Jetzt muss die ComeOn Group tief in die Tasche greifen. Spelinspektionen, die schwedische Glücksspielaufsicht, hat eine extrem hohe Strafe in Höhe von 17,5 Millionen Euro gegen den Glücksspielanbieter verhängt. Was hinter dieser Rekordstrafe steckt, erklären wir in diesem Artikel genauer.

Ganze 175 Millionen Schwedische Kronen, das sind knapp 17,5 Millionen Euro muss die ComeOn Gruppe nun zahlen. Der Grund dafür ist wie folgt: Laut der Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hat die ComeOn Gruppe in der Vergangenheit mit ihren zum Konzern gehörenden Online Casinos illegale Bonusaktionen angeboten. Zu diesen Online Casinos zählen ComeOn Sweden, Snabbare, Hajper und Casinostugan. 

Doch wie haben sich diese unerlaubten Bonusangebote gestaltet? Nun, die eben genannten Online Casinos haben ihrer Kundschaft mehrmalig Bonusangebote angepriesen und so für ihre Glücksspiel-Webseiten Werbung gemacht. Was genau war an diesen Bonusaktionen falsch? Nach den Vorschriften für Glücksspiel, das online stattfindet, darf man in Schweden nur einen Bonus pro registriertem Glücksspiel-Kunden verteilen.  

Casino-Marken der ComeOn Group agieren übrigens auch auf dem deutschen Markt. Bei denen gibt es virtuelle Spielautomaten, aber auch Sportwetten im Angebot.

Momentane Verschärfung des schwedischen Glücksspielgesetzes: Seit 2. Juli 2020 gelten strengere Regelungen in Sachen Glücksspiel in Schweden. Maximal können Kunden von Glücksspielanbietern nur noch 5000 SEK (496 Euro) pro Woche als Einzahlung tätigen. Bonusangebote unterliegen auch neuen Auflagen. Ein einmaliger Bonus von 100 SEK (9,96 Euro) darf angenommen werden. Mehr nicht. Die Regierung hat diese neuen Regelungen eingeführt, um einer ungesunden Zunahme des Glücksspiels während der COVID-19-Pandemie entgegenzuwirken. Diese Entscheidung trifft neuerdings aber auf scharfe Kritik, da eine Abwanderung der Glücksspieler auf den Schwarzmarkt befürchtet wird.

Die höchste Geldstrafe unter den Casino-Marken, die zur ComeOn Group zählen, wurde gegen Snabbare Ltd. verhängt. Ganze 65 Millionen SEK (circa 6,49 Millionen Euro) fallen hier wegen unerlaubter Freispiel- und Bonusvergabe an. 

Besonders im Fokus von Spelinspektionen steht das Online Casino Casinostugan. Die schwedische Spielaufsicht behauptet, das Online Casino habe Bargeld-Bonusse in der Höhe von circa 2100 Euro und Freispiele für virtuelle Spielautomaten an einen ihrer Kunden verteilt. Für dieses Fehlverhalten sieht Spelinspektionen eine Geldstrafe von 25 Millionen SEK, das sind rund 2,5 Millionen Euro vor.

ComeOn Schweden muss eine Strafe von rund 35 Millionen SEK, also rund 3,5 Millionen Euro zahlen. Auch hier liegen Beschuldigungen wegen nicht erlaubten Verteilungen von Bonusgeldern für manche Spiele vor. 

Das Online Casino Hajper hat eine Strafzahlung von 50 Millionen SEK (ungefähr 5 Millionen Euro) durch die Vergabe von kostenlosen Wettangeboten für ihr Sportsegment und Freispiele für virtuelle Spielautomaten verursacht. 

Warum die Strafe so hoch ist

Laut einer Pressemitteilung der schwedischen Glücksspielaufsicht Spelinspektionen wird das Ausmaß der zu zahlenden Strafsumme an dem Schweregrad der Verfehlungen der Online Casinos bemessen und gegen die ComeOn Gruppe haben solche kontrollierenden Maßnahmen bereits im Jahr 2019 begonnen.

Als besonders gravierenden Fehler stuft Spelinspektionen ein, dass die Online Casinos die Schutzbedürftigkeit ihrer Spieler dadurch vernachlässigt haben, dass an genau diese Kunden wiederholt Geschenke verteilt worden sind. Die Sorgfaltspflicht der agierenden Unternehmen sei somit verletzt worden. Zudem kommt, dass beim Vorliegen schwerwiegender Verstöße gegen die Regularien unter anderem auch eine Entziehung von Glücksspiellizenzen passieren könnte. Wenn die Behörden allerdings eine Warnung als ausreichend sieht, kann auf eine solche Konsequenz verzichtet werden. 

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/vectors/flagge-schwedisch-schweden-257636/

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