Es gab eine neue Schießerei in Las Vegas. Diesmal erschoss ein Casinoangestellter seine Vorgesetzte beim Firmenpicknick im Park und verwundete mit gezielten Schüssen wohl einen weiteren Mann. Die Polizei fahndete nach der Tat auf Hochtouren.

In der Glücksspielmetropole Las Vegas kam es erneut zu einer Schießerei. Der Vorfall ereignete sich wohl bei einem Firmenpicknick im Sunset Park am Sonntag (15. April 2018). Ein Angestellter eines Casinoresorts soll dabei eine direkte Vorgesetzte und einen Casino-Manager angegriffen haben und danach geflüchtet sein.

Was ist genau passiert?

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich wohl um den 42-jährigen Croupier Anthony Wrobel. Er arbeitete seit 15 Jahren für das The Venetian Hotel & Casino Resort. Während des Firmenpicknicks soll er zu einem Tisch im Pavillonbereich gegangen sein. Dort saßen ein Casino-Manager und ein Kollege des Casino Dealers. Wie die Polizei mitteilte, habe er aus nächster Nähe auf die beiden geschossen.

Mia Banks wurde im Alter von 54 Jahren getötet, zumindest sind dies die Angaben von News 3 Las Vegas. Sie hatte sehr viel Blut verloren, sei aber wohl an einem Kopfschuss gestorben. Sie saß im Pavillon mit Hector Rodriguez, einem Manager der Sands Corporation, zusammen. Er soll für die Leitung der Abteilung für Tischspiele im Venetian verantwortlich sein. Rodriguez überlebte zwar, wurde aber schwer verletzt, zumindest berichtet dies Las Vegas Now. Mittlerweile heißt es, dass sein Zustand stabil sei.

Gründe für die Tat?

Es meldete sich wohl ein anderer Angestellter des Casino Resorts, der aber lieber anonym bleiben möchte, bei FOX5 Vegas. Er war der Meinung, dass niemand überrascht von der Tat Wrobels war, immerhin beschwerte er sich jeden Tag über das Management. Angeblich haben sonst die Croupiers des Casinos ungefähr 30.000 Dollar (24.200 Euro) pro Jahr mehr verdient, als es bei dem Täter in den letzten Jahren der Fall war. Verantwortlich für die Einbußen war laut Wrobel das Management und ihre Entscheidungen, so zumindest erzählten es seine Kollegen.

Aufgrund der Aussagen aus dem direkten Arbeitsumfeld des Mannes zeichnen die Medien das Bild eines verärgerten Angestellten, der nun die Verantwortlichen attackierte.

Rasterfahndung hatte keinen Erfolg

Direkt nach der Tat hat die Polizei mit einer Rasterfahndung begonnen, um Wrobel überführen zu können. Man nutzte sogar Blendgranaten, um die Wohnung des mutmaßlichen Schützen zu betreten, so haben es Zeugen der Razzia bei News 3 Las Vegas berichtet. Die Polizei hat jedoch Wrobel dort nicht ausfindig machen können.

Eine Version der Geschichte, die einige Zeit im Umlauf war, meinte, dass Wrobel die Blendgranaten genutzt hat, um zu entkommen. Es stellte sich als Falschmeldung heraus. Derzeit sind sich alle einig, dass die Tat einfach gut geplant war und dementsprechend auch die Flucht.

Wrobel soll sich am Abend der Tat bei Kollegen nach dem genauen Aufenthaltsort der Gruppe erkundigt haben. Die Polizei bittet zwar um Hilfe zur Überführung, warnt aber auch vor dem Mann, da er bewaffnet ist und jederzeit weitere Personen verletzten könnte. Er floh nach der Tat in einem schwarzen Wagen. Mittlerweile hat man den schwarzen PKW, einen Dodge Charger, gefunden. Man hat ihn am McCarran Flughafen vor Terminal 3 entdeckt. Dennoch gab es vier Tage lang keine Spur von Anthony Wrobel.

Las Vegas Sands Corporation belohnt Hinweise

Die Las Vegas Sands Corporation hat mittlerweile eine Belohnung auf Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. Der Mutterkonzern des Casino- & Hotel-Resorts verspricht dabei bis zu 50.000 Dollar.

Nachdem die Fahndungen bisher keinen Erfolg gebracht haben, strebt die Polizei nun eine Ausweitung des Haftbefehls auf das gesamte Gebiet der USA an und nicht nur den Bundesstaat Nevada.

Täter inzwischen verhaftet

Am Donnerstag (19. April 2018) hat die Polizei am frühen Morgen Wrobel 800 Meilen von Las Vegas entfernt festgenommen. In Vega im US-Bundesstaat Texas konnte man ihn aufgreifen. Zuvor hatte er in Cedar City im Bundesstaat Utah Nummernschilder gestohlen, damit er halbwegs anonym reisen kann. Ein Streifenpolizist hatte das Fahrzeug mit gestohlenen Nummernschildern entdeckt und Verstärkung angefordert. Als man ihn aufgegriffen hat, schlief er im Auto und griff, als er die Beamten sah, nach der Pistole auf dem Beifahrersitz. Allerdings ließ er sie schnell wieder fallen. Die zuständigen Ermittler sind jetzt auf den Weg nach Texas, um Wrobel zu verhören. Insgesamt zeigten sich die Einsatzkräfte und das Casino sehr erleichtert. Der ehemalige Arbeitgeber des Croupiers ließ verlauten:

Wir möchten uns bei der Las Vegas Metro, dem FBI, dem Department of Aviation in McCarran und dem Oldham County Sheriff Department in Texas bedanken, zusammen mit allen Personen, die an der Festnahme von Anthony Wrobel beteiligt waren. Wir sind alle erleichtert von diesen Neuigkeiten.

Wir alle trauern weiterhin über den Verlust von Mia Banks, unsere Herzen sind bei Mias Familie. Wir hoffen, dass diese Nachricht allen, die von diesem tragischen Ereignis betroffen sind, Trost spendet.

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass sich der Zustand von Hector Rodriguez weiter verbessert und wir freuen uns auf den Tag, an dem er aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Las Vegas bleibt auch 2018 Schauplatz von Verbrechen

Im Oktober 2017 war Las Vegas in den Medien, weil der Amokläufer Stephen Paddock 59 Menschen tötete, und 500 weitere verletzte. Sicherlich ist dieser Fall nicht vergleichbar, da diesmal der Croupier eines Casinos zwei Angestellte des gleichen Unternehmens gezielt attackiert hat. Dennoch zeigt sich einmal mehr, dass man in der berühmtesten Glücksspielmetropole der USA weiterhin Probleme mit Gewalt und Kriminalität hat.

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