In seinen Memoiren betitelte er sich selbst ganz bescheiden als „The Godfather of Poker“. Hier ist ein kurzer Bericht über die Legende.

Doyle Brunson ist in der Szene besser bekannt als „Texas Dolly“. Der Spitzname leitet sich vom Sportkommentator Jimmy Snyder ab. Er sollte eigentlich „Texas Doyle“ vorlesen, sprach den Namen aber falsch aus. Die Bezeichnung hat sich dennoch gehalten. 60 Jahre lang hat die Legende professionell Poker gespielt. Außerdem hat er durch seine Geschichten immer wieder Werbung für Poker gemacht. Er resümierte einmal über sich selbst:

Ich bin ein Spieler. Ich werde immer einer sein. Ich könnte nichts anderes sein. Mein Leben wird also immer voller Gewinne und Verluste sein. Es gibt keinen anderen Weg für mich. Es ist aufregend. Es gab noch nie einen langweiligen Moment in meinem Leben.

Die Anfänge seiner Karriere

Am 10. August 1933 wurde Doyle Brunson in Fisher County in Texas geboren. Er hatte ein bewegtes Leben. Als ältestes von drei Kindern entwickelte er sich zum vielversprechenden Athleten. Er war ein guter Läufer und spielte Basketball. Eine Meile (1,6 Kilometer) soll er in 4.18 Minuten gelaufen sein. Das war 1950 der Schulrekord. Seine Zukunft schien gesichert. Er erhielt viele Anfragen von den Colleges. Am Ende entschied er sich für Hardin Simmons University in Abilene. Es war am nächsten zu seinem Heimartort. Bei Aushilfsarbeiten verletzte er sich jedoch am Knie und musste für fast zwei Jahre einen Gips tragen. Er konzentrierte sich danach ganz auf das Studium der Verwaltungswissenschaften.

Vor seinem Unfall hatte er bereits als Hobby Poker gespielt. Nach dem Unfall hat er das intensiviert und merkte, dass es zum Bestreiten des Lebensunterhaltes reicht. Seine professionelle Pokerkarriere startete in Forth Worth (die fünftgrößte Stadt in Texas). Es gab dort einige illegale Pokerräume, in denen er gespielt hat. Mit seinem Partner Dwayne Hamilton spielte er in verschiedenen Turnieren in Texas, Louisiana und Oklahoma. Es gab wohl zwei brenzlige Situationen als er gegen Diebe mit einer Shot Gun gewann, aber auch die hat er laut seinen Erzählungen gemeistert. Bei den Touren haben die beiden auch die Profispieler Thomas „Amarillo Slim“ Preston und Brian „Sailor“ Roberts kennengelernt.

Geheiratet hat er 1960 seine jetzige Frau Louise. Zwei Jahre später wurde bei ihm Krebs diagnostiziert. Eigentlich sollte eine Operation ihn nur am Leben erhalten, bis seine Tochter geboren wurde. Nach der OP hat man aber keinen Krebs mehr feststellen können. In Interviews rechnete er die Heilung den Gebeten seiner Frau zu. Bei ihr wurde ebenfalls ein Geschwür festgestellt. Nach einer Operation konnte man den Krebs ebenfalls restlos entfernen. Seine Tochter starb 1975 mit 18 Jahren an den Folgen eines Herzklappenleidens. Für Bronson war es der Auslöser sich dem Christentum zuzuwenden.

Der Durchbruch in Las Vegas

In den 60er-Jahren schloss sich Brunson mit den beiden Profis, Thomas „Amarillo Slim“ Preston und Brian „Sailor“ Roberts, zusammen. Sie spielten gemeinsam Poker, Golf und setzen Geld bei fast allem. Zumindest hatte es Brunson so selbst beschrieben. Als sie genug Geld zusammengespart hatten, zog es die drei Spieler nach Las Vegas in Nevada. Das Trio ging in die Stadt der Sünden und verlor dort gemeinsam einen sechsstelligen Betrag, den sie zusammengelegt hatten. Danach ging jeder seinen eigenen Weg. Brunson ließ sich in Las Vegas nieder. Er spielte bei der World Series Poker seit 1970 mit. 1976 hat er den ersten von zehn Siegen bei einem Event der WSOP errungen:

  • 1976: Deuce to Seven Draw Event: $80.250
  • 1976: No Limit Hold’em Championship: $230.000
  • 1977: Seven Card Stud Split Event: $62.500
  • 1977: No Limit Hold’em Championship: $340.000
  • 1978: Seven Card Stud Event: $68.000
  • 1979: Mixed Doubles Event: $4.500
  • 1991: No Limit Hold’em Event: $208.000
  • 1998: Seven Card Razz Event: $93.000
  • 2003: O.R.S.E. Event: $84.080
  • 2005: No Limit Short Handed Texas Hold’em: $367.800

Im Jahr 1976 sicherte er sich die Führung in der All Time of Money List und behielt den Titel 8 Jahre lang. 10 Bracelets bei der World Series of Poker in Las Vegas mit zwei Siegen in Main Events. Außerdem hat Texas Dolly ein Main Event bei der World Poker Tour gewonnen. Bereits 1988 hatte man ihn in die Poker Hall of Fame aufgenommen. 2019 wurde sein Lebenswerk durch den Global Poker Award gekrönt.

Seine Memoiren „The Godfather of Poker“

Mike Cochran ist ein Autor, der sich auf Themen spezialisiert hat, welche mit Texas in Zusammenhang stehen. Er hat die Erzählungen von „Texas Dolly“ niedergeschrieben. In dem Buch wurde das ganze Leben der Legende als richtige Autobiographie erzählt. Die Geschichten werden aus der Sicht eines alten Mannes beschrieben, der sich an die großen Erlebnisse seines Lebens zurückerinnert.

Der wichtigste Part bleibt aber das Erzählen der besten Pokerturniere. In den 70ern gab es keine Berichterstattung, keine PokerNews und sicherlich keinen Live-Stream. Doyles Rückblicke auf seine Partien gegen Spieler wie Stu Ungar, Jack Strauss und Puggy Pearson sind alles, was es davon gibt. Doyle hat nicht nur über seine Pokerspiele berichtet, er hat beschrieben, wie er Aggressionen der anderen genutzt und seine Gegner auf die Probe gestellt hat. Außerdem spricht er viel über Benny Binion und Binions Horseshoe Casino. Es handelt sich um den Geburtsort der World Series of Poker. 2005 hatte das Binions Horseshoe Casino die Ausrichtung der Turniere beendet, da zu viele Spieler gekommen sind.

Er spricht über den Poker-Boom, das Spielen im nationalen TV und viele weitere Geschichten. Sein World Poker Tour Gewinn darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Die fehlgeschlagenen Projekte und Online Poker

Eine fehlgeschlagene Suche nach der Titanic, nach der Arche Noah, nach einer afrikanischen Smaragdmine und Fehler beim Setzen auf Rennpferde, andere Sportwetten und viele weitere Missgeschicke werden beschrieben. Selbst einen Orangenhain wollte er aufbauen. Die Abschnitte sind nicht schlecht beschrieben, man merkt, dass er mittlerweile über sich selbst lachen kann.

Er spricht ebenfalls über DoyleRoom.com und Online-Poker im Allgemeinen. Doyle ist eindeutig ein Live-Spieler und weiß nicht viel über die Online-Pokerräume. Es zeigt sich ein wenig darin, wie er über die Online-Variante von Poker spricht.

Sein größter Verlust und die größte Leistung

Am Ende des Buches zeigt sich Doyle am Boden zerstört, als er über den Tod seines besten Freundes Chip Reese spricht. Reese ist 2007 gestorben. Er war ebenfalls Pokerprofi und konnte drei Bracelets bei der World Series of Poker gewinnen. Die beiden standen sich offensichtlich sehr nahe und sein Tod hätte Doyle fast davon abgehalten, jemals wieder Poker zu spielen.

Doyle schließt schließlich mit einem Abschnitt über Familie. Doyle Brunson liebt Poker, Sport, Essen, Glücksspiel und Action. Er ist wahrscheinlich immer noch einer der fünf berühmtesten Pokerspieler der Welt. Aber am Ende sagt er, dass alles, was ihm wirklich wichtig ist, seine Familie ist.

Doyle Brunson hat zehn WSOP-Bracelets, einen WPT-Titel und unzählige andere Poker-Auszeichnungen. Seine größte Leistung im Leben seien dennoch seine Frau und seine Kinder. Sein Sohn spielt im Übrigen Poker. Er gewann 2005 ein Turnier bei der World Series of Poker in der Variante Omaha High/Low. Es war die erste Vater-Sohn-Kombination in der Geschichte, bei der beide ein Turnier der World Series of Poker gewonnen haben.

Doyle ist auf jeden Fall eine Legende im Poker. Sein Leben war sehr bewegend. Hier sind nur ein paar Facetten der Legende aufgeführt. Man kann sicherlich mehr über „Texas Dolly“ berichten – aber dafür gibt es am Ende seine Biographie.

Foto, This image is part of University of Nevada at Las Vegas Special Collections on the World Series of Poker.Permission was given by David G. Schwartz, director of the Center for Gaming Research, to use any materials from this site in accordance with the GFDL. / GFDL; Foto Photos by flipchip / LasVegasVegas.com / CC BY-SA

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