Ein junges Paar aus Trier hat derzeit Probleme mit dem Jugendamt. Sie ließen ihr Kind im Auto, um mehrere Stunden in der Spielhalle an den Geldspielgeräten zu zocken. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass es sich um keine einmalige Aktion gehandelt haben soll.

Dass Spielsucht eine Familie komplett zerstören kann, schildern Suchtexperten immer wieder auf mehr oder weniger drastische Weise. In einem neuen Fall aus Trier in Rheinland-Pfalz haben Eltern ein dreijähriges Kind über mehrere Stunden im Auto gelassen. Die beiden Eltern waren in der nächsten Spielhalle, um dort ein wenig an den Automaten zu zocken.

Die beiden sollen das Verhalten mehrere Male in der Woche an den Tag gelegt haben. Das Jugendamt wurde in der Folge verständigt und ein Strafverfahren von der Polizei eingeleitet. Insgesamt zeigt sich in diesem Fall, welche Auswirkungen eine Spielsucht auf eine Familie haben kann.

Was ist in Trier vorgefallen?

Passanten fiel an einem Sonntagabend (6. September 2020) ein parkendes Auto in Trier-Nord auf. Dort saß ein Kleinkind und spielte mit einem Handy. Es handelte sich um ein kleines Mädchen. Die Passanten konnten die Eltern nicht ausmachen. Da ihnen die Situation komisch vorgekommen ist, verständigten sie am Ende die Polizei.

Die Beamten nahmen Ermittlungen auf und haben die Eltern schließlich in einer nahegelegenen Spielhalle gefunden. Während der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Eltern teilweise 5-mal die Woche in der Spielothek gezockt hätten. Die einzelnen Besuche zogen sich immer über mehrere Stunden. Die dreijährige Tochter hätten sie jedes Mal im Auto zurückgelassen. Teilweise sollen der 37-jährige Vater und die 22-jährige Mutter das Kind 6 bis 7 Stunden alleine gelassen haben.

Den Eltern droht jetzt ein Strafverfahren. Das Zurücklassen von Kindern in Autos kann als Körperverletzung oder Kindesmisshandlung bewertet werden. Zu einer Verurteilung kommt es meist, wenn dem Kind etwas zugestoßen ist, beispielsweise durch die Hitze im Auto.

Die Polizei weist mehrmals jährlich darauf hin, dass sich Autos innerhalb weniger Minuten in der prallen Sonne aufheizen können, sodass im schlimmsten Fall Sauna- oder Backofentemperaturen herrschen. Für Menschen und Tiere kann es gefährlich bis lebensbedrohlich werden.

Die Polizei hat den Vorfall ebenfalls beim Jugendamt wegen Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung gemeldet.

Jedes Jahr wieder und wieder Rheinland-Pfalz

Im letzten Jahr gab es bereits einen ähnlichen Vorfall. Damals hatte eine 35-jährige Mutter ihr Kind im Auto gelassen. Der Vorfall ereignete sich in dem Luftkurort Edenkoben, welcher 50 Kilometer von Karlsruhe entfernt ist. Das Kind war nur ein halbes Jahr jünger. Bei Überprüfung der Mutter in der nächstliegenden Spielhalle ist jedoch aufgefallen, dass die Frau keine Fahrerlaubnis hatte. Im Auto wurden zudem Betäubungsmittel gefunden. Das Kind wurde damals gleich dem Jugendamt übergeben.

Zu dem Vorfall muss nicht viel mehr gesagt werden. Dem Paar bleibt zu wünschen, dass man das Spielproblem in den Griff bekommt und in der nächsten Zeit die Spielhallen meidet. Wenn man mehrere Stunden an fast allen Tagen der Woche in die Spielhalle geht, sollte man einmal über eine Spielsuchttherapie nachdenken. Vielleicht kann das Paar mit Hilfe des Jugendamtes einen geregelten Tagesablauf aufnehmen, damit das Kind bei der Familie und nicht in einem Heim oder bei Pflegeeltern aufwachsen muss.

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