Im Jahr 2014 wurden die letzten Spielbanken in Mecklenburg-Vorpommern in Stralsund, Heringsdorf und Binz geschlossen. Neue Betreiber und neue Konzepte sollen nun dabei helfen 4 neue Glücksspiel-Standorte im Bundesland zu etablieren. Am Donnerstag, den 22. März 2018, öffnete die erste neue Spielbank in Stralsund. Es handelt sich um einen großen Schritt für die Spielbanken MV Bewerbergesellschaft GmbH & Co. KG.

Die glamouröse Casinowelt soll nun nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkommen. Bereits Ende 2016 wurde bekannt, dass das Innenministerium in Schwerin, nach einer europaweiten Ausschreibung, der Spielbanken MV Bewerbergesellschaft GmbH & Co. KG. eine Erlaubnis zur Eröffnung von 4 Spielbanken für die nächsten 10 Jahre erteilt hat. In Schwerin, Stralsund, Neubrandenburg und Rostock darf die Firma Casinos eröffnen.

Am 22. März 2018 ist es nun endlich soweit. Der erste Standort in Stralsund wurde eröffnet. Hier setzt man auf eine reine Automaten-Spielbank im Hanse-Center im Tribseer Damm 76. Das große Spiel in Form von Roulette, Blackjack und Poker soll es lediglich in Rostock geben.

Inwiefern hat sich das Konzept der Spielbanken geändert

Der Geschäftsführer der Spielbanken MV, Thomas Fritz, hatte in einem Interview gegenüber dem Norddeutschenrundfunk erklärt, dass es anders als 2014 nicht mehr 6 Standorte, sondern lediglich 4 gibt. Außerdem gibt es nun nur noch eine Betreibergesellschaft und nicht wie vorher zwei. An den Personalkosten spart man ebenfalls. Während man vor 4 Jahren 200 Mitarbeiter hatte, sollen es jetzt höchstens 80 Angestellte werden.

Thomas Fritz ist dabei nicht unbekannt. So war er bereits Chef der Mecklenburger Spielbankgesellschaft, die es heute nicht mehr gibt, da sie Insolvenz anmelden musste. Hinter dem neuen Betreiber stehen wohl zu 75% die Spielbanken Berlin und Bad Neuenahr in Rheinland-Pfalz. Außerdem ist der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic als Gesellschafter mit im Boot.

Großer Zeitdruck für Aufnahme des Betriebs

Die Konzession der Betreiber erlischt, wenn man nicht bis Oktober 2018 den Spielbetrieb aufnimmt, heißt es von einem Sprecher des Innenministeriums. Außerdem habe das Finanzministerium bereits für 2018 und 2019 mit einer Spielbankenabgabe von 800.000 Euro gerechnet. Großes Problem: In Rostock, dem Hauptsitz der Firma, sucht man immer noch nach einem geeigneten Standort für eine Spielbank.

Thomas Fritz betonte noch einmal, dass Schwerin, Neubrandenburg und Stralsund lediglich über Automaten verfügen werden. Den Standort Rostock hob er gesondert hervor:

In Rostock wird es das so genannte Große Spiel mit Roulette, Black Jack, Ultimate Texas Hold’em und Pokerturnieren sowie Poker-Cashgame geben.

Bisher ist aber die Entscheidung für einen Standort noch nicht gefallen. Es gäbe mehrere Optionen, derzeit laufen die Verhandlungen noch. Es gibt immer wieder Mutmaßungen, dass der Betreiber mit dem Rostocker Stadthafen liebäugelt. Eigentümer des auserkorenen Gebäudes ist das städtische Wohnungsunternehmen Wiro.

Widerstand regt sich jedoch, so habe die SPD beantragt, dass der Oberbürgermeister Roland Methling die Wiro anweist, keine Verträge mit einem privaten Spielbankbetreiber zu schließen. Die Verhandlungen können sich also noch etwas hinziehen. Erst wenn diese abgeschlossen sind, wird man sich um Mitarbeiter für die Spielbank bemühen. Rostock soll der größte Standort mit 40 Mitarbeitern in Vollzeit werden.

Bei den anderen Standorten sieht es bisher mit der Planung nicht besser aus. Termine für Eröffnungen der Casinos in Schwerin oder Neubrandenburg stehen bisher ebenfalls nicht fest.

Betreiber sehen Konkurrenz vor allem in Online Glücksspiel

Der Geschäftsführer der Spielbanken MV sieht in den Online Casinos eine große Konkurrenz, ist sich aber sicher, dass man diesen mit ansprechendem Ambiente oder Glamour, Live-Musik und einem guten Service entgegenwirken möchte. Selbst in Stralsund soll es zumindest am Wochenende Live-Musik geben. Es bleibt fraglich, wie die Umsetzung wirklich aussieht und ob man den versprochenen Kundenservice auch über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten kann.

In Mecklenburg-Vorpommern darf wieder gespielt werden

Das lange Warten auf Spielbanken in Nordostdeutschland könnte folglich bald ein Ende haben. Neben der Freude für die potenziellen Spieler können sich auch die Kommunen freuen, da sie rund 15% der Spielbankabgabe erhalten. Die Spielbankabgabe richtet sich nach dem Bruttospielertrag, also den Gewinnen der Spielbank nach Abzug der Einsätze. Wenn im Wirtschaftsjahr bis zu 500.000 Euro eingefahren werden, beträgt die Abgabe 25%, wenn es darüber geht, beträgt die Abgabe bis 10 Millionen Euro 80%.

Ich muss gestehen, dass ich einige Jahre in Rostock gelebt habe. Eine Spielbank habe ich nie vermisst. Interessant finde ich die Entwicklungen dennoch und frage mich wirklich, ob die Spielbanken am Ende schwarze Zahlen schreiben können und nicht wieder so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind.

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