Das Ludwigsburger Schöffengericht hat die Anklage gegen einen mutmaßlichen Automatenknacker eröffnet. Es handelt sich wohl um einen internationalen Einbrecher in Spielhallen. Unter anderem sollen auch vier Casinos in Deutschland in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Vaihingen von ihm ausgeraubt worden sein.

In verschiedenen Raubzügen soll der Angeklagte 106.109 Euro erbeutet haben. Die Einbrüche gehen dabei auf das letzte Jahr zurück. Außerdem soll er in Belgien aufgefallen sein. Jetzt steht er in Ludwigsburg wegen seiner Taten vor Gericht. Die Verhandlungen laufen seit Dienstag, dem 17. April 2018.

Beschuldigt wird dabei ein 38-jähriger Mann, der letztes Jahr in Belgien und davor im baden-württembergischen Backnang gelebt hatte. Laut den Angaben der Kriminalpolizei wird der Täter in Belgien wegen versuchten Mordes gesucht.

Welche Einbrüche wurden begangen?

In Deutschland wird der Mann mit 4 Einbrüchen in Zusammenhang gebracht. Alle Straftaten haben sich im Bundesland Baden-Württemberg zugetragen. Ludwigsburg und Bietigheim sind ungefähr 20 Kilometer nördlich von Stuttgart, Vaihingen an der Enz befindet sich 30 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt des Bundeslandes.

Einbruch in Spielhalle in Ludwigsburg

So soll er am 31. Juli in Ludwigsburg aus einer Spielhalle mit einem Komplizen einen vierstelligen Betrag entwendet haben. Damals wurde die Spielothek über die Tiefgarage betreten und eine Verbindungstür aufgehebelt. Alleine der Sachschaden wurde auf 2.000 Euro beziffert, die Täter sollen lediglich einen kleinen vierstelligen Betrag gestohlen haben. Das Einbrecherduo wurde mittels Überwachungskamera aufgenommen, da die beiden jedoch Masken trugen, konnten sie nicht identifiziert werden.

Durch die Verhandlung wurde jetzt bekannt, dass die Einbrecher sich über das Rolltor einer Tiefgarage Zugang zur Spielhalle verschafft haben. Bewegungsmelder wurden abgerissen, Videokameras verdreht und man legte auch die Alarmanlage lahm. Insgesamt wurden 6 Geldspielgeräte und die Kasse aufgebrochen. Die Beute belief sich auf 2.909 Euro.

2 Versuche bei Spielotheken in Bietigheim-Bissingen

Weiterhin wird dem Täter der Einbruch in zwei Spielhallen in Bietigheim vorgeworfen. In der Nacht vom 5. auf den 6. August 2017 soll die Außenbeleuchtung einer Spielothek mit einem schwarzen Tuch abgedeckt worden sein. Eine Nachbarin bemerkte in der Nacht, dass zwei schwarz gekleidete Männer mit Sturmhauben am Eingang der Spielhalle waren. Die Täter flüchteten, als sie erkannten, dass sie ertappt wurden. Das schwarze Tuch ließen sie zurück. Glücklicherweise konnte die Polizei an dem Beweisstück DNA-Rückstände finden, die dann auch zum mutmaßlichen Täter geführt haben.

Daraufhin soll es das Duo bei der nächsten Spielothek versucht haben, wobei sie diesmal ein Fenster aufhebelten. Zehn Spielautomaten wurden im Anschluss ebenfalls aufgebrochen. Rund 50.000 Euro betrug die Beute. Der Sachschaden an der Spielhalle wurde auf 20.000 Euro geschätzt.

Einbruch in Automatencasino in Vaihingen an der Enz

Am 28. August 2017 ist ein Einbrecher in eine Spielhalle in Vaihingen an der Enz in der Planckstraße eingebrochen. Laut Angaben der Polizei habe er zunächst ein Fenster eingedrückt und sei dann in einen Lagerraum eingestiegen. Dieser gehörte jedoch zu einem Nebengebäude. Als der Täter seinen Irrtum bemerkte, hat er eine Seiteneingangstür des Casinos aufgebrochen. So gelang er in die Spielothek und schlug zunächst die Überwachungskameras ab. Er hebelte dann 15 Spielautomaten, zwei Geldwechselautomaten und zwei Schubladen im Kassenbereich auf. Insgesamt sollen wohl 53.200 Euro gestohlen worden sein. Der Sachschaden wurde mit 32.000 Euro veranschlagt.

Verhandlungen dauern noch an

Den Einbruch in das Spielcasino in Ludwigsburg hat der Täter wohl eingestanden, schweigt aber zu seinem Komplizen. Zu den anderen Einbrüchen hat er sich nicht geäußert. Bisher konnte kein Urteil gefällt werden, da DNA-Gutachten vom Landeskriminalamt zum schwarzen Tuch fehlten. Außerdem wurden DNA-Spuren an einer Taschenlampe sichergestellt, auch hier fehlten Gutachten zu den Proben.

Der Verteidiger des Angeklagten zweifelte jedoch die Beweiskraft der Analysen an. Es handele sich wohl bei den DNA-Resten um Mischspuren, die verschiedene Menschen hinterlassen hätten. Über die genauen Umstände des Verbrechens in Belgien wurde nichts bekannt.

Der Fall wird erst weiterverhandelt, wenn die fehlenden Gutachten zur Verfügung stehen. Es wird sich zeigen, ob die Indizien und Spuren zu einer Verurteilung in allen vier Fällen reichen. Ansonsten könnte das Urteil für den einen Einbruch in Ludwigsburg relativ milde ausfallen, wenn man dem Mann keine Verbindung zu den anderen Straftaten nachweisen kann. Wenn es darüber etwas Neues gibt, werde ich es berichten.

By Agência Brasil [CC BY 3.0 br], via Wikimedia Commons

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